Neue Kompetenzen für neue Beschäftigungen: Sofortige Maßnahmen

Ein Bericht der Experten/innengruppe "Neue Kompetenzen für neue Beschäftigungen" vorbereitet für die Europäische Kommission

Zusammenfassung

Neue Kompetenzen für neue Beschäftigungen: Sofortige Maßnahmen

Das Verbessern und Erweitern der Fähigkeiten und Kompetenzen von Menschen, um den Berufsanforderungen von morgen gerecht zu werden, ist eine der größten Herausforderungen Europas. Die Beschäftigungsrate innerhalb der EU zeigt deutlich, dass hoch qualifizierte Menschen eine deutlich höhere Beschäftigungsquote haben – nämliche 85% - als jene, die eine mittlere Qualifizierung aufweisen (70%) und jene, die niedrig qualifiziert sind mit 50%. Nahezu ein Drittel der Menschen in der EU (77 Millionen) sind niedrig oder gar nicht qualifiziert. Zusätzlich zur Schaffung und Verbesserung von Qualifikationen ist es besonders wichtig, dass die Menschen über die richtigen Kompetenzen und Qualifikationen verfügen und diese optimal auf die verschiedenen Arbeitsplätze abgestimmt sind. Es wird erwartet, dass sich in der nächsten Dekade rund 80 Millionen Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten ergeben, inklusive 7 Millionen neu geschaffener Jobs. Um den Herausforderungen der Wirtschaftskrise, mit derzeit rund 23 Millionen Beschäftigungslosen, und der Vision der Europa 2020 Strategie gerecht zu werden, haben die Experten/innen vier Handlungsfelder identifiziert.

  • Es müssen bessere Anreize für Arbeitgeber/innen und Einzelpersonen für einen Ausbau der Qualifikationen geliefert werden.
    Zwei Beispiele hierfür sind, Lerngutscheine und Lernkonten, die in einigen Ländern erfolgreich als Pilotprojekte gelaufenen sind. Neben Anreizen für Arbeitgeber/innen und Einzelpersonen geht es ebenso um die Verbesserung von öffentlichen Institutionen (insb. AMS) und Aus- und Weiterbildungsanbietern, die sich zu innovativen, flexiblen und modernen Serviceanbietern entwickeln sollen. Auf der anderen Seite wird sowohl an die Eigenverantwortung des Individuums wie auch an die der Betriebe appelliert.
  • Die Welt der allgemeinen und beruflichen Bildung muss sich öffnen, indem Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen innovativer werden und verstärkt auf die Bedürfnisse der Lernenden und der Arbeitgeber/innen eingehen.
    Weiterhin müssen einschlägige Qualifikationen entwickelt werden, deren Schwerpunkt auf konkreten Lernergebnissen liegt (z.B. EQF). Die Kooperation zwischen Aus- und Weiterbildungsanbietern und Arbeitgeber/innen sollte sich intensivieren, um eine bestmögliche Übereinstimmung der Qualifikationen der Menschen, an die Anforderungen des Arbeitsmarktes sicherzustellen.
  • Es muss ein verbesserter Kompetenz- und Fähigkeitenmix angeboten werden, der den Anforderungen des Arbeitsmarktes besser entspricht.
    Dabei geht es nicht nur um akademische und berufliche Qualifikationen sondern auch um die Förderung von Fähigkeiten wie Kreativität, Innovation, Unternehmergeist und digitale Qualifikationen. Um diese Ziele zu erreichen, muss eine qualitativ hochwertige Lehrer/innenausbildung angeboten werden und Lehrende müssen ihre Kompetenzen und Fähigkeiten kontinuierlich erweitern und erneuern.
  • Kompetenzen und Fähigkeiten, die in Zukunft benötigt werden, müssen besser antizipiert werden.
    Professionelle Arbeitsmarktinformationsmechanismen sollten auf nationaler und europäischer Ebene stärker etabliert werden, um einen besseren Überblick über Qualifikationsanforderungen und Angebot und Nachfrage an den Arbeitsmärkten zu erhalten. Dazu gehört auch ein internationaler Informationsaustausch, ein Frühwarnsystem und klare und transparente Regeln für die Annerkennung von Diplomen (speziell von Migrant/innen).

Die Expert/innen messen dem Ausbau von Überprüfungsmechanismen zum Monitoring der Fortschritte (z.B. die Zusammenarbeit von Aus- und Weiterbildungseinrichtungen und Arbeitgeber/innen), der Weiterentwicklung des Europasses, der Entwicklung des neuen Onlinedienstes „Match and Map“, der Nutzung der schon bestehenden europäischen Instrumente wie EQF und der Entwicklung von neuen Indikatoren, um beispielsweise Querschnittskompetenzen messen zu können, hohe Bedeutung bei.

Geändert am 16.03.2010

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