Rede von Frau Bundesministerin Dr. Claudia Schmied zur Ausstellungseröffnung und Kunstbuchpräsentation:
Ephesos. Architektur, Monumente & Skulpturen. 30 Jahre Ephesos Museum in Wien
10. Oktober 2008, KHM

(Es gilt das gesprochene Wort!)

Sehr geehrter Herr Minister Günay,
sehr geehrter Herr Minister Hahn,
sehr geehrter Herr Direktor Seipel,
sehr geehrte Damen und Herren,

Ephesos war schon in der Antike ein bemerkenswerter Ort. Die Bilder der präsentierten Fotoausstellung „Ephesos. Architektur.Monumente & Skulpturen“ und das dazugehörige Kunstbuch zeigen, dass das auch heute noch gilt.

Ephesos war - um mit heutigen Worten zu sprechen - einst eine urbane Metropole. Sie wurde aufgrund ihres Standortvorteils und eines blühenden Tourismus schon früh zum Wirtschaftszentrum für Europa, Afrika und Asien.

Öffentliche Gelder (Stichwort: Krösus) und private Investoren kurbelten die Bautätigkeit an. Der Artemistempel – er wurde zu einem der 7 Weltwunder – war Kultstätte, fungierte aber gleichzeitig als „Bank Asiens“.

In diesem prosperierenden Klima konnte Ephesos Laboratorium für hellenische Kunst und Architektur und zur Kultur-Drehscheibe zwischen Anatolien und dem Mittelmeer werden.

Ephesos ist aber gewissermaßen auch ein Sinnbild für die Lehre Heraklits, einem seiner berühmtesten Söhne: ein Sinnbild für das Prinzip des „panta rhei“. Das bedeutet so viel wie: Alles fließt und bewegt sich weiter.

Nach dem Verfall von Ephesos ab dem 2., 3. Jahrhundert n.Chr. blieben seine Spuren lange verschollen, gingen aber nicht verloren.

Seit mehr als 100 Jahren sind auch österreichische Wissenschafterinnen und Wissenschafter führend daran beteiligt, dass wir uns heute ein Bild davon machen können, wie diese Stadt aussah.

Entstanden ist daraus eine langjährige und lebendige türkisch-österreichische Partnerschaft bei den Ausgrabungen, aber auch bei gemeinsamen kulturellen Aktivitäten:

Bei der Ausstellung des Kunsthistorischen Museums in Istanbul (Mai-September), und zuletzt bei den Vorbereitungen zur heute eröffneten Ausstellung und der Kunstpublikation anlässlich des 30jährigen Jubiläums des Ephesos-Museums in der Neuen Burg.

Ich gratuliere Herrn Ahmet Ertug zu seinen beeindruckenden Fotos, ihm und Herrn Prof. Krinzinger von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zur augenscheinlich fruchtbaren Zusammenarbeit am gemeinsamen Buch.

Ich bedanke mich auch bei Herrn Ahmet Kocabiyik, den Vorsitzenden der Borusan-Holding, für sein Engagement rund um das Ephesos Projekt, und im besonderen für die großzügige Unterstützung der Ausstellung und des Buches.

Das Kunsthistorische Museum bietet mit den antiken Originalen seiner Ephesos-Sammlung einen erstklassigen Rahmen in den die Bilder des „heutigen“ Ephesos eingebettet sind.

Ich bin geneigt hier nochmals Heraklit zu zitieren: „Die schönste Harmonie entsteht durch das Zusammenbringen der Gegensätze“.

Ich freue mich auf die Ausstellung und wünsche dem Kunsthistorischen Museum damit viel Erfolg!

Geändert am 13.10.2008

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