Cannes (APA) - Der österreichische Neo-Regisseur Karl Markovics ist für seinen Debütfilm "Atmen" in der renommierten Cannes-Nebenreihe "Quinzaine des Realisateurs" am Freitagabend mit dem Preis "Label Europa Cinema" ausgezeichnet worden. Der bei den Festivals Cannes, Venedig, Berlin und Karlsbad vergebene Preis unterstützt Kinobetreiber, die den Film über längere Zeit im Programm führen. "Atmen" gilt auch als einer der Favoriten für die "Camera d'Or" für den besten Erstlingsfilm.
Mit dem "Label Europa Cinema" ist üblicherweise ein weite Verbreitung des Films in Europa verbunden. Das Label erleichtert die Vertriebsmöglichkeiten für die Verleiher und unterstützt 2.055 europäische Kinoleinwände in 31 Ländern. Vor zwei Jahren war in Cannes auch "La Pivellina" von Tizza Covi und Rainer Frimmel mit diesem Preis ausgezeichnet worden, ein Jahr zuvor hatte Götz Spielmanns "Revanche" in Berlin diesen Preis erhalten.
Das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, Filmabteilung V/3, vergibt 2011 eine Förderung mit dem
Titel „Neue Filmformate“. Ziel der Förderungen ist es, das heimische Filmschaffen im Zusammenwirken mit den
medientechnologischen Veränderungen der letzten Jahre und den damit entstandenen - und
entstehenden -
kreativen Möglichkeiten zu fördern. Gefördert werden drei Projektentwicklungen von audiovisuellen Werken (vergeben
werden 3 Förderungen à
EUR 6.000,00).
Einreichungstermin
per Post: die Unterlagen müssen bis 20. Mai
2011 in der Abteilung V/3 Film tatsächlich eingelangt sein.
Persönliche Abgabe:
zwischen 16. und 20. Mai 2011 täglich 10-16 Uhr, 1014 Wien, Concordiaplatz 2, 2. Stock
Einreichungsunterlagen
eingereicht werden kann nur EIN Projekt, Unterlagen in
4facher Ausfertigung
Einreichungsadresse
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Abteilung V/3 Film
„Neue Filmformate“ (bitte auf dem Kuvert vermerken)
Concordiaplatz 2
1014 Wien
Detailinformationen (pdf, 113 KB)
Die 6. Ausgabe des Kataloges für innovativen Film (if 10/11), herausgegeben von der Filmabteilung der Kunstsektion im Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, ist soeben erschienen. Der Katalog wird an interessiertes Fachpublikum verteilt wie auch bei nationalen wie internationalen Filmfestivals aufgelegt. Die Publikation if 10/11 dokumentiert alle von der Filmabteilung geförderten Dokumentar-, Spiel- und Avantgardefilme, die im letzten Jahr fertig gestellt wurden bzw. kurz vor der Fertigstellung sind. Neben der inhaltlichen Beschreibung der Filme, deren technischen Daten, den biografischen Angaben und Kontaktadressen zu den Regisseurinnen und Regisseuren gibt es übersichtliches Zahlenmaterial zu Budget, Preisen, Festivalteilnahmen und Verleiheinsätzen aller ab 1995 geförderten Filme.
Die online Version ist hier abrufbar.
Tizza Covi und Rainer Frimmel
Foto Copyright: Joerg Burger
36 Preise, 132 Festivalteilnahmen, Kinostarts in 28 Ländern, erster österreichischer Film, der die VIENNALE eröffnet hat, erfolgreichster künstlerischer Film des Jahres 2009 in Italien....
Die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen. Der Film von Tizza Covi und Rainer Frimmel, der seit 2009 zahllose Menschen erreicht und begeistert hat, steht für die fundamentalen Werte Menschlichkeit, Toleranz und Hoffnung.
Die Jurybegründung von CANNES, wo der Film 2009 mit dem Europa Cinemas Label ausgezeichnet wurde, verdeutlicht dies:
Our decision was unanimous. La Pivellina is a film with a big heart – a generous, unpretentious and optimistic look at society’s outcasts that makes no moral judgments. The filmmakers’ background in documentaries gives their first feature film a real naturalistic credibility, drawing the audience in and engaging them. The acting is superb. We feel the universal themes and the warmth of the crossgenerational relationships in the film could have a real impact across Europe with audiences.
LA PIVELLINA – Gefördert von der INNOVATIVE FILM des BMUKK.
Foto © Joerg Burger
Der österreichische Filmavantgardist Peter Tscherkassky wurde bei den 67. Filmfestspielen in Venedig für seinen Film "Coming Attractions" mit dem Orizzonti-Kurzfilmpreis ausgezeichnet. In der Jurybegründung heißt es:
With delicacy, humour and a wonderful feeling for rhythm the film brings together the worlds of early cinema, advertising films and the avant-garde. In doing so, “Coming Attractions” celebrates the sheer pleasures of the film medium.
