Salzburg, 31. Juli 2011
(Es gilt das gesprochene Wort!)
Sehr geehrte Damen und Herren!
Werter Maestro Abreu!
Kulturministerin Dr. Claudia Schmied, José Antonio Abreu (Foto: Aleksandra Pawloff)
Ihre venezolanische Jugendorchester-Bewegung gehört zu den Kulturschätzen unserer Erde.
Ihre Arbeit mit jungen Menschen ist für uns bespielgebend. Die Musik ist nicht nur eine schöne Kunst, sondern sie trägt auch zur ästhetischen Formung des Menschen bei. Sie hat eine soziale Funktion, das ist Ihr Credo, Maestro.
Es war Ihre Emotion, Ihre Kraft und Ihr umfassendes Talent als Politiker, als Musiker, als Ökonom und als Visionär, geschätzter Maestro Abreu, die zu solch einer Bewegung fähig waren.
Damit dieses Verselbstständigen eines Projekts möglich wird, dieses sich Hinausentwickeln über seinen Schöpfer, muss es eine besondere Qualität besitzen.
Diese Qualität ist das authentische, das wahre Verständnis von Kunst.
Sie, verehrter Herr Abreu, sind ein Visionär.
Es ist die erste Aufgabe einer Gesellschaft im Sinne der Aufklärung, den Menschen Bildung zu ermöglichen. Hoffnungen und Träume sollen Wirklichkeit werden.
Kunst steht immer für Hoffnung und Träume.
Es ist eine besondere Freude für mich, dass wir in Österreich an den Aktivitäten des Simon Bolivar Orchesters in Form von Gastspielen und durch den bilateralen Lehreraustausch unserer beider Länder teilhaben können.
Mein Besuch bei Ihnen, Maestro, in Venezuela beim Jugendorchester und in den Nucleos ist mir in unvergesslicher Erinnerung. Wer in die Gesichter der musizierenden Jugendlichen blicken darf, erlebt einen Zauber, dem man sich nicht entziehen kann.
Sie haben mit der musikalischen Kinder- und Jugendförderung in Venezuela, der „El Sistema“, weltweit vorgezeigt, dass mit der Musik nicht nur die Seelen der Kinder und Jugendlichen berührt werden, sondern vor allem soziale Armut gedämpft und neue Chancen durch Selbstvertrauen eröffnet werden.
Die „El Sistema“ ist eine Erfolgsgeschichte, die es ohne Sie, verehrter Maestro, nicht gäbe.
Und „El Sistema“ hat die Qualität, die Welt ein wenig zu verbessern.
Und das ist Ihr Verdienst!
Ich freue mich und fühle mich geehrt, Ihnen Maestro Abreu hier und heute das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse überreichen zu dürfen.
Geändert am 13.10.2011