Venedig, Arsenale, 26.08.2010, 18:00

Rede von Bundesministerin Dr. Claudia Schmied zur
Eröffnung der Performance-Installation „LONGING FOR....“ anlässlich der 12. Architekturbiennale im „Arsenale“
am 26. August 2010 um 18 Uhr

(es gilt das gesprochene Wort!)

Sehr geehrte Frau Pöchhacker,
sehr geehrte Künstlerinnen und Künstler,
meine Damen und Herren,

welches Gebäude Venedigs könnte besser den Grundgedanken von Architektur und Bewegung verdeutlichen, als das „Arsenale“.

Das „Arsenale“ wurde im 12. Jahrhundert als Schiffswerft und Flottenbasis gebaut. Wo tausende Menschen mit dem Schiffsbau beschäftigt waren, regiert heute die Kunst.

Der Perspektivenwechsel, das Einnehmen eines anderen Blickwinkels kennzeichnet auch und im besonderen Maße den Beitrag Österreichs zur 12. Architekturbiennale.

Kommissär Eric Owen Moss, dessen Arbeit wir morgen bei der Eröffnung sehen werden, verfolgt ein Konzept der Dialektik.

Er insistiert darauf, dass Bauen niemals fertig ist, dass es keinen statischen Moment gibt, sondern immer alles „under construction,“ also im Bau ist.

Es gilt, sich ständig zu bewegen, jedem Heute ein attraktives Morgen zu geben.

Der Wechsel der Perspektive, das Ineinandergreifen von Kunstdisziplinen steht im Mittelpunkt von LONGING FOR.

Choreografien schaffen Räume, gestalten und bewegen sich fort.

Wie das „Arsenale“ von der Werft zur Halle der Kunst wurde, wie der Hoffmann-Pavillon die Konzepte zeitgenössischer Kunst trägt, so konstruiert hier bei „LONGING FOR“ der Tanz neue Raum-Zeit-Strukturen.

Die Sehnsucht, so meint es der Titel der Performance, treibt uns an. Die Sehnsucht nach dem Ideal, vielleicht auch das Verlangen nach Perfektion.

Kurt Tucholsky sagte einmal: „Es gibt keine tiefere Sehnsucht als diese: die Sehnsucht nach der Erfüllung. Sie kann nicht befriedigt werden.“

Und das, genau das will uns ja auch die Verbindung von Choreografie und Architektur sagen: Dass es immer neue Räume gibt, immer neue Bewegungen, immer neue Bedürfnisse und Notwendigkeiten.

Wir freuen uns jetzt auf Bewegungen von Körpern, die neue Räume entwickeln werden.

Ich eröffne hiermit die Performance-Installation „LONGING FOR...“

Geändert am 27.08.2010

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