Peter Tscherkassky gehört zu den wichtigsten Avantgardefilmern der Gegenwart und wurde in seinem künstlerischen Schaffen von Anfang an von der INNOVATIVE FILM des bm:ukk begleitet und unterstützt.
Wir gratulieren herzlich!
SHADOW CUTS von Martin Arnold (A 2010, 35mm, 4:30 min)
Shadow Cuts (2010)
betrachtet das Happy-End einer Cartoon-Sequenz im Rücklauf. „Wenn sich eine Maus in einen Hund verschaut, kann einiges
geschehen“: Im flimmernden und schwarz flackernden Bild beginnen sich die Augen allmählich von dem lachenden Mickey und
seinem Weggefährten Pluto zu lösen. Manchmal verschwinden sie zur Gänze. Den temporär erblindeten Figuren auf der
Leinwand stehen temporär erblindete BetrachterInnen gegenüber. Auch ihnen zerbricht die Wahrnehmung in den Dunkelphasen
der Projektion. (Martin Arnold)
MOUSE PALACE von Harald Hund und Paul Horn (A 2010, HD, 10:30 min)
Für
Mouse Palace wurde nach dem Vorbild einer existierenden Wohnung ein Appartment im Maßstab 1:10 aus Lebensmitteln gebaut
und Mäusen als Wohnraum zur Verfügung gestellt. Die Nager richteten sich in ihrem neuen Lebensraum ein und begannen
diesen aufzuessen. Der Verfallsprozess wurde von heftigen Revierkämpfen zweier Männchen begleitet. Mouse Palace ist die
Fortführung unserer Wohnserie, zu der Tomatenköpfe, Dropping Furniture und das noch zu realisierende Projekt Apnoe
zählt. Inhalt der Serie ist die Darstellung der menschlichen Existenz unter absurden Bedingungen. In Mouse Palace
nehmen Mäuse den Platz von Menschen ein. (Harald Hund & Paul Horn)
THE FUTURE WILL NOT BE CAPITALIST von Sasha Pirker (A 2010, 35mm, 19:16 min)
Ende der 1960er Jahre, als es die Zukunft noch gegeben hat, entwarf Oscar Niemeyer in Paris die
Zentrale der Kommunistischen Partei Frankreichs. Sasha Pirkers Film handelt von den Beziehungen dieses Gebäudes und
seiner futuristischen Qualitäten zur Gegenwart politischer Projekte, ökonomischer Realitäten und ästhetischer
Einstellungen. The Future will not be Capitalist wechselt zwischen nüchternen Einblicken in das alltägliche
Arbeitsleben der Beschäftigten in der Parteizentrale und Aufnahmen, die der modernistischen Formen- und Materialsprache
von Niemeyers Bau Referenz erweisen. Im Off-Text führen Kommentare und Erinnerungen des Verwalters der Zentrale durch
das Haus und zeichnen ein Bild von der aktuellen Politik einer geschrumpften Partei, die durch ihr großartiges
Hauptquartier beständig an das Idealbild ihrer selbst erinnert wird. (Christian Kravagna)
COMING ATTRACTIONS von Peter Tscherkassky (A 2010, 35mm, 25 min)
Den
avantgardistischen Film verbindet eine Seelenverwandtschaft mit dem frühen Kino – dem „Kino der Attraktionen“, wie die
Filmwissenschaft es nennt. Damit ist der „exhibitionistische“ Charakter des frühen Films gemeint: Wir sehen die stolze
Selbstdarstellung eines neuen Mediums, seiner (trick)technischen Möglichkeiten, die direkte Adressierung der Kamera,
die unverblümte Kontaktnahme mit dem Publikum. Aber auch im Werbefilm haben sich solche charakteristischen Elemente des
frühen Kinos bis heute erhalten. Auf humorvolle Weise spürt der Film Coming Attractions diesen verborgenen Bezügen
nach; in elf Kapiteln zelebrieren die Coming Attractions die Trinität von Reklamefilm, Early Cinema und Avantgarde.
(Peter Tscherkassky)
COMING ATTRACTIONS von Peter Tscherkassky (A 2010, 35mm, 25 min)
siehe
oben
DELPHINE DE OLIVEIRA von Friedl vom Gröller (A 2009, 16mm, 3 min)
Der
jüngste Film der Fotografin und Filmemacherin Friedl vom Gröller zeigt das kurze Portrait einer Frau voller
Geheimnisse. Wir blicken in ihr Gesicht, beobachten ihre Gesten und erfahren doch nichts weiter über die Person, die
somit ein perfekter Spiegel unserer eigenen Projektion bleibt. (Brigitta Burger-Utzer)
INSIDE AMERICA von Barbara Eder (A 2010, 35mm, 107min)
Der Diplomfilm von
Barbara Eder bietet einen schonungslosen Einblick in die amerikanische Seele, die sich irgendwo zwischen
Plasmafernsehern und Essensmarken wiederfindet.
