v. l. Bundesministerin Claudia Schmied, HVB-Präsident Gerald Schantin, Botschafter der Republik
Österreich in Deutschland, Ralph Scheide (Foto: HVB)
(Es gilt das gesprochene Wort!)
So lautet, meine sehr geehrten Damen und Herren, ein arabisches Sprichwort: „Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.“ So gesehen können wir die Frankfurter Buchmesse als eine riesige Parklandschaft verstehen, in der die geistige Flora der ganzen Welt zusammen kommt.
Wer imstande wäre, täglich ein Buch zu lesen, bräuchte mehr als tausend Jahre, um alle 400.000 Titel gelesen zu haben, die hier vorgestellt werden.
Rund hundert Länder präsentieren Blumen des geschriebenen Worts, 7.500 Aussteller haben Parkbänke des Lesens, Schauens und Hörens aufgebaut.
Ein gewaltiges Projekt rund um das Buch.
Ein Projekt, das sich ständig weiter entwickelt und neu erfindet. Und genau dort liegt auch die Vorbildwirkung dieser Frankfurter Buchmesse.
Aus dem Gastland 2009, aus China, stammt der Spruch „Kümmere dich nicht um die Zukunft und du wirst die Gegenwart betrauern.“
Hier in Frankfurt ist diese Botschaft längst verstanden worden. Mit dem neuen Schwerpunkt „Focus on creative content“ trägt die Messe dem Umstand Rechnung, dass es zu einer immer stärkeren wirtschaftlichen, technologischen und inhaltlichen Konvergenz der Medien kommt.
Das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur unterstützt im Rahmen der Leseförderung einen ähnlichen Schwerpunkt gemeinsam mit dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels.
Es geht darum über die Digitalisierung zu informieren und den Bereich der digitalen Bücher den jungen Menschen zugänglich zu machen. Bei unserer Messe, der „Buch Wien“ vom 12. bis 15. November wird ein Programmpunkt „Digitale Lesewelten“ die neuesten technologischen Entwicklungen zeigen.
Meine Damen und Herren, „Es geht uns Österreichern gut“ hier in Deutschland.
Der erste Sieger des 2005 geschaffenen Deutschen Buchpreises der Frankfurter Buchmesse war mit Arno Geiger ein Österreicher.
Der Büchner-Preis, der für Autorinnen und Autoren verliehen wird, die „an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben“ ging 2008 an Josef Winkler und 2009 an Walter Kappacher und schließlich waren auch heuer wieder 6 Österreicherinnen und Österreicher auf der 12köpfigen Shortlist des Preises des Deutschen Buchhandels.
„Die Frequenzen“ von Clemens J. Setz haben sich dann auch noch bis in die reduzierte Shortlist behauptet.
Diese Anerkennung, die österreichische Literatur in Deutschland erfährt, baut auf gegenseitigem Respekt auf.
Über 160 österreichische Verlage nehmen in diesem Jahr an der Frankfurter Buchmesse teil. Wenn sich auch Deutsche und Österreicher - wie ein oft zitierter Spruch sagt - wesentlich durch ihre gemeinsame Sprache unterscheiden, gibt es doch eine gute Schnittmenge des Verstehens und Verständnisses, gibt es die große, gemeinsame Literatur.
Ich habe die erfolgreichen österreichischen Autorinnen und Autoren erwähnt.
Würdigen möchte ich auch die Verlegerinnen und Verleger, die sich um deren Werke kümmern, sie der Öffentlichkeit zugänglich machen und ins rechte Licht setzen. Und den Buchhändlerinnen und Buchhändlern will ich danken, die sich mit vollem Herzen für das geschriebene Wort einsetzen.
Sie alle, wir alle sind der Literatur eng verbunden und wollen ihre Wurzeln stärken, um die Blütenpracht des Büchergartens auch in Zukunft bewundern und genießen zu können.
Ich wünsche dem österreichischen Buchhandel ökonomische Erfolge und regen Besuch am Gemeinschaftsstand, den ich mit Freude eröffne.
Der österreichische Gemeinschaftsstand auf der Frnakfurter Buchmesse 2009 (Foto: HVB)
v. l. Michael Kernstock (WKÖ), HVB-Präsident Gerald Schantin, Bundesministerin Claudia Schmied,
Christoph Sturm (AWO) (Foto: HVB)
Geändert am 14.10.2009