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Rede der Bundesministerin Dr. Claudia Schmied zur Eröffnung des 40. Carinthischen Sommers am 10. Juli 2009

(es gilt das gesprochene Wort)

Sehr geehrter Herr Bundespräsident!
Sehr geehrter Herr Landeshauptmann!
Sehr geehrter Herr Landesrat!
Sehr geehrter Herr Bürgermeister!
Sehr geehrter Herr Dr. Schlee!
Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Vor 40 Jahren betrat Neil Armstrong den Mond, tastete sich ein Stück vor und sagte „Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit.“

Im selben Jahr 1969 wurde das Musikfestival „Carinthischer Sommer“ gegründet und es war dies ein mutiger, wahrhaft kein kleiner Schritt für die Initiatorinnen und Initiatoren.

Auch war es ein bedeutender Schritt für die Kultur in Österreich. Der Carinthische Sommer hinterläßt über die Grenzen des Landes hinaus seine positiven Spuren.

Damit ein Festival so lange erfolgreich ist, muss es dem Publikum nahe sein, ohne den Anspruch an die hohe und höchste Qualität zu vernachlässigen.

Das ist dem Carinthischen Sommer bisher stets auf das Beste gelungen und wird ihm, davon bin ich überzeugt, auch heuer wieder gelingen.

Das Hauptereignis in diesem Jubiläumsjahr stellt die Kirchenoper „Passion & Auferstehung“ von Jonathan Harvey dar. Mit ihr kommt das Werk eines der Großen des internationalen Musiklebens an den Ossiacher See und erlebt hier die deutschsprachige Erstaufführung.

Jonathan Harvey wird uns auch über das Festival hinaus als „composer in residence“ am Ossiacher See erhalten bleiben. Dass dies gelungen ist, freut mich als Kunstministerin besonders, weil sich hier die Strahlkraft eines innovativen Festivals international und regional manifestiert.

Das Thema von „Passion & Auferstehung, die Leidens- und Auferstehungsgeschichte ist immer schon zentraler Inhalt für Künstler gewesen.

Denken wir nur an die Matthäus-Passion und die Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach oder, um in die nahe Vergangenheit zu gehen, an „Jesus Christ Superstar.“

Die Brüder Lumiére haben bereits 1895 einen ersten Film über das Leben Jesu gedreht, und mehr als hundert Regisseure bis hin zu Mel Gibson sind ihnen gefolgt.

Das Thema hat Literaten, Bildhauer und Maler beschäftigt. Es ist die große Geschichte der Menschheit, die wir in diesem Jahr beim Carinthischen Sommer erleben werden.

Als Ministerin habe ich es mir zur Aufgabe gesetzt, die Teilhabe Vieler an den künstlerischen Ereignissen zu fördern und zu ermöglichen.

Daher freue ich mich besonders über die Einbeziehung des Publikums in Form des „Gemeindegesangs.“ Gemeinsam wird mit dem Arnold Schönberg Chor und der Camerata Salzburg gesungen. Dies ist gelebte Partizipation.

Ein weiterer Aspekt der positiven Kulturarbeit des Carinthischen Sommers liegt in der Fortsetzung der Reihe „Kindersommer.“ Jungen Menschen die Perspektiven der Kunst zu zeigen, ist eines von vielen nachhaltigen Programmpunkten des Carinthischen Sommers, das ich besonders schätze.

Die jungen Menschen sind das Publikum von Morgen und ihr kreatives Potential gilt es zu wecken und zu fördern. Und sie haben das Recht von uns in die Vielfalt der Kultur eingeführt zu werden.

Der Carinthische Sommer verführt zum Selbermachen und Mitmachen, damit was anfangs abstrakt erscheint, konkret und erfahrbar wird.

Wenn wir uns eine Jugend der Offenheit und Kreativität wünschen, eine Jugend, die aus der Tiefe und der Emotion der Kunst lernend, einen humanistischen Weg wählt, dann müssen wir auch das Unsere dazu beitragen. Wir müssen Wegweiser aufstellen und die eigene Gestaltung fördern und zulassen.

In der Reihe cs_alternativ wird ein tolles Programm geboten, das Neues, Alternatives und Quergestrichenes bringt, wie es einem weltoffenen Festival gut ansteht.

Im Jahr 1969, als der Mensch erstmals den Mond betrat und der Carinthische Sommer zu strahlen begann, fand auch das „Woodstock-Festival“ statt.

Janis Joplin prägte ein Wort über die Hippie-Bewegung, das wir gerne auch zum Leitsatz für die Kulturszene in Österreich machen wollen: „Früher waren wir nur wenige, jetzt gibt es Massen und Massen, und Massen von uns.“

Der Carinthische Sommer mit seinem wunderbar zusammen gestellten Programm, mit seinen vielen großen Künstlern und Künstlerinnen, dem Engagement der Veranstalter und mit einem intensiv teilnehmenden Publikum trägt dazu bei, dass wir uns diesem Ziel nähern.

Freuen wir uns gemeinsam auf die Vielfalt des künstlerischen Sommers, darauf, dass das Festival weiterhin mit seiner Qualität für das zeitgenössische Kunstland Österreich strahlen wird.

Ich gratuliere den Verantwortlichen zum Jubiläum des 40. Festivals und wünsche dem Carinthischen Sommer viel Erfolg.

Geändert am 16.07.2009

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