Die amerikanische Hanna High School an der Staatsgrenze
zu Mexiko ist ein Ort alltäglicher Hoffnungen und Tragödien und lässt kokainsüchtige Cheerleader, patriotische
Waffenfanatiker, todeshungrige Gangs und heiratswillige Mexikanerinnen aufeinanderprallen.
Die INNOVATIVE FILM des BMUKK gratuliert herzlich!
Unter freundlicher Zurverfügungstellung der Inhaltsangaben von sixpackfilm. mehr unter: www.filmvideo.at | www.sixpackfilm.com
Foto © Joerg Burger
Der österreichische Filmavantgardist
Peter
Tscherkassky, dessen filmisches Schaffen von Beginn an von der INNOVATIVE FILM des bmukk begleitet und
unterstützt wurde, wird in der Mai/Juni-Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift
Film Comment
der Film Society of Lincoln Center als einer der weltweit 50 besten Avantgardefilmer der letzten Dekade gelistet. Auf
der von amerikanischen FilmemacherInnen dominierten Liste rangiert er als zweiter (vor ihm nur der diesjährige
Cannessieger Apichatpong Weerasethakul) Nichtamerikaner und erster Europäer auf dem hervorragenden 21. Platz.
Zusätzlich sind gleich zwei seiner Filme unter den besten 50 des letzten Jahrzehnts gelistet .
Avant-Garde Poll
Sein vielfach ausgezeichneter Film „Instructions for a Light and Sound Machine“ wurde bis dato bei 96 Festivals weltweit gezeigt.
Die INNOVATIVE FILM des BMUKK gratuliert herzlich!
Der von der INNOVATIVE FILM des BMUKK geförderte Film „LA PIVELLINA“ von Tizza Covi und Rainer Frimmel wurde Anfang Mai in Lissabon beim IndieLisboa International Independent Film Festival mit dem Prémio de Distribuição CAIXA GERAL DE DEPÓSITOS ausgezeichnet. Der Preis der portugiesischen Staatsbank ist mit 10.000 Euro dotiert und dem Vertrieb des jeweils ausgezeichneten Films in Portugal gewidmet. Der Film wurde damit bereits bei 88 Filmfestivals gezeigt und konnte insgesamt 25 Preise erringen.
In Frankreich, wo der Film im März 2010 angelaufen ist, hat er bereits 30.000 ZuseherInnen erreicht, womit die Erwartungen des französischen Verleihs übertroffen wurden. Der Film läuft derzeit auch in Belgien und in der Schweiz, ab Ende Mai in Italien und Deutschland, im Juni in Argentinien. Verleiher wurden auch in Israel, im Iran, in Brasilien, in den baltischen Ländern und in Portugal gefunden.
Der Film wurde erstmals bei den Filmfestspielen von CANNES 2009 gezeigt , wo er mit dem EUROPA CINEMAS Label ausgezeichnet wurde.
Neben LA PIVELLINA wurden im Rahmen des IndieLisboa, das als eines der besten Filmfestivals in Europa gilt, auch die österreichischen Filme „Border“ von Eni Brandner, „Lourdes“ von Jessica Hausner und „The quick brown fox jumps over the lazy dog“ von Johann Lurf gezeigt.
Sechs Tage, vier Festivalkinos, 147 Filme und Videos im Rahmen von 134 Kinovorstellungen (davon 31 Uraufführungen und 23 Österreich-Premieren), rund 100 anwesende Regisseurinnen und Regisseure, Diskussionen, Ausstellungen, Konzerte und DJ-Lines. Vom 16. bis 21. März feierte das Festival des österreichischen Films in der steirischen Landeshauptstadt zum bereits 13. Mal die ganze Vielfalt des heimischen Kinos.
Hier die Preisträger:
Der von der INNOVATIVE FILM des BMUKK geförderte Spielfilm La Pivellina von Tizza Covi und Rainer Frimmel gewann am 20. März den mit EUR 21.000 dotierten Großen DIAGONALE Spielfilm-Preis.
