Wien, 10.02.2010
(es gilt das gesprochene Wort!)
Sehr geehrter Herr Bundesminister Spindelegger!
Sehr geehrte Herren Botschafter (Frankreich,
Italien, Türkei)!
Sehr geehrte Frau Direktorin Husslein-Arco!
Liebe Margit Fischer!
Meine Damen und Herren!
Hier im Sommerpalais des Prinzen Eugen von Savoyen, in diesem wunderschönen, von Johann Lucas von Hildebrandt erbauten Komplex mit seinen zwei Schlössern, der Orangerie und dem weitläufigen Park denke ich gerne daran, dass ich persönlich zu den Palästen des Prinzen eine besondere Beziehung habe.
Fotocredit: Belvedere/APA-OTS/Peter Hautzinger
Meine Laufbahn auf dem Weg zur Politikerin hat in seinem Winterpalais, dem heutigen Finanzministerium in der Himmelpfortgasse, das derzeit gerade renoviert wird, begonnen.
Als Mitarbeiterin im Kabinett des damaligen Finanzministers Rudolf Edlinger haben wir zwar etwas ganz Anderes ausgestellt, als es hier im Belvedere üblich ist, nämlich unter anderem Verordnungen und Erlässe in Steuersachen.
Dennoch war das geschichtsträchtige Ambiente des Prinzenpalais inspirierend für innovative und strategisch ausgeklügelte Maßnahmen.
Doch zurück zum Sommerpalais und zur heutigen Ausstellung:
Der schmächtig gewachsene Mann, der „kleine Abbé“, Prinz Eugen von Savoyen ist bereits vor mehr als 270 Jahren
gestorben und beschäftigt dennoch nach wie vor und in besonderer Weise Historiker, Kunstkenner und das große Publikum.
Der Schatz, den er uns hinterlassen hat, besteht – wie ich denke - weniger im Wissen um gewonnene
Schlachten und um hervorragende strategische Kriegskunst, sondern viel mehr in Kunstgegenständen und Büchern.
Seine Liebe zur Architektur hat Prinz Eugen nicht nur in der Stadt Wien selbst, sondern auch mit prächtigen Schlössern im Marchfeld ausgedrückt. Besonders hervorzuheben ist Schloss Hof, das vor wenigen Jahren prächtig renoviert wurde und uns heute als ein wichtiges Gesamtkunstwerk des europäischen Barocks zum Besuch offen steht.
So gilt für Prinz Eugen ein Wort von Friedrich dem II, der meinte:„Wer bewirkt, dass dort, wo bisher ein Halm wuchs, nunmehr zwei Halme wachsen, der hat mehr für ein Volk geleistet als ein Feldherr, der eine Schlacht gewann.“
Wir verdanken Prinz Eugen viele Halme der Kunst und das vor allem begründet seinen, bis heute glänzenden Ruf.
Wenn also Prinz Eugen als der „edle Ritter“ in unserer Erinnerung geblieben ist, möchte ich das auf ein Wort von Maxim Gorkij zurückführen, der sagte: „ Die Kunst muss die Menschen edel machen“, und in diesem Sinne war Prinz Eugen, der Kunstsammler, der Mäzen, der Freund der Bücher ein wirklich Edler.
Heute muss es uns darum gehen, vielen Menschen zu ermöglichen, die Schätze aus der Vergangenheit zu erschauen, an der Kunst teilzuhaben und sie in ihrem Bezug zur konkreten, eigenen Gegenwart zu interpretieren.
Um vor allem jungen Menschen diese Chance zur aktiven Teilhabe zu geben, habe ich veranlasst, dass Kinder und Jugendliche ab dem heurigen Jahr die Bundesmuseen, so auch das Belvedere und dessen Ausstellung „Prinz Eugen“ gratis besuchen können.
Das Belvedere unterstützt diese Maßnahme durch ein Vermittlungsprogramm mit dem Titel „Das geht mich was an!“, das die Kinder dialogisch einbezieht und das darauf abzielt, kulturelle Vielfalt sowohl in den Zeiten von Prinz Eugen als auch in unserer heutigen Gesellschaft zu thematisieren.
Die Schülerinnen und Schüler, die daran teilnehmen und sich Wissen aktiv erarbeiten, werden in der Folge zu „KulturbotschafterInnen“ ernannt und geben das Erlebte, Erfahrene und Gelernte an Mitschülerinnen und Mitschüler, aber auch an ihre Familie weiter.
So werden viele junge Menschen die Arbeit des Belvedere und seine Ausstellungen vermittelt bekommen und tiefe, persönliche Bereicherung erleben.
Ich hoffe und wünsche dem Belvedere, dass viele Menschen die Ausstellung „Prinz Eugen, Feldherr, Philosoph und Kunstfreund“ besuchen werden und erkläre sie hiermit für eröffnet.
Fotocredit: Belvedere/APA-OTS/Peter Hautzinger
Fotocredit: Belvedere/APA-OTS/Peter Hautzinger
Geändert am 10.03.2010