Wien, MUMOK, 9. September 2011
(Es gilt das gesprochene Wort!)
Sehr geehrte Frau Direktorin Karola Kraus!
Sehr geehrter Herr Kurator Rainer Fuchs!
Meine Damen und Herren!
Foto: MUMOK
Das MUMOK zeigt sich im strahlenden Glanz und technisch-architektonisch runderneuert. Es bietet uns einen Blick auf die erste Ausstellung, die Ihnen, liebe Karola Kraus, als Direktorin des MUMOK konzipiert und umgesetzt wurde.
Die funktionale Erweiterung und die architektonische Optimierung des Hauses ist - wie von Karola Kraus in ihrer Rede schon erwähnt - durch die Finanzierung des Bundes möglich geworden.
Die Republik Österreich bekennt sich dazu, auch unter schwierigen ökonomischen Verhältnissen, das kulturelle Erbe nach besten Kräften zu erhalten und für die zeitgenössische Kunst gute Bedingungen zu schaffen.
Wir verstehen uns als Partner der Bundesmuseen in allen ihren Tätigkeiten vom Sammeln, Bewahren und Erhalten, über das Forschen bis hin zur Vermittlung.
Meine sehr geehrten Damen und Herren!
Gerne würde ich höhere Budgets für das Sammeln zur Verfügung stellen, aber die Mittel der öffentlichen Hand finden hier bald ihre Grenzen.
Manche lassen sich davon entmutigen.
Nicht so Karola Kraus. Sie stellt keine unerfüllbare Forderung, sondern stellt sich der Herausforderung.
Im „Museum der Wünsche“, das wir heute eröffnen, zeigt Karola Kraus potentiellen Sponsoren, wie von ihnen angekaufte Objekte die Sammlung des MUMOK ergänzen und bereichern könnten.
Das MUMOK kann auf eine nahezu 50jährige Geschichte verweisen. Eine hervorragende Sammlung wurde geschaffen. Der Dank muss auch den Mäzenen gelten, allen voran dem Sammlerpaar Irene und Peter Ludwig, die eine große Anzahl von Werken dem Haus zur Verfügung gestellt haben.
Karola Kraus interpretiert diese Sammlung jetzt auf ihre Weise und wird ihr durch Erweiterungen neue Facetten hinzufügen. Sehr geehrte Frau Kraus, Sie verwenden im Zusammenhang mit der Neupräsentation immer wieder den Begriff „Dialog.“
Es geht um den Dialog zwischen Jung und Alt, zwischen West und Ost, zwischen dem Bestehenden und dem Neuen, zwischen dem Selbstverständnis von Kulturen gestern und heute.
Ich denke, wir dürfen uns auf wichtige künstlerische Auseinandersetzungen im MUMOK freuen.
Indem die Sammlung selbst und all das, was sie uns zu erzählen imstande ist, zum Thema gemacht wird, eignet sie sich auch bestens als Grundlage für die Vermittlung von Kunst. Diese Aufgabe der Museen liegt mir im Sinne der kulturellen Bildung besonders am Herzen, und ich freue mich, dass das MUMOK hier einen Schwerpunkt setzt.
Geschätzte Frau Direktorin Kraus, ich wünsche Ihnen und der Sammlung, dass Sie in ihren Anstrengungen um die Kunst und auch in jener um Sponsoren erfolgreich sind.
In diesem Sinn erkläre ich das „Museum der Wünsche“ für eröffnet.
Julia Stix, Foto: MUMOK
Mike Kelley, Foto: MUMOK
Geändert am 18.10.2011