Die Begründung der Jury:
„Eine Frau sucht ihren Hund, findet ein kleines Mädchen
und nimmt es mit zu sich. Sie wohnt in einer Wagenburg von Zirkusleuten am Rande Roms. Menschliche Gesten sind an
diesem Ort wichtiger als bürokratische Verhaltensregeln. Mit der gleichen Zärtlichkeit, mit der man sich hier um das
fremde Kind kümmert, beobachten die Filmemacher das improvisierte Zusammenleben. Gedreht an Originalschauplätzen und
mit den dortigen Bewohnern entwickelt der Film mit seiner dokumentarischen Herangehensweise, eine unmittelbare Nähe zu
seinen Figuren, der auch wir uns nicht entziehen konnten. Um es pathetisch auszudrücken: Uns ist das Herz aufgegangen.“
Bester österreichischer Dokumentarfilm, ebenfalls mit EUR 21.000 dotiert, wurde Hana, dul, sed… von Brigitte Weich und Karin Macher.
Die Begründung der Jury:
„Den Regisseurinnen Brigitte Weich und Karin Macher gelingt in ihrem Debütfilm ein einmaliger
Blick auf ein verschlossenes Land. Ein Porträt von vier nordkoreanischen Fußballnationalspielerinnen wird im Laufe des
Films auch zu einem spannenden Porträt eines Landes, in dem der Personenkult zur Staatsform geworden ist. Ein
geglücktes Zusammenspiel von Bildgestaltung und Montage ermöglicht einen unerwarteten Zugang zu diesen Frauen und ihrem
Land. Die emanzipatorische Funktion der Fußballkarriere für die Frauen als auch ihre staatstragende Rolle als Heldinnen
des Landes werden in ihrer Zwiespältigkeit deutlich. Die nordkoreanische Monumentalarchitektur wie auch Einblicke in
Kinderhorte und Familienplanung, mitreißende Sportdarstellungen, koreanische Musik und propagandistische Wandmalereien
finden Eingang in den Film. Die große Nähe zu den Protagonistinnen, die offenen Gespräche und entspannten
Alltagssituationen verbinden dieses Kaleidoskop an ungewöhnlichen Impressionen zu einem intensiven und mitreißenden
Filmerlebnis. Dieses Erlebnis möchten wir mit dem Großen Preis der Diagonale für Dokumentarfilm würdigen.“
Die anderen PreisträgerInnen im Überblick:
Diagonale-Preis Innovatives Kino der Stadt Graz (€ 10.500):
Sabine
Marte für B-star, untötbar! reloaded
Diagonale-Preis der Jury der Diözese Graz-Seckau (€ 4.000):
Juliane
Großheim für Die Kinder vom Friedrichshof
Diagonale-Preis der Jugendjury des Landes Steiermark (€ 5.500) :
Hüseyin
Tabak für Kick Off
Diagonale-Preis Schnitt des Verbandes Film- und Videoschnitt aea (je € 2.000):
Gerhard Fillei und Joachim Krenn für South (Spielfilm) und
Michael Palm für Jobcenter (Dokumentarfilm)
Diagonale-Preis Bildgestaltung des Verbandes Österreichischer Kameraleute AAC (je € 2.000):
Christian Berger für Das weiße Band (Spielfilm) und Peter
Schreiner für Totó (Dokumentarfilm)
Diagonale Publikumspreis (€ 3.000): Hüseyin Tabak für Kick Off
Preis Innovative Produktionsleistung der VAM Verwertungsgesellschaft für audiovisuelle Medien
GmbH (insgesamt: € 25.000):
Neue Sentimentalfilm für Plastic Planet (€ 5.000)
Dor Film für Der Knochenmann und Wüstenblume (€ 10.000)
wega Film für Das weiße Band (€ 10.000)
Wir gratulieren allen PreisträgerInnen herzlich!
Detaillierte Infos zu den
Preisen und Fotos finden sich unter www.diagonale.at/presse
Die INNOVATIVE FILMFÖRDERUNG des bm:ukk hat 2009 insgesamt 62 Filmprojekte im Gesamtausmaß von
rund 2,1 Mio Euro gefördert. Im Bereich der Herstellungsförderung konnten damit 10 Spielfilme, 28 Dokumentarfilme und
24 Avantgarde-filme unter Einsatz von 1,35 Mio Euro unterstützt werden. Für die Entwicklung wurden 245.000 Euro
ausgeschüttet, für den Bereich Drehbuch 41.900 Euro. Für die Verwertungsförderung wurden weitere 432.000 Euro zur
Verfügung gestellt. 2009 wurde von der Filmabteilung des bm:ukk die Rekordeinreichzahl von 376 Anträgen bearbeitet, die
Empfehlungsquote des Filmbeirats betrug 41%.
Die Innovative Filmförderung unterstützt auf Basis des
Kunstförderungsgesetzes innovative Spiel-, Dokumentar-, Experimental- und Kurzfilme für die primäre Auswertung im Kino.
Der neue Katalog der INNOVATIVE FILM ist im Dezember erschienen und kann online
hier eingesehen werden.
