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Rauris, 7. April 2010

Rede von Frau Bundesministerin Dr. Claudia Schmied zur Eröffnung der 40. Rauriser Literaturtage 2010 am 7. April 2010

(Es gilt das gesprochene Wort!)

Sehr geehrte Frau Landeshauptfrau!
Sehr geehrter Herr Bürgermeister!
Liebe Brita!
Sehr geehrte Damen und Herren!

40 Jahre Literatur in Rauris!

20 Jahre Brita Steinwendtner als Leiterin dieser einzigartigen Literaturveranstaltung.

Ich gratuliere herzlich!

In diesen 40 Jahren waren rund 400 Autorinnen und Autoren aus dem In- und Ausland hier im Rauriser Tal.

Für einige Tage im Jahr wird hier in Rauris gelesen, diskutiert, zusammengesessen, spazieren gegangen und das Tempo des normalen Alltags verringert, um einzutauchen in andere Welten.

Die Autorinnen und Autoren helfen uns dabei!

Thomas Bernhard, Ilse Aichinger, Peter Handke, Michael Köhlmeier, Silke Hassler, Ferdinand Schmatz, Peter Turrini und viele andere haben die Rauriser Literaturtage begleitet und ihren Ruf begründet.

Aber nicht nur das „Who is who“ der Literaten machen die Rauriser Literaturtage zu einem Ereignis.

Das Besondere ist - um es mit den Worten von Brita Steinwendtner zu beschreiben - „dass, die Literaturtage Traditionelles und noch nie Gehörtes, Verkanntes und Berühmtes verbinden; es gibt Begegnungen mit langjährigen Freunden und neuen Stimmen, die das Zeitgefühl einer jungen Generation beschreiben“.

Viele Gespräche habe ich hier in Rauris bereits führen können über Literatur, über die Sehnsucht der Städter nach dem Ursprünglichen. Rauris hat - nach dem Goldrausch – neue, literarische Schatzsucher in das Tal gelockt.

Die Rauriser Literaturtage sind im übertragenen Sinn eine idyllische Landschaft mit Störungen, mit Unterbrechungen literarischer Natur.

Von Franz Kafka stammt der Satz

„Ich glaube, man sollte überhaupt nur solche Bücher lesen, die einem beißen und stechen“.

Störungen, Irritationen, Einbrüche des Neuen in das alltägliche Leben – das rüttelt uns tatsächlich auf.

Gerade die Störungen haben hier in Rauris Tradition und gehören zum Bild der Literaturtage.

„Auf die Stör“ werden heute nicht mehr die Handwerker geschickt sondern die Literaten, um über ihre Arbeit zu berichten.

Das ist Kunstvermittlung im besten Sinne.

Die Beschäftigung mit zeitgenössischer Literatur, meine Damen und Herrn, findet hier in Rauris bereits in der Volksschule statt.

Heuer werden Peter Turrini, Michael Köhlmeier und Wolfgang Wenger mit den Kindern lesen, reden und die Phantasie auf Reisen schicken.

Ich darf Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren, einladen, sich in den nächsten Tagen auf die Literatur zu konzentrieren. Widmen Sie Ihre Aufmerksamkeit den Autoren und Autorinnen!

Die 40. Rauriser Literaturtage sind eröffnet.

Geändert am 07.04.2010

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