Linz, Pädagogische Hochschule Oberösterreich, 23.06.2010

Rede der Frau BM Dr. Claudia Schmied zur Inauguration von Frau Dr. Ulrike Greiner zur Rektorin der Pädagogische Hochschule Oberösterreich

(es gilt das gesprochene Wort!)

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann!
Sehr geehrter Herr Vorsitzender des Hochschulrats!
Sehr geehrte Frau Vizepräsidentin, liebe Brigitte!
Sehr geehrte Frau Rektorin!
Sehr geehrte Vizerektorinnen!
Sehr geehrter Herr Professor Forthuber!
Sehr geehrte Festgäste!

"Es muss eine Auszeichnung sein, Lehrer werden zu dürfen" – das haben Sie, sehr geehrte Frau Greiner in einem ihrer ersten Interviews als designierte Rektorin der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich gesagt.

Mit dieser Aussage sprechen Sie mir aus dem Herzen, denn die Anforderungen an die Schule und damit auch an die Lehrerinnen und Lehrer sind so groß, dass sie nur von jenen Menschen erfüllt werden können, die diesen Beruf aus voller Überzeugung gewählt haben.

Motivation, Qualifikation und hohe fachliche und soziale Kompetenzen sind Eigenschaften, die wir von Lehrerinnen und Lehrer erwarten.

Das Menschenbild, das Lehrende vorleben, ist dabei entscheidend.

Das gilt auch für jene, die die zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer in ihrer Ausbildung begleiten: die Lehrenden an den Pädagogischen Hochschulen und an den Universitäten. Große Aufmerksamkeit müssen wir daher der Weiterentwicklung der Hochschullehre widmen.
Mit 1. Oktober 2007 wurde die Pädagogische Hochschule Oberösterreich gegründet. Die Studiengänge wurden in das Bologna-System übergeleitet. Damit wurde ein erster Schritt gesetzt, um die Lehramtsausbildung der Pflichtschullehrerinnen und Pflichtschullehrer national und international in den tertiären Bildungssektor zu integrieren.

Jetzt ist es unser Bestreben, die Pädagogischen Hochschulen gerade auch in der aktuellen Diskussion um eine neue Lehrerbildung zu stärken.

Wir haben in den nächsten Monaten und Jahren viele Entwicklungsschritte der Pädagogischen Hochschulen vor uns. Ich nenne nur die wichtigsten:

Wir arbeiten an einem neuen Dienstrecht für Lehrende an Pädagogischen Hochschulen. Ein Dienstrecht, das es den Pädagogischen Hochschulen ermöglicht, die Anforderungen in Forschung und Lehre zu erfüllen.

Dazu haben wir gute Vorgespräche mit Vertretern der Hochschullehrer unter Einbindung von Rektorinnen und Rektoren geführt. In den nächsten Monaten sollte uns hier gemeinsam ein guter Abschluss der Verhandlungen gelingen.

Die Verbindung von schulischer Praxis und wissenschaftlicher Forschung ist von zentraler Bedeutung für eine gute Lehrerbildung und für die Entwicklung der Schulstandorte.

Ich sehe eine wichtige Rolle der Pädagogischen Hochschulen in der Unterstützung und Begleitung von Entwicklungsprojekten an den Schulen.

Diesem Thema werden wir uns im Herbst in Gesprächsrunden an den Pädagogischen Hochschulen intensiv zuwenden.

Ein weiteres Ziel von mir ist, die Pädagogischen Hochschulen so zu stärken, dass sie in Zukunft auch Masterstudien anbieten.

Dieses Ziel hängt eng mit dem großen Thema "Lehrerbildung NEU" zusammen. Frau Rektorin Ulrike Greiner war Mitglied der Expertengruppe. Zu den Empfehlungen der Expertengruppe finden derzeit vertiefende Informationsgespräche statt. Im Herbst werden wir den Dialog in großen Veranstaltungen in Wien, Graz, Innsbruck und Linz weiter fokussieren.

Es ist mir sehr wichtig, dass sich die Pädagogischen Hochschulen in diesen Diskussionsprozess aktiv und gestaltend mit ihren Interessen und Erfahrungen einbringen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe Ulrike Greiner als Expertin mit einer breiten Perspektive zu den Themenstellungen der Pädagogik und den aktuellen bildungspolitischen Fragestellungen kennen und persönlich schätzen gelernt.

Mit Ulrike Greiner ist eine Persönlichkeit an die Spitze der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich getreten,

  • die sich konsequent und arbeitsintensiv in der Sache engagiert
  • die die Leitung einer Hochschule nicht nur als Managementfunktion versteht, sondern auch als Entwicklungsauftrag für die Institution UND als Entwicklungsauftrag für die LehrerInnenbildung
  • die gerne mit Menschen arbeitet und an die Leistungen von Teams glaubt
  • die der Überzeugung ist, dass sich Spitzenleistung und Solidarität mit jenen Menschen im Bildungssystem, die zu Bildungsverlieren zu werden drohen, nicht ausschließen
  • die international sehr gut vernetzt ist und dem Prinzip Eigenverantwortung verpflichtet ist

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Zukunft unseres Landes wird im Klassenzimmer entschieden. Bildung und Wissen sind die Grundlage für Wohlstand und gutes Zusammenleben.

Nur wenn wir es schaffen, möglichst viele Menschen in Österreich zu höherer Bildung zu führen, sichern wir unseren Wohlstand heute und in Zukunft ab. Die jungen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte brauchen unsere besondere Aufmerksamkeit und Zuwendung.

Es ist entscheidend, dass wir erstklassige öffentliche Schulen haben. Schulen, die Leistung, Kreativität, Chancengerechtigkeit und Toleranz ins Zentrum rücken.

Die Bildungserfolge der jungen Menschen in Österreich dürfen nicht länger vom Bildungsstand der Eltern abhängig sein. Wir dürfen kein Kind zurücklassen.

Sehr geehrte Frau Rektorin, sehr geehrtes Team der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich, arbeiten wir gemeinsam für die besten Schulen in unserem Land!

Ich wünsche Ihnen, sehr geehrte Frau Rektorin viel Erfolg und Zuversicht.

Sie haben mein volles Vertrauen!

Geändert am 25.06.2010

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