Der von der INNOVATIVE FILM des bm:ukk geförderte Film LA PIVELLINA des Regieduos Tizza Covi und Rainer Frimmel wird bei der VIENNALE 2009 als Eröffnungsfilm laufen. Damit wird das Wiener Filmfestival zum ersten Mal in seiner Geschichte mit einer österreichischen Produktion eröffnet. Die internationale Premiere hatte der Film mit großem Erfolg beim heurigen Festival in Cannes erlebt. Nach ihrem Dokumentarfilm Babooska, in dem sie einer Artistenfamilie quer durch Italien folgten, ist La Pivellina der erste, mit Laiendarstellern realisierte Spielfilm von Tizza Covi und Rainer Frimmel. Im Mittelpunkt der Erzählung steht ein kleines alleingelassenes Mädchen, genannt „La Pivellina‘‘, das von einer Zirkusfamilie gefunden und aufgenommen wird. La Pivellina ist ein unsentimentaler Film über Zivilcourage und den Zusammenhalt am Rande der Gesellschaft.
Bei der feierlichen Eröffnung am 22. Oktober im Gartenbaukino werden die Regisseure sowie Darsteller des Films anwesend sein. Ebenso Gast am Eröffnungsabend, neben einer Reihe weiterer Filmgäste, wird die Schauspielerin Tilda Swinton sein, der das Festival in diesem Jahr ein Tribute widmet.
Jessica Hausner konnte mit ihrem Film "Lourdes", der sich mit dem Widerspruch vom Glauben an das Gute im Angesicht von Willkür und Vergänglichkeit beschäftigt, in vier Nebenwettbewerben bei den Filmfestspielen in Venedig reüssieren. Folgende "Premi Collaterali" wurden dem Film zuerkannt:
Premio FIPRESCI
miglior film Venezia 66 a Lourdes di Jessica
Hausner
Premio SIGNIS
a Lourdes di Jessica Hausner
Premio La Navicella – Venezia Cinema
a Lourdes di Jessica
Hausner
Premio Brian
a Lourdes di Jessica Hausner
Dieser Erfolg ist ein weiterer Beweis für das national wie international anerkannte, hochwertige Filmschaffen in Österreich, das 2009 mit insgesamt sechs Koproduktionen bei den Filmfestspielen von Venedig vertreten war (darunter zwei der von der INNOVATIVE FILM des BMUKK geförderte Filme: Totó von Peter Schreiner und Domaine von Patric Chiha).
LOURDES von Jessica
Hausner [coop99 filmproduktion, Essential Films (D), Société parisienne de production (F)]
Hergestellt
mit Unterstützung von: Österreichisches Filminstitut, ORF, Filmfonds Wien, Land Niederösterreich
Die Filmabteilung des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur verzeichnete im
Rahmen des zweiten Filmbeirats 2009 einen neuen Einreichrekord.
In einem zweitägigen Sitzungsmarathon
am 14. und 15. Juli und einem Sonderhearing am 12. August wurden vom Filmbeirat aus 100 Anträgen insgesamt 44 Projekte
zur Förderung ausgewählt, die mit rund einer Million Euro dotiert wurden.
Kulturministerin hoch erfreut über großen österreichischen Erfolg in Cannes
"Die heutige Preisverleihung in Cannes ist ein beeindruckender Erfolg für die österreichischen Filmschaffenden. Ich gratuliere speziell Michael Haneke zur Goldenen Palme für sein herausragendes künstlerisches Werk und Christoph Waltz zum Darstellerpreis für seine großartige Leistung. Der Siegeszug des heimischen Films setzt sich durch den heutigen Triumph weiter fort. Die ausgezeichneten Künstler haben sich diesen Erfolg aufgrund ihrer Leistungen mehr als verdient. Auch die Auszeichnung des Films 'La Pivellina' zum besten europäischen Film durch Europa Cinema ist hoch erfreulich", so Kulturministerin Claudia Schmied.
"Natürlich ist der heutige Erfolg auch erneut ein Zeichen an alle Verantwortungsträger in der Filmförderung - Bund, Länder aber auch den ORF - den Weg des filmpolitischen Aufbaus weiterzuführen um das große kreative Potenzial der Filmschaffenden in Österreich bestmöglich zu unterstützen und zu nutzen. Nach der Erhöhung des ÖFI-Budgets von 9,7 Millionen Euro auf 15,5 Millionen Euro und die Verdoppelung der innovativen Filmförderung auf zwei Millionen Euro gilt es von allen Beteiligten weitere Schritte für den Filmstandort Österreich zu setzen", so Schmied abschließend.
