Prüfung der Bundestheater bezüglich der ökonomischen Wirkungen in Wien und in Gesamtösterreich

Institut für Höhere Studien (IHS)
Bernhard Felderer, Ulrich Schuh, Alexander Schnabl, Daniela Grozea-Helmenstein, Sandra Müllbacher, Sigrid Stix

Studie im Auftrag der Wirtschaftskammer Wien
Jänner 2008

Endbericht (pdf, 520 KB)

Executive Summary

Im Jahr 1999 wurden die drei Bundestheater Staatsoper, Volksoper und das Burgtheater mit seinen Spielstätten Akademietheater, „Kasino am Schwarzenbergplatz“ und Vestibül im Zuge einer Strukturreform zu Tochtergesellschaften der Bundestheater-Holding (vormals: Bundestheater-Verband) zusammengeschlossen. Die Holding befindet sich im Eigentum der Republik Österreich und ist Alleineigentümerin der Wiener Staatsoper GmbH, der Volksoper Wien GmbH und der Burgtheater GmbH. Die Bundestheater-Holding bildet mit ihren Tochtergesellschaften und der Theaterservice GmbH, dessen Mehrheitseigentümerin sie ist, den Bundestheater-Konzern. Die Theaterservice GmbH ist ihrerseits Alleinausstatterin der drei Bühnen und Eigentümerin der ART for ART Kreativ-Werkstätten GmbH.

Dass Kultur als identitätsstiftendes Merkmal einer Region eine große Rolle spielt, ist hinlänglich bekannt. Neben dem wichtigen kulturpolitischen Auftrag, der durch den Bundestheater-Konzern erfüllt wird, ergibt sich durch die drei Tochter- gesellschaften aber auch nicht zu verachtender ökonomischer Nutzen. Von den Tätigkeiten der angeführten Kultureinrichtungen können andere Sektoren durch erhöhte Nachfrage ihrer Güter profitieren.

Zu beachten ist vor allem auch der Fremdenverkehrssektor – zahlreiche TouristInnen aus dem In-, aber auch aus dem Ausland besuchen Wien unter anderem aufgrund der kulturellen Höhepunkte, die an den genannten Bühnen geboten werden. Durch den Kulturtourismus werden die Einkünfte nicht nur in den oben genannten Theatern erhöht, auch andere Sektoren profitieren davon.

Mit dieser erhöhten Nachfrage in den beschriebenen Sektoren entstehen durch die erwähnten Kultureinrichtungen – neben den ökonomisch nicht messbaren positiven Effekten (Kulturbildung) – auch positive, mess- und berechenbare ökonomische Effekte auf die Wirtschaft Wiens sowie Gesamtösterreichs. Ziel dieser Untersuchung war die Analyse der wirtschaftlichen Auswirkungen der Ausgaben der Kultureinrichtungen des Bundestheater-Konzerns.

Von den unterschiedlichen in der Literatur angewandten Methoden zur Quantifizierung von Wirkungen von Ausgaben wurde die Methode der Input-Output-Analyse ausgewählt. Mit der Input-Output-Analyse können die wechselseitig verknüpften Liefer- und Bezugsstrukturen der einzelnen Wirtschaftssektoren erfasst und in weiterer Folge quantifiziert werden. Sie ermöglicht die Berechnung direkter und indirekter Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte sowie der induzierten Effekte auf das gesamtwirtschaftliche Aufkommen an Steuern und Sozialversicherungsabgaben.

Geändert am 21.07.2008

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