Joseph Jaubert (1754 – 1824, französischer Moralist) hat einmal gesagt, „Kultur ist nichts Sichtbares, sondern das unsichtbare Band, das die Dinge zusammenhält.“ Ganz in diesem Sinne verstehen wir unsere vornehmliche Aufgabe darin, die Rahmenbedingungen für dieses unsichtbare Band zu schaffen, indem wir uns mit den sichtbaren Ausprägungen des kulturellen Lebens beschäftigen und diese fördern.
Das kulturelle Leben Österreichs findet auf vielen Ebenen und in vielen Formen statt. Die Palette reicht von privaten Initiativen, über Vereine, von Gemeinden, Städten oder Bundesländern getragene Kulturbetriebe bis zu den großen Kulturinstitutionen des Bundes. Sie umfasst aber ebenso Büchereien, Musik- und Tanzgruppen, Theater, Oper wie auch die Erhaltung und Pflege von geschichtlich oder künstlerisch bedeutsamen Objekten. All das sind die Fäden des Bandes, von dem Jaubert spricht, und dessen Gesamtheit unsere spezifische Ausprägung von Kultur darstellt.
Entsprechend dieser Vielfalt stehen uns unterschiedliche Möglichkeiten zur Gestaltung dieser Rahmenbedingungen zur Verfügung. Die Förderungen des Bundes für regionale Museen, volkskulturelle Aktivitäten und das Öffentliche Büchereiwesen unterstützen gesamtösterreichisch relevante kulturpolitische Entwicklungen. Sie ergänzen und verstärken damit das unerlässliche Engagement Tausender in den Ländern und Gemeinden.
Die Förderung neuer Technologien zur Bewahrung und Präsentation kultureller Inhalte ebenso wie die Entwicklung, Organisation und Koordination von Programmen zur Kulturvermittlung setzen kulturpolitische Akzente. Zu Letzterem zählt vor allem die seit Jahrzehnten erfolgreiche Wien Aktion und deren jüngeres Äquivalent Europa Aktion, die Schülerinnen und Schülern aus den Bundesländern sowie aus europäischen Ländern eine vertiefende Auseinandersetzung mit unserer Bundeshauptstadt im Rahmen von kulturellen Schwerpunktprogrammen ermöglichen.
Die Arbeit endet aber nicht an den nationalen Grenzen. Neben den Aktivitäten des internationalen Kulturgüterschutzes oder des UNESCO Weltkulturerbes besteht eine enge Kooperation mit den Internationalen Bereichen des Ministeriums , welche auch Kontaktstelle für KulturpartnerInnen aus der EU und aller Welt sind, um den Austausch über gemeinsame Strategien und Entwicklungen auf internationaler Ebene zu pflegen und auch den Weg zu europäischen Förderungen zu ermöglichen."
Oft unmittelbare öffentliche Relevanz besitzt der Denkmalschutz, bei dem sich die Aufgabenstellung nicht nur auf die Einhaltung der in ganz Österreich einheitlich geltenden Richtlinien, sondern immer häufiger auf die sachkundige Beratung und Betreuung bei der Suche nach optimalen Lösungen fokussiert. Gleichzeitig stellt die Denkmalschutzabteilung der Kultursektion auch den ExpertenInnenpool für Fragen des UNESCO-Welterbes dar.
Der korrekte Umgang mit der Vergangenheit reflektiert unser soziales Gewissen und unsere soziale Moral. Dies betrifft insbesondere Fragen der Provenienz von Kulturgütern und deren Restitution in jenen Fällen, in denen Kunstwerke unrechtmäßig in den Besitz des Bundes gelangt sind.
In einigen österreichischen Kulturinstitutionen kommt dem Bund direkt oder indirekt die Rolle des Eigentümers zu, woraus sich eine sehr weitreichende Verantwortlichkeit der Kultursektion ergibt. Diese Bundeskulturinstitutionen, wie etwa die Bundesmuseen, die Nationalbibliothek, die Bundestheater, aber auch Stiftungen wie die Stiftung Ludwig, die Kiesler Stiftung oder die Leopold Museum-Privatstiftung agieren in ihrer künstlerischen und organisatorischen Gestaltung zwar eigenständig, erhalten aber zur Aufrechterhaltung ihrer Leistungen für die Öffentlichkeit substantielle Mittel aus dem Bundesbudget. Wir kontrollieren daher die wirtschaftliche Gebarung und die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben im Interesse der Republik.
Wir laden Sie ein, sich in die Information auf unseren Webseiten zu vertiefen. Sie finden dort alle relevanten Details zu den vielfältigen Aufgabengebieten der Sektion. Förderungsbedingungen, Berichte, Studien und weitere Materialien stehen auch zum Download bereit und diverse Links eröffnen den Zugang zu weiteren kulturellen Informationsquellen.
Dr. Michael P. Franz, Leiter der Kultursektion
Geändert am 19.07.2010