Wien, 24.5.2009
Die Einladung nach Cannes für die beiden österreichischen Filme „Das weisse Band“ von Michael Haneke und „La Pivellina“ von Tizza Covi und Rainer Frimmel zeigt erneut, welch unglaubliche Bandbreite der österreichische Film aufweist und welche Bedeutung dem österreichischen Filmschaffen auf internationaler Ebene beigemessen wird .
Mit „La Pivellina“, der von der INNOVATIVE FILM des bm:ukk gefördert wurde, wird nach 14 Jahren erstmals wieder ein österreichischer Film in der besonderen Reihe „Quinzaine des Réalisateurs“ gezeigt!
„La Pivellina“ glänzt durch bezaubernde Leichtigkeit und erzählt eine berührende Geschichte von Menschen, die trotz ihrer kargen Lebensumstände von einem ansteckenden Altruismus geprägt sind. Der Film spielt in einer kleinen Artistenkolonie am Stadtrand von Rom. Dort wird das zweijährige Mädchen Asia ausgesetzt und von Patti, einer Schaustellerin, gefunden. Patti, ihr Mann Walter und deren dreizehnjähriger Neffe Tyron machen sich auf die Suche nach der Mutter des Kindes. Eine Geschichte von Courage und Diskriminierung, von Verlust und Zusammenhalt. Ein Blick hinter den Wellblechzaun einer gated community, deren gelebte, soziale Kompetenz paradigmatisch für alle stehen könnte.
Wir gratulieren Tizza Covi und Rainer Frimmel ganz herzlich und halten Michael Haneke den Daumen für den Wettbewerb!
„März“ von Händl Klaus bei Bozner Filmtagen als bester Spielfilm prämiert
Der von der INNOVATIVE FILM des bm:ukk geförderte Spielfilm „März“ von Händl Klaus wurde bei den am 26. April zu Ende gegangenen Bozner Filmtagen ex aequo mit „Un altro pianeta“ von Stefano Tummolini zum besten Spielfilm gekürt.
Die internationale Jury, bestehend aus Simone Hanselmann, Karl Baumgartner und Angelo Signorelli, begründete die Entscheidung folgendermaßen:
"März" von Händl Klaus ist eine sehr dramatische Geschichte über den Freitod junger Menschen, die sich vor allem über das Nichtgesagte, das Schweigen, die Auslassungen erzählt.“
Einigkeit herrschte darüber, dass beide Filme in ihrer Unterschiedlichkeit eine gleichwertige Qualität besitzen.
Der Filmbeirat der INNOVATIVE FILM im bm:ukk hat bei seiner letzten Sitzung insgesamt 47 Förderungen im Gesamtausmaß von rund 1 Million Euro ausgesprochen. Aufgrund der enormen Zahl an Einreichungen – insgesamt wurden 91 Anträge behandelt – musste die Auswahlsitzung des Filmbeirats auf zwei Tage (31. März und 1. April) ausgedehnt werden.
Die Innovative Filmförderung unterstützt auf Basis des Kunstförderungsgesetzes innovative Spiel-, Dokumentar-, Experimental- und Kurzfilme für die primäre Auswertung im Kino.
Das BMUKK / Filmabteilung hat auch 2009 wieder zwei Förderungspreise und einen Würdigungspreis gestiftet. Die Preisträger wurden von einer Expertenjury ausgewählt und im Rahmen der Diagonale Graz durch Frau Bundesministerin Dr. Claudia Schmied überreicht.
Jury Förderungspreise 2009
Martina
Kudlacek
Michael Pilz
Michaela Grill
Die Förderungspreise 2009 – dotiert mit je EUR 8.000 - erhielten
Billy Roisz für innovative Leistungen im Bereich Experimentalfilm
Die Videos von Billy Roisz sind audiovisuelle Miniaturen, die auf singuläre Weise Minimalismus und Opulenz vereinen. Die Reduktion auf einzelne geometrische Figuren in der Bildsprache ermöglicht es den BetrachterInnen sich auf einen Tanz der eigenen Retina zwischen der zweidimensionalen Welt der Leinwand und der dreidimensionalen Welt der zerebralen Wahrnehmungsleistung einzulassen. Formen und intensive Farben erzeugen einen Bilderrausch jenseits unseres Vorstellungsvermögens. Unterstützt wird die soghafte Wirkung dieser Arbeiten durch die Aufmerksamkeit, die dem Ton in den Videos zuteil wird: Musik und Bild treffen als gleichwertige Partner aufeinander. Ihre radikalen, wahrnehmungserweiternden Experimente ermöglichen uns ein lustvolles Erleben unserer eigenen Sinneswelt. Gleichzeitig hinterfragen und erschüttern sie unsere erlernten Seh– und Hörgewohnheiten. Das Eintauchen in die audiovisuelle Welt von Billy Roisz wird mit der Stärkung des eigenen Ichs belohnt.
