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Digitalisierung des kulturellen Erbes und Europeana

Politischer EU-Rahmen

Die Europäische Kommission befasst sich seit mehr als 10 Jahren damit, wie kulturelles Material digitalisiert und online verfügbar gemacht werden kann. Anfangs wurden mehrere Forschungsprojekte kofinanziert und die bessere Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten gefördert. Im September 2005 skizzierte die Kommission die erforderlichen Maßnahmen, um Europas kulturelles und wissenschaftliches Erbe allgemein zugänglich zu machen und regte im August 2008 die Mitgliedstaaten an, ihre Anstrengungen im Hinblick auf ein gemeinsames Onlineportal zu Europas digitalem kulturellem Erbe „Europeana“ zu verstärken.

Ausgehend von einer öffentlichen Konsultation der Stakeholder veröffentlichte die Europäische Kommission im September 2009 die Mitteilung „Europeana – die nächsten Schritte“. Der EU-Kulturministerrat und das Europäische Parlament begrüßten diese Anregungen in ihren Grundzügen. Im April 2010 wurde ein "Weisenrat" bestehend aus drei Personen aus den Bereichen Kulturerbe (Elisabeth Niggemann), digitale Kommunikation (Maurice Levy) und Literatur (Jaques De Decker) einberufen. Dieser führte eine Online-Befragung und eine Anhörung im Herbst 2010 durch und legte im Jänner 2011 seinen Abschlussbericht „The new Renaissance“ vor, der Empfehlungen in finanzieller, rechtlicher und technischer Hinsicht enthält.

Die Europäische Kommission hat in der Folge am 27. Oktober 2011 eine Empfehlung zur Digitalisierung und Online-Zugängichkeit kulturellen Materials und dessen digitaler Bewahrung veröffentlicht. Diese Maßnahme trägt zur Umsetzung der übergeordneten EU-Leitinitiative Digitale Agenda für Europa bei.

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Europeana, das Onlineportal zu Europas kulturellem Erbe

Europeana - Logo

Aufbauend auf diesen Schritten wurde im November 2008 ein multimediales Online-Portal zu Europas verteiltem kulturellem Erbe der Öffentlichkeit zugänglich gemacht (anfangs mit etwa 2 Millionen Objekten). Unter www.europeana.eu haben seitdem Internet-NutzerInnen aus aller Welt freien Zugriff auf Millionen digitalisierter Texte, Bilder, Töne und Film-Aufnahmen aus Kulturerbe-Institutionen (Museen, Bibliotheken und Archiven) der EU-Mitgliedstaaten.

Das Projekt wird von der Europeana Foundation verwaltet, in der sich die wichtigsten europäischen Verbände von Bibliotheken, Archiven, Museen, audiovisuellen Archiven und kulturellen Einrichtungen zusammengeschlossen haben. Für den laufenden Betrieb der Europeana ist die niederländische Nationalbibliothek zuständig.

Bisher wurden der Aufbau und der Betrieb mit Mitteln aus EU-Programmen (z.B. eCONTENT PLUS, ICT PSP) sowie aus freiwilligen Beiträgen von Mitgliedstaaten (darunter auch von Österreich) finanziert. Der EU-KulturministerInnenrat hat zwar eine Verlängerung dieses Models bis 2013 akzeptiert, für die Zeit danach aber von der Europäischen Kommission Vorschläge für ein nachhaltiges Finanzierungsmodell gefordert.

Die Anzahl der beteiligten Kulturorganisationen und Objekte in Europeana wächst beständig. Im Dezember 2011 war die Anzahl der Objekte bereits auf 20 Millionen angewachsen. Als das 20-millionstes Objekt konnte das Gemälde „David mit dem Haupt des Goliath“ von Caravaggio aus den Beständen des Kunsthistorischen Museums Wien in die Europeana integriert werden.

Aus Österreich sind bisher Inhalte aus den Sammlungen der Österreichischen Nationalbibliothek, dem Kunsthistorischen Museum, dem Museum für Völkerkunde, dem Theatermuseum und der Österreichische Mediathek (Audios und Videos) des Technischen Museums über die Europeana abrufbar.
Von Seiten der Österreichischen Nationalbibliothek wurde 2010 in einer privat-öffentlichen Partnerschaft mit Google im Rahmen des Programms "Google Books" das ein Projekt ABO (Austrian Books Online) begonnen Im Zuge dieses Projektes werden in den nächsten 6 Jahren ca. 600.000 rechtsfreie Bücher digitalisiert und in die Europeana integriert werden.

Parallel dazu wird in Österreich das Kulturportal "Kulturpool" eingerichtet. Der Kulturpool bietet einen zentralen Zugang zu digitalen österreichischen Kulturerbe-Ressourcen. Mithilfe des Kulturpools können Museen, Bibliotheken und Archive übergreifend durchsucht und im Detail erforscht werden.
Der Kulturpool wird darüber hinaus als zentraler Datenlieferant digitalen österreichischen Kulturerbes für die Europäische Digitale Bibliothek Europeana dienen und damit einen wichtigen Beitrag zur Verbreitung österreichischen Kulturerbes auf europäischem Niveau leisten.

Links

Für weitere Informationen zur Digitalisierung des kulturellen Erbes
irene.hyna@bmukk.gv.at

Geändert am 10.01.2012

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