Prüfung ausgewählter geförderter Kunst- und Kultureinrichtungen bezüglich ihrer ökonomischen Wirkungen in Österreich

Institut für Höhere Studien (IHS)
Bernhard Felderer, Sandra Müllbacher, Alexander Schnabl, Sigrid Stix

Endbericht (pdf, 767 KB)

Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur
Juli 2008

Executive Summary

Dass Kunst und Kultur als identitätsstiftendes Merkmal einer Region eine große Rolle spielen, ist hinlänglich bekannt. Kunst- und Kultureinrichtungen bewirken unabhängig von der positiven gesellschaftlichen Auswirkung aber auch vielfache ökonomische Effekte.
Die Ausgaben der Kunst- und Kultur(förder)einrichtungen, die Ausgaben der aufgrund des Kunst- und Kulturangebots nach Österreich reisenden Touristinnen und Touristen 1) sowie die Ausgaben der von öffentlichen Einrichtungen subventionierten Film- und Musikproduktionen erhöhen die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen. Mit dieser erhöhten Nachfrage entstehen – neben den ökonomisch nicht messbaren positiven Effekten – auch positive, mess- und berechenbare, ökonomische Effekte auf die Wirtschaft Österreichs, welche in der vorliegenden Studie für die folgenden ausgewählten Einrichtungen quantifiziert wurden:

  • Österreichische Bundesmuseen und Österreichische Nationalbibliothek
  • Ausgewählte Einrichtungen im MuseumsQuartier Wien (Leopold Museum und MuseumsQuartier Errichtungs- und BetriebsgesmbH.)
  • Theater in der Josefstadt und Volkstheater
  • Salzburger und Bregenzer Festspiele
  • Österreichischer Musikfonds, Österreichisches Filminstitut, Music Information Centre Austria (inkl. Austrian Music Export)

Den berechneten Wirkungen stehen Subventionen und Förderungen des Bundes, der Länder und Gemeinden in Höhe von etwa 139 Millionen Euro.2)3) Die vom Österreichischen Musikfonds sowie vom Österreichischen Filminstitut vergebenen Fördersummen betrugen im Jahr 2006 insgesamt etwa 9,4 Millionen Euro, wobei beachtet werden muss, dass die bewerteten Film- und Musikproduktionen auch von anderen Institutionen gefördert wurden.

Von den unterschiedlichen in der Literatur angewandten Methoden zur Quantifizierung von Wirkungen von Ausgaben wurde die Methode der Input-Output-Analyse gewählt. Mit der Input-Output-Analyse können die wechselseitig verknüpften Liefer- und Bezugsstrukturen der einzelnen Wirtschaftssektoren erfasst und in weiterer Folge quantifiziert werden. Sie ermöglicht die Berechnung direkter und indirekter Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte sowie der induzierten Effekte auf das gesamtwirtschaftliche Aufkommen an Steuern und Sozialversicherungsabgaben.

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1) Dabei konnte jedoch nicht erfasst werden, wie hoch der Anteil jener Touristinnen und Touristen ist, die auch unabhängig der Museen oder Festspiele nach Wien, Salzburg oder Bregenz gekommen wären. Eventuell kommen einzelne Personen nicht rein um eines der Bundesmuseen zu besichtigen oder um bestimmte Aufführungen zu besuchen. Da das Kunst- und Kulturangebot in Österreich aber häufig zur Destinationsentscheidung der BesucherInnen beiträgt, wurde implizit angenommen, dass die Effekte der auswärtigen BesucherInnen direkt auf den Betrieb der evaluierten Einrichtungen zurückzuführen sind.

2) Diese Summe ist exklusive der vom Österreichischen Filminstitut und vom Österreichischen Musikfonds im behandelten Zeitraum vergebenen Förderungen von etwa 8,972 beziehungsweise 0,381 Millionen Euro.
3) Quellen: Gewinn- und Verlustrechnungen der einzelnen Einrichtungen, Kunstbericht 2006 sowie Kulturbericht 2006 des BM:UKK; exklusive der vom Österreichischen Filminstitut und vom Österreichischen Musikfonds vergebenen Förderungen

Geändert am 21.07.2008

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