und
Peter Schreiner für innovative Leistungen im Bereich Dokumentarfilm
Ruhe zu bewahren ist eine Kunst. Die handwerklich präzise Arbeit nimmt sich jede gestalterische Freiheit und alle Zeit der Welt. Seine Filme sind wie eine Innenschau, die langsam unsere Sinne öffnet und uns einen veränderten Blick auf die alltägliche Welt schenkt. Das Kino des Peter Schreiner vermittelt eine Erfahrung der Zeit. Es berührt durch ein waches Miterleben des Filmemachers, der die Dinge geschehen lässt und mit scheinbarer Leichtigkeit offen und sperrig zugleich in ihrer Komplexität zusammenfügt. Peter Schreiners Filme handeln von Veränderung, von Verlust und vom Überleben. Die Zusammenarbeit mit seinen ProtagonistInnen zeichnet Würde und gegenseitige Achtung aus. Sein formal durchdachtes und eigenwillig beharrendes Kino gibt Funken von Licht und Kraft. Seine Arbeit ist eine Ermutigung.
Jury Würdigungspreis 2009:
Peter Roehsler
Antonin Svoboda
Emily Artmann
Den Würdigungspreis 2009 – dotiert mit EUR 15.000 - erhielt
Götz Spielmann, Regisseur des oskarnominierten Films "Revanche"
Götz Spielmann steht für ein aufregend stilles Kino, das den Blick durch den Wasserspiegel in die Tiefe der Sehnsüchte und Träume seiner Figuren wagt. Auf unmissverständliche Weise zeugt sein Schaffen als Regisseur, Autor und Produzent von einem österreichischen wie universellen Geschichtenerzählen, dass sich kreisend um die Frage nach unserer menschlichen Existenz bewegt und wie kaum ein anderer den betäubten menschlichen Willen sichtbar macht.
Vom 28. August – 6. September 2009 findet in Asolo (Treviso) das 28. Asolo Art Film Festival statt, das Filme und Videos über Kunst und Künstler in den Mittelpunkt stellt. Einsendeschluss für Beiträge ist der 15. Mai 2009. Nähere Informationen sind auf www.asolofilmfestival.it zu finden.
Ein Jahr nach dem Auslandsoskar für Stefan Ruzowitzkys "Die Fälscher" ist es wieder einer österreichischen Produktion gelungen, in der Kategorie "Bester nicht-englischsprachiger Film" für den Auslandsoscar nominiert zu werden!
Der in Wien und im Waldviertel gedrehte Film ist ein spannendes Drama um Liebe, Tod und Rache.
"Revanche" (hergestellt mit Unterstützung von: Österreichisches Filminstitut,
ORF-Film-/Fernsehabkommen, Filmfonds Wien, Land NÖ)
Der bereits mehrfach international und national
ausgezeichnete Film erhielt u.a den Großen Diagonalepreis 2008 in der Kategorie Bester Spielfilm, wurde von der
internationalen Vereinigung der Filmkritiker mit dem Fipresci-Preis für den Besten Film unter den diesjährigen
Oscar-Einreichungen als auch in Tromsö (Norwegen) mit dem Aurora Preis prämiert.
Der 81. Academy Award wird am 22. Februar in Los Angeles verliehen.
Der Spielfilm März von Händl Klaus erhielt in Locarno den Silbernen Leoparden für das beste Erstlingswerk, den Berner Filmpreis und eine weitere Auszeichnung in Sarajewo. Dem Film In die Welt von Constantin Wulff wurde in Duisburg der 3-sat Dokumentarfilmpreis verliehen, Gangster Girls von Tina Leisch erhielt eine Lobende Erwähnung auf der VIENNALE, Night Still von Elke Groen erhielt in Jilava den Preis für den besten Avantgardefilm sowie den Großen Preis in Ljubljana und erhielt nach der BERLINALE bisher knapp 30 internationale Festivaleinladungen. Vertigo Rush von Johann Lurf erhielt bisher sechs internationale Auszeichnungen und wird weiterhin von internationalen Festivals heftig nachgefragt. Patric Chihas Film HOME hatte, mit besten Kritiken in Cahiers du Cinema, Le Monde und Liberation, nun auch in Frankreich seinen Kinostart.
Die Innovative Filmförderung unterstützt auf Basis des Kunstförderungsgesetzes innovative Spiel-, Dokumentar-, Experimental- und Kurzfilme für die primäre Auswertung im Kino.
Im Jahr 2008 gab es bei der Innovativen Filmförderung (IF) des bm:ukk rund 330 Anträge zur Filmentwicklung, -herstellung und -verwertung.
