Durch die Erweiterung der Europäischen Union, den zunehmenden Austausch zwischen Europa und dem Rest der Welt im Zeitalter der Globalisierung in Bildung, Handel und Freizeit und der Zunahme von Migrationsströmen, sind Europas Bürger/innen mit einer komplexer werdenden Gesellschaft konfrontiert. Unterschiedliche kulturelle Identitäten, Religionen und Sprachen fließen ineinander über grenzen sich voneinander ab. In diesem gesellschaftlichen Lebensumfeld gewinnen die Förderung des Interkulturellen Dialogs und die Entwicklung interkultureller Kompetenzen für den sozialen Zusammenhalt an Bedeutung – sowohl innerhalb Europas als auch in der Gestaltung der Beziehungen mit anderen Regionen der Welt.
Alle in der Europäischen Union lebenden Menschen sollen sich Kenntnisse und Fähigkeiten aneignen können, um sich in einer dynamischen und immer komplexeren Umwelt zurechtzufinden. Das EJID 2008 möchte die Bewohner Europas für den Interkulturellen Dialog sensibilisieren und das Bewusstsein einer europäischen Bürgerschaft weiterentwickeln; einer europäischen Bürgerschaft, die offen für die Welt ist und ihrer kulturellen Vielfalt mit Wertschätzung begegnet. Dabei sollen die Gemeinsamkeiten verschiedener kultureller Gruppen verdeutlicht und zur Entwicklung einer von Solidarität und Pluralismus geprägten Gesellschaft beigetragen werden. Während des EJID 2008 soll auch die Rolle von Bildung und Medien als Wissensvermittler und Brückenbauer zwischen den europäischen Kulturen deutlich werden. Das EJID 2008 bietet dabei die Chance, Projekte mit Modellcharakter im Bereich des Interkulturellen Dialogs sichtbar zu machen. Die Nachahmung von Projekten mit Modellcharakter unterstützt den sozialen Zusammenhalt und trägt zur Demokratieentwicklung in Europa bei. Auf diese Weise erweitern die Aktivitäten des EJID 2008 die Beschäftigungsmöglichkeiten der Bürger/innen Europas und tragen so zur nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung der Europäischen Union bei. Sie unterstützen dadurch auch die Ziele der erneuerten Lissabonner Strategie für Wachstum und Beschäftigung.
Mehr Informationen:
Entscheidung des Europäischen Parlaments und des EU-Rates zum Europäischen
Jahr des interkulturellen Dialogs 2008
(pdf, 176 KB)
Unsere gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebensräume werden immer internationaler, die Kulturen rücken näher zusammen. Das verstärkte Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen in Europa birgt Chancen, aber auch Konflikte in sich. Um in einer vielfältigen Welt auch das Gemeinsame leben zu können, möchte das EJID 2008 die Bewohner/innen Europas für den Interkulturellen Dialog sensibilisieren und das Bewusstsein einer europäischen Bürgerschaft weiterentwickeln; einer europäischen Bürgerschaft, die offen für die Welt ist und ihrer kulturellen Vielfalt mit Wertschätzung begegnet.
Das EJID 2008 beginnt mit einer Eröffnungsveranstaltung am 09. Jänner 2008, die von der Slowenischen Ratspräsidentschaft in Ljubljana abgehalten wird. In Österreich wird das EJID 2008 durch eine Eröffnungsveranstaltung am 28. Februar 2008 eingeleitet. Das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) koordiniert die österreichweiten Veranstaltungen des Nationalkomitees für das EJID 2008 und gibt einen Veranstaltungskalender heraus. Das BMUKK organisiert in Kooperation mit dem ORF eine Dialog-Tour durch die österreichischen Landeshauptstädte (April, Mai 2008), auf welcher sich öffentliche und zivilgesellschaftliche Interessensvertreter des Interkulturellen Dialogs einer breiten Öffentlichkeit präsentieren können. Das BMUKK verstärkt seine finanzielle Unterstützung für bereits bestehende Projekte im Bereich des Interkulturellen Dialogs (Aktionstage Politische Bildung: 23. April – 9. Mai 2008, European Heritage Day 2008: September 2008, Tag der Sprachen (26. September 2008), Veranstaltungen zum UN-Jahr der Sprachen (Ende September 2008 – Oktober 2008), Global Education Weeks: (November 2008). Das EJID 2008 endet mit einer Abschlussveranstaltung im Dezember 2008.
Experten/innen der Europäischen Kommission stellten Ende 2006 eine Übersicht von 29 europaweiten Projekten zusammen, die nachahmenswerte Modelle in den Bereichen Arbeit, Jugend, Alltag, Berufsbildung und Schule auflistet.
ec.europa.eu/dgs/education_culture/dialogue/index_en.html
Die Europäische Kommission stellt für das EJID 2008 10 Millionen Euro für die folgenden drei Bereiche zur Verfügung:
Die EU Kommission wird sich dafür einsetzen, dass die Kohärenz der Aktivitäten für das EJID 2008 und die Einbindung der EU-Bewerberländer in das EJID 2008 gewährleisten sind. Sie koordiniert und organisiert eine europaweite Informations- und Werbekampagne, eine Eröffnungs- und Abschluss-Veranstaltung und das Einrichten einer Webseite und lädt Sympathie-Träger des öffentlichen Lebens ein, für die Ziele des EJID 2008 zu werben.
