Rede von Frau Bundesministerin Dr. Claudia Schmied anlässlich der Eröffnung der Alfons Mucha-Ausstellung

Rede vom Frau Bundesministerin Dr. Claudia Schmied anlässlich der Eröffnung der Alfons Mucha-Ausstellung
Foto: Ludwig Schedl

11. Februar 2009, Unteres Belvedere, Wien

(Es gilt das gesprochene Wort!)

Sehr geehrter Herr Minister!
Sehr geehrter Herr Botschafter!
Sehr geehrte Frau Direktorin!
Exzellenzen! Meine Damen und Herren!

Tschechien und Österreich sind - allen historischen Wellenbewegungen zum Trotz - stets eng miteinander verbunden – und die Ausstellung der Werke Alfons Muchas wird dies eindrucksvoll zeigen.

Unsere Länder grenzen nicht nur aneinander, sondern sind Teil der Europäischen Union.

Große Künstler und Wissenschaftler, die wir als die jeweils eigene beanspruchen belegen den gemeinsamen Kulturkreis.

Von Adalbert Stifter über Sigmund Freud, Karl Kraus und Max Brod bis hin zu Franz Kafka – oder auch Frantis[ch]ek Kafka – sie alle bezeichnen wir hierzulande als Österreicher, Sie haben jedoch in Tschechien das Licht der Welt erblickt.

Auch Alfons Maria Mucha wurde vor knapp 150 Jahren in Tschechien geboren und auch ihn hat sein Lebensweg vorerst nach Österreich geführt.

Dass wir uns ein wenig mit ihm schmücken dürfen, geht auf die Prager Akademie zurück, die Mucha zum Studium ablehnte.

Er besuchte daher in Wien eine Schule für Bühnendekoration. Aber als einen Österreicher reklamieren, können wir ihn dadurch nicht.

Mucha war ein Weltenbürger, der die Kunstszene nicht nur in Europa, sondern auch in den USA mitgeprägt hat.

Und in seinen letzten Jahren – zurück in Prag – arbeitete er für die neu entstandene, weltoffene, damals „tschechoslowakische“ Republik und half mit, sie zu gestalten. Bis zum unseligen Jahr 1939, als diese Republik gewaltsam von den Nationalsozialisten aufgelöst wurde und Mucha mit ihr an den Folgen seiner Internierung starb.

Alfons Mucha war ein Kosmopolit, der von Prag über Wien und München schließlich nach Paris gelangte, wo er lange in bescheidenen Verhältnissen lebte.

Da entdeckte ihn Sarah Bernhardt, die große Schauspielerin, für die er ein erstes Veranstaltungsplakat entwarf.

Von dieser imponierenden Frau ist ein Wort übermittelt, das besser nicht passen könnte, wollte man Alfons Mucha würdigen.

Sie sagte: „Männer verlangen von Frauen immer das Gleiche. Frauen verlangen von den Männern etwas Besonderes.“

Alfons Mucha war einer, von dem man Besonderes erwarten durfte. So gilt sein Plakat der Sarah Bernhardt als Kameliendame bis heute als einer der Höhepunkte der Jugendstil-Grafik.

Wir dürfen uns also auf eine mit Höhepunkten reiche Ausstellung freuen, die - wie das Leben von Alfons Mucha - in eine Reihe weiterer Präsentationen 2009 in Spanien, Frankreich, Ungarn und Tschechien eingebettet ist.

Hier im Belvedere werden seine Werke in einer enormen Bandbreite an Techniken gezeigt, die insgesamt nicht nur die Belle Époque auf das Wunderbarste in Erinnerung rufen, sondern die auch einen großen Künstler und Menschen präsentieren – einen Weltbürger, Humanist und Titan des Jugendstils.

Ich wünsche der Ausstellung viele Besucherinnen und Besucher und erkläre sie für eröffnet.

Geändert am 16.10.2009

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