Foto: Rudolf Schmied/MUMOK
Das MUMOK entwickelt ein Vermittlungsprogramm mit und für gehörlose(n) SchülerInnen: Seit September 2011 experimentiert eine Gehörlosen-Schulklasse gemeinsam mit KulturvermittlerInnen und mit Unterstützung der gehörlosen Künstlerin Xiaoshu Alice Hu vor und zu Kunstwerken des MUMOK. Die Erfahrungen aus diesen Workshops fließen in ein Vermittlungsprogramm für gehörlose SchülerInnen von 12 bis 18 Jahren ein, das getestet und abschließend einem hörenden und gehörlosen Publikum von den beteiligten SchülerInnen im Juni 2012 präsentiert wird.
Ein Vermittlungsprogramm über die Beziehung von bildender Kunst, Musik und (Mutter-)
Sprache von
September 1211 bis März 2012: Singen und Musizieren mit einer Musikpädagogin führt über Klanggeschichten vor
ausgewählten künstlerischen Arbeiten im MUMOK zur praktischen Arbeit zu Musik im Atelier. Das Potential von
Mehrsprachigkeit wird gemeinsam mit einer Expertin des Sprachförderzentrums in den Mittelpunkt gestellt.
HS-, NMS- und KMS-SchülerInnen aus Wien zeichnen 2011 in Workshops in der Schule und im MUMOK nach Rundgängen und Kunstgesprächen Karten, die als Grundlage für Geräusch-, Ton- und Sprachaufnahmen in Kooperation mit gecko-art dienen. SchülerInnen-ModeratorInnen des Projekts „Wiener Radiobande“ verarbeiten diese zu einer Radiosendung für Radio Orange 94.0.
Das MUMOK bietet seit Dezember 2010 ein maßgeschneidertes Workshop-Programm für Schulklassen an, die im Rahmen der Wien-Aktion die Bundeshauptstadt und das MUMOK besuchen. Ein spezieller Webbereich für die LehrerInnen bietet Unterrichtsmaterialien rund um den Begriff „Modernität“ zur Vorbereitung auf den Museumsbesuch und Informationen zum Museum. Ein mit dem Künstler Olaf Osten gestaltetes Skizzenbuch begleitet die SchülerInnen auf ihrer Reise und ist Ausgangspunkt für ein Kunstgespräch zum Thema "Modern". Im Anschluss erweitern die Jugendlichen ihre Reisetagebücher grafisch oder malerisch im Atelier des Museums.
Mit „Box it!“ stellt das MUMOK seit Dezember 2010 LehrerInnen Informationsmaterial und Anregungen zu generellen Fragen der modernen und zeitgenössischen Kunst nach Schulstufen gestaffelt auch zum Download im Internet zur Verfügung. In einer zweiten Phase sollen SchülerInnen Interviews mit KünstlerInnen machen, die in die Materialien miteinbezogen werden und eine unkonventionelle Herangehensweise an museumsdidaktische Themen ermöglichen.
Mit diesem Vermittlungsprogramm wendete sich das MUMOK ab November 2010 an Haupt- und Kooperative Mittelschulen in Wien. Schule, Museum und der städtische Raum wurden durch Erkundungen und zeichnerische Prozesse verbunden: Die SchülerInnen erforschten im MUMOK den Weg von der Schule ins Museum und das Museum selbst und reflektierten mit Hilfe von Wegkarten, Notizen und Skizzen. Das kommunikative Potential dieser Artefakte wurde in der Schule für das Entwickeln von Gedanken und Standpunkten in Erinnerung an das Museum genutzt. Die Erfahrung der KunstvermittlerInnen des MUMOK im Umgang mit moderner Kunst und dem Zeichnen unterstützt besonders die Arbeit mit Integrations klassen und Jugendlichen mit geringen Deutsch kenntnissen.
„Jetzt übernehmen wir!“ hieß es für jene Volksschulkinder, die im Sommersemester 2010 das MUMOK kennenlernten und sich mit ihren Interessen und Fragen in das Museum einschrieben. Sie wurden mit Hilfsmitteln wie Lupe, Fernglas, Metermaß und Aufnahmegeräten für den Museumsbesuch ausgestattet und konnten ihre Entdeckungen anschließend im Atelier in unterschiedlichen Medien wie Zeichnungen, Handlungsan weisungen für das Museum und Audiodateien und kreativ umsetzen. Eine Auswahl davon wurde für andere BesucherInnen in Form einer Broschüre sichtbar gemacht.
Volksschulkinder und Erwachsene (Großeltern, -tanten und -onkel) gingen 2010 gemeinsam auf „Sehreise“ durch das MUMOK. Die Kinder, besonders solche mit Migrationshintergrund, wurden ermutigt, Personen aus ihrer eigenen Familie einzuladen. Im Atelier erarbeiteten sie Werkszeuge und Utensilien, die sie für einen Ausstellungsbesuch für notwendig hielten. Nach dem Besuch der Ausstellung, dem Ausprobieren der Materialien und dem Austausch über die Kunstwerke arbeiteten beide Altersgruppen gemeinsam im Atelier.
Geändert am 15.09.2011