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Erster "Österreichischer Baukulturreport"

Im Beisein der Bundesministerin Dr. Claudia Schmied wurde am Montag, 9. Juli 2007, von den Geschäftsführern der ARGE Baukulturreport, Dr. Hartwig Chromy und DI Volker Dienst, der "Erste Österreichischen Baukulturreport" vorgestellt, der auch als Online-Version unter www.baukulturreport.at zugänglich ist.

Ein Schuber mit sechs Einzelheften, 24 Beiträge von über 40 Experten, 56 Statements von Entscheidungsträgern aus allen baukulturell relevanten Bereichen und insgesamt rund 500 Seiten - das ist der "Österreichische Baukulturreport 2006", der erste seiner Art. "Baukultur schafft Lebensqualität", versicherte Hartwig Chromy, gemeinsam mit Volker Dienst Geschäftsführer der ARGE Baukulturreport, bei der Präsentation am Montag. Man habe bei der Statuserhebung viele Bereiche gefunden, in denen es Defizite gebe. Entsprechend umfangreich ist die Liste der Empfehlungen

"Baukultur ist eine Querschnittsmaterie", betonte Kulturministerin Claudia Schmied, deshalb sei der 2005 vom Nationalrat initiierte Report Ergebnis einer gemeinsamen Kraftanstrengung zwischen dem Kultur- und dem Wirtschaftsministerium sowie der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG). Man habe den Bericht wie im Zeitplan vorgesehen im Oktober 2006 fertig gestellt, sei jedoch danach mitten in Neuwahlen und Regierungsbildung gekommen, begründete Chromy die späte Präsentation, "aber wir haben keine Zeit verloren". Er sieht den Report als ersten Schritt für eine breite Bewusstseinsbildung auf allen Ebenen und ließ an der Bedeutung des Themas keinen Zweifel: "70 Prozent des Anlagenvermögens in Österreich wird für Bauten und Immobilien ausgegeben, 90 Prozent unseres Lebens verbringen wir in Gebäuden!"

Schmied verwies darauf, dass man nun eine öffentliche Debatte einleiten und den Report im Herbst auch im Parlament behandeln werde. Eine Empfehlung des Berichts werde man sicher umsetzen: 2008 wird es erstmals einen mit 5.500 Euro dotierten und jährlich vergebenen Baukulturpreis für realisierte Projekte (Neu- und Umbauten) geben, eine entsprechende Jury wird im Herbst erstmals zusammentreten. "Ich möchte für dieses Thema sensibilisieren, der Preis ist ein kleiner Schritt dazu", so die Ministerin. "Persönlich halte ich wenig von dirigistischen Maßnahmen." Wichtiger als neue Richtlinien und Stabsstellen sei es, Menschen zu begeistern. Im Bereich der Pädagogischen Hochschulen werde auf diese Materie künftig mehr Augenmerk gelegt, und über die BIG sei auch sichergestellt, dass entsprechende Schritte bei Bundesbauten gesetzt werden.

"Man kann zwar nicht die Schönheit eines Baus per Gesetz festschreiben, aber man kann die Qualität des Prozesses steuern", sagte Volker Dienst. Unter den Empfehlungen finden sich u.a. die Einrichtung einer Koordinationsstelle, die Bildung eines unabhängigen Fachbeirates für Baukultur, die Ausarbeitung einer Deklaration zur Baukultur als politisches Signal, die Förderung des Planungs- und Architekturexports sowie die Weiterführung des Baukulturreports (etwa im Jahr 2010). "In vielen Bereichen fehlen überhaupt noch statistische Daten, um entsprechende Schlüsse zu ziehen, das wird eine der nächsten Aufgaben sein", so Dienst.

Ganz wesentlich sei jedoch die Bewusstseinsbildung auf der Ebene von Ländern und Gemeinden und die damit einhergehenden notwendigen Maßnahmen, versicherte sein Kollege Hartwig Chromy. 22,5 Hektar werden in Österreich täglich für Siedlungsentwicklung in Anspruch genommen, so der Ex-BIG-Chef, daher müsse eine drastische Senkung des Bodenbedarfes im Vordergrund stehen. Angeregt werden u.a. verkehrspolitische Maßnahmen, regionale Entwicklungskonzepte, unabhängige Sachverständige bei Flächenwidmungs- und Gestaltungsfragen, Bewertung von Investitionen nach Lebenszykluskosten, österreichweite Vereinheitlichung der bautechnischen Bestimmungen und Forcierung nachhaltigen, ressourcenschonenden Bauens.

Quelle: APA

Geändert am 09.07.2007

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