Politischer Hintergrund
Seit der Gründung der Europäischen Union vor 50 Jahren hat
sich im immer größer werdenden Europa viel getan. So wurde beispielsweise ein gemeinsamer Binnenmarkt geschaffen und
eine gemeinsame Währung eingeführt. Die Zusammenarbeit und die damit einhergehenden Initiativen erstrecken sich über
viele Bereiche und schließen selbstverständlich auch den Bildungsbereich in einem großen Umfang mit ein.
Die Erreichung der so genannten „Lissabon Strategie“ die im Jahr 2000 verabschiedet wurde und sich zum Ziel gesetzt hat Europa bis zum Jahr 2010 zum „dynamischsten, wettbewerbsfähigsten und wissensbasiertesten Wirtschaftsraum der Welt“ zu machen erfordert die Mitwirkung der Mitgliedsstaaten in den unterschiedlichsten Bereichen.
In der allgemeinen und beruflichen Bildung wurden in den letzten Jahren bedeutende Initiativen in Gang gesetzt, die zum einen das lebenslange Lernen ermöglichen und zum anderen die Mobilität innerhalb der Europäischen Union unterstützen sollen. Grundlage dafür ist die Realisierung größtmöglicher Transparenz innerhalb der europäischen Bildungssysteme.
Der Europäische Qualifikationsrahmen als Ausgangspunkt
Im Jahr 2005 wurde seitens
der Europäischen Kommission ein Entwurf für einen bildungsübergreifenden Europäischen Qualifikationsrahmen
zur Konsultation in den Mitgliedsstaaten vorgelegt.
Der Europäische Qualifikationsrahmen (EQR) ist in ein Transparenz-, Vergleichs- und Übersetzungsraster, der die Vielzahl nationaler und sektoraler Qualifikationen europaweit gegenseitig vergleichbar und verstehbar macht. Er umfasst das gesamte Bildungs- und Qualifizierungssystem von der allgemeinen über die berufliche Aus- und Weiterbildung bis hin zur hochschulischen Bildung und der nicht formalen und informellen Bildung. Der EQR und seine Gliederung in acht Referenzstufen sollen den Qualifizierungssystemen der Mitgliedsstaaten als Referenzrahmen für die Strukturierung und Zuordnung der nationalen Qualifikationen zu den europäischen Referenzebenen dienen.
Auf dem Weg zu einem Nationalen Qualifikationsrahmen
Der Konsultationsprozess zur
Entwicklung eines Europäischen Qualifikationsrahmens zeigte in den Mitgliedstaaten der EU eine breite Zustimmung für
ein solches lernergebnisorientiertes Rahmenmodell. In Österreich war darüber hinaus auch die positive
Stimmung innerhalb der Bildungslandschaft während der österreichischen Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2006 ein
Grund für die breite Unterstützung der EQR Initiative.
Um die Zuordnung von nationalen Bildungsabschlüssen und Qualifikationen in den EQR zu erleichtern, hat man sich im Rahmen dieses Konsultationsprozesses in Österreich für die Entwicklung eines Nationalen Qualifikationsrahmens ausgesprochen, der alle Bildungssektoren umfassen soll.
Erste Schritte der Umsetzung
Unter der gemeinsamen Koordination des
Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur sowie des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung werden,
orientierend an der Struktur des Europäischen Qualifikationsrahmens die verschiedenen Bildungsbereiche (formal, nicht
formal, non-formal) so aufbereitet, dass sie sich letztendlich in den EQR einordnen lassen. Die Zuordnung der
Qualifikationen erfolgt mittels Beschreibung der einzelnen nationalen Qualifikationsstufen mit einem Ansatz, der auf
Lernergebnissen aufbaut und auf die Anforderungen des österreichischen Arbeitsmarktes
ausgerichtet ist.
Begleitet und koordiniert werden die Arbeiten zum einen durch eine ministeriumsinterne Projektgruppe und darüber hinaus durch eine Steuerungsgruppe die Vertreter und Vertreterinnen aller relevanten Ministerien sowie der Sozialpartner und der Länder inkludiert. Ergänzend sorgt ein Forschungskonsortium für die wissenschaftliche Begleitung.
Oberstes Ziel ist, sämtliche Akteure und Akteurinnen, die in den österreichischen Bildungsprozess involviert sind, in die Aktivitäten einzubinden und somit einen Qualifikationsrahmen zu schaffen, der auf konsensualen Entscheidungen beruht und hohe innerstaatliche Akzeptanz erfährt.
Noch im Jänner 2008 startet der nationale NQR Konsultationsprozess der für einen Zeitraum bis Ende Juni 2008 anberaumt ist. Alle Stakeholder aus dem Bildungsbereich sind dazu eingeladen, auf Basis eines Konsultationsdokuments ihre Stellungnahmen zu folgenden Inhalten abzugeben:
Die Ausführungen zu den genannten Bereichen sind mit Fragen unterlegt, die als Ausgangspunkt für das Verfassen der Stellungnahme dienen sollen. Selbstverständlich sind inhaltliche Rückmeldungen, die über die Fragenblöcke hinausgehen, herzlich willkommen.
Wir bitten Sie, Ihre Stellungnahmen an milana.tomic@bmukk.gv.at zu übermitteln und freuen uns auf Ihre Beiträge.
Links
Geändert am 17.01.2008