Jeder EU-Mitgliedstaat richtet für das Europäische Jahr des Interkulturellen Dialogs 2008 (EJID 2008) eine nationale Koordinierungsstelle ein, die die verschiedenen nationalen, regionalen und lokalen Interessensvertreter und ihre Aktivitäten in das EJID 2008 einbindet. In Österreich ist das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) die nationale Koordinierungsstelle. Das BMUKK übernimmt für das EJID 2008 die Gesamtkoordination der österreichischen Aktivitäten zum EJID 2008, organisiert eine nationale Eröffnungs- und Abschlussveranstaltung und eine Dialog-Tour durch alle österreichischen Landeshauptstädte mit der Beteiligung des ORF.
Das Nationalkomitee ist eine Plattform, um eine gemeinsame Reflexionsebene und größtmögliche Vernetzung von Akteuren des EJID 2008 in Österreich zu erreichen. Es setzt sich zusammen aus 35 Mitgliedern aus den Bereichen Bildung, Kunst, Kultur, Jugend, Medien und Wirtschaft und umfasst auch die Vertreter von Migranten/innen und der Sozialpartner/innen.
Das Nationalkomitee entwickelt eine gemeinsame Strategie für die Umsetzung des Europäischen Jahres des EJID 2008, soll den Informationsfluss zwischen den einzelnen österreichischen Akteur/innen zum EJID 2008 freisetzen und Synergien im jeweiligen Wirkungsbereich schaffen. Das Nationalkomitee bietet bei seinen regelmäßigen Sitzungen auch den Raum für einen öffentlichen Diskussionsprozess zum Interkulturellen Dialog. Dabei soll die Bedeutung des Interkulturellen Dialogs für Österreich bewusst gemacht, österreichische Projekte mit Modellcharakter vernetzt und neue Initiativen in den jeweiligen Wirkungsbereichen der Mitglieder des Nationalkomitees initiiert werden.
Projekte zum EJID 2008 sind durch ihre Nachhaltigkeit und ihre europäische Perspektive gekennzeichnet.
Aktivitäten im Rahmen des Interkulturellen Dialogs erweitern das Wissen über die zahlreichen europäischen Kulturen und
tragen zum Verständnis zwischen unterschiedlichen Kulturen bei. Sie statten Europas Bürger/innen mit kulturellen und
sprachlichen Kompetenzen aus, um sich im immer komplexer werdenden gesellschaftlichen Umfeld sicher bewegen zu können.
Von Wissenschaftern ausgearbeitete Kriterien finden Sie hier:
Larcher, Dietmar u. Busch, Brigitta: Orientierungslinien für Projekte zum Europäischen
Jahr des interkulturellen Dialogs (pdf, 42 KB)
In Österreich existieren seit vielen Jahren eine Fülle von Aktivitäten und Projekte, die einen wichtigen Beitrag zum Interkulturellen Dialog leisten. Die Liste des Österreichischen Nationalkomitees zum Europäischen Jahr des Interkulturellen Dialog 2008 (EJID 2008) gibt einen Überblick über die Akteure/innen im öffentlichen Bereich und in der österreichischen Zivilgesellschaft, die sich im Interkulturellen Dialog in diesem Land engagieren. Während des Europäischen Jahres des Interkulturellen Dialogs 2008 (EJID 2008) sollen bereits existierende Projekte mit Modellcharakter sichtbar gemacht und miteinander vernetzt werden.
Österreichisches Nationalkomitee EJID 2008 (pdf, 79 KB)
Über den Begriff „Kultur“ existiert eine Fülle von Definitionen. Im gegenwärtigen wissenschaftlichen Diskurs wird versucht, vorhandene Definitionen von Kultur einer Dekonstruktion zu unterziehen. Mit dem Aufbrechen von positiven Kulturbegriffen geht auch die die Dekonstruktion und Rekonstruktion von Macht und Machtbeziehungen im Interkulturellen Dialog einher. Auf diese Weise werden Faktoren ausfindig gemacht, die die Identitätsfindung und -bildung beeinflussen und Benachteiligungen im sozialen, wirtschaftlichen Bereich und aufgrund des Geschlechts und der Religion hervorbringen.
Die Position des Österreichischen Nationalkomitees basiert auf einem Kultur-Verständnis, das den universellen Aspekt von Kultur betont und diese als einen permanenten Schaffens- und Wandlungsprozess sieht. Nicht nur die Produkte der Kultur, etwa die schönen Künste, sondern auch die mentalen Denk-, Handlungs- und Sprachschemata der alltäglichen Interaktionen sind dem Begriff Kultur zuzuordnen. Die österreichischen Veranstaltungen zum Europäischen Jahr des Interkulturellen Dialogs 2008 (EJID 2008) sollen deshalb den interaktiven, kommunikativen und dynamischen Aspekt von Kultur, das gemeinsame Handeln und Tun in den Vordergrund stellen. Dabei soll im Interkulturellen Dialog der eigene Prozess der Identitätsbildung des/r jeweiligen Österreicher/innen berücksichtigen und reflektiert werden.
Wie kann ich zum Europäischen Jahr des Interkulturellen Dialogs 2008 (EJID 2008) beitragen? Alle Interessensvertreter des öffentlichen Bereiches und die Akteur/innen der Zivilgesellschaft sind eingeladen, sich mit bestehenden oder neuen Projekten und Initiativen am EJID 2008 teilzunehmen. Für die Teilnahme am EJID 2008 und den Eintrag in den offiziellen Veranstaltungskalender zum EJID 2008 wenden Sie sich bitte an Ihren/e Vertreter/in im Nationalkomitee.
Österreichisches Nationalkomitee EJID 2008 (pdf, 79 KB)
Geändert am 26.12.2007