15% der vergebenen Gesamtsumme ging in den Avantgardefilm, dem Aushängeschild der österreichischen Cinematographie, 31% gingen an den Spielfilm, eine Steigerung um fast 70%, 54% gingen an den Dokumentarfilm. Täglich werden irgendwo auf der Welt, sieben dieser Filme gezeigt.
Der Filmbeirat von IF hatte zu den drei Terminen 221 Anträge zu behandeln, 46% der Anträge wurden zur Förderung empfohlen. Davon fielen 41 Projekte in den Bereich Nachwuchsfilm (die Zusagequote entwspricht 45%).
2008 wurden 45 Kurzfilme (bis 69 Minuten) und 25 Langfilme (darunter vier Spielfilme) - insgesamt also 70 Filme gefördert.
Von den 32 österreichischen Filmen, die 2007 erstaufgeführt wurden, sind 15 von IF (mit-)gefördert. Kinofilmpreise: von den insg. 19 ausgezeichneten Filmen sind 6 von IF gefördert.
Der künstlerische aber auch kommerzielle Erfolg der von der Filmförderung der Kunstsektion finanzierten Filme wird seit 2005 in einem Katalog dokumentiert. Nun ist die Ausgabe 2008/09 erschienen. Neben den in den letzten eineinhalb Jahren geförderten Filmen werden unter anderem auch die höchst beeindruckenden Zahlen von Festival- und Verleiheinsätzen sowie Preisen gelistet.
Der Katalog kann online hier
(pdf, 2 MB)
eingesehen werden oder über folgende Adresse bezogen werden:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Sektion VI - Kunstangelegenheiten
Concordiaplatz 2
1014 Wien
kunst.ii3@bmukk.gv.at
Jährlich steigt die Zahl der österreichischen Filme, die bei der VIENNALE zu sehen sind. Heuer zeigte die VIENNALE auch viele von der Innovativen Filmförderung mitfinanzierte Produktionen.
Neben dem bereits mehrfach ausgezeichneten Spielfilm „März“ von Händl Klaus sind es Dokumentarfilme wie „Gangster Girls“ von Tina Leisch, „Loos Ornamental“ von Heinz Emigholz, „In die Welt“ von Constantin Wulff oder „Das Schreiben und das Schweigen“, ein Film über Friederike Mayröcker, von Carmen Tartarotti.
Im ersten Halbjahr 2008 gab es bei der Innovativen Filmförderung (IF) des BMUKK insgesamt 203 Anträge zur Filmentwicklung, -herstellung und -verwertung.
Die Innovative Filmförderung unterstützt auf Basis des Kunstförderungsgesetzes in¬novative Spiel-, Dokumentar-, Experimental- und Kurzfilme für die primäre Auswer¬tung im Kino.
Im Jahr 2007 wurde das Budget um 100% auf € 2 Mio erhöht.
Knapp ein Drittel der vergebenen Gesamtsumme ging in den Avantgardefilm, dem Aushängeschild der österreichischen Cinematographie – täglich werden sieben Filme dieses Genres irgendwo auf der Welt gezeigt.
Der Filmbeirat von IF hatte zu den beiden Terminen seit Jahresbeginn 142 Anträge zu behandeln, 45% der Anträge wurden zur Förderung empfohlen. Davon fielen 41 Projekte in den Bereich Nachwuchsfilm (Zusagequote auch hier 45%). Von der bis¬her vergebenen Fördersumme von rund € 1.585.000 gingen allein € 963.000 in die Nachwuchsfilmförderung.
2008 wurden bisher 30 Kurzfilme (bis 69 Minuten) und 23 Langfilme (darunter auch drei Spielfilme) gefördert.
Mit einer äußerst hohen Quote an positiven Entscheidungen dokumentiert IF nicht nur die extensive Nachwuchspflege sondern ermöglicht zugleich den großen Pool an Talenten, die den internationalen Erfolg des Österreichischen Films ausmachen.
Wir freuen uns über die Preise für MÄRZ, das Spielfilmdebut von Händl Klaus!
Der Filmemacher und Theatermacher Händl Klaus spürt in MÄRZ der schmerzhaften Leere nach, die nach dem unerklärlichen Selbstmord dreier junger Männer durch den Alltag der Hinterbliebenen streift.
„Die Jury vergibt den Leoparden für den besten Erstlingsfilm
an MÄRZ von Händl Klaus für die mutige und eigenwillige Annäherung an ein wichtiges Thema, für seine intelligente
Erzählweise und die subtile Schauspielführung.“
Begründung der Jury für „Best First Feature“
Der Film wurde in der Herstellung von Cine Tirol, dem Land Tirol und Innovative Film, in der Verwertung zusätzlich vom FFW gefördert.
Weitere Infos und ein Interview mit Händl Klaus unter www.afc.at.
Geändert am 23.05.2011