Wien, Audienzsaal im BMUKK, 24. November 2011

Rede von Frau Bundesministerin Dr. Claudia Schmied anlässlich der Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse an Dietmar Schönherr

(es gilt das gesprochene Wort!)

Sehr geehrter Herr Schönherr!
Sehr geehrte Frau Bach!
Liebe Laudatoren!
Sehr geehrte Damen und Herren!

Rede von Frau BM Dr. Schmied anlässlich der Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse an Dietmar Schönherr
Fotocredit: Franz Johann Morgenbesser

Herzlich Willkommen zur Ehrung von Dietmar Schönherr.

Als Moderator der legendären Sendungen „Wünsch Dir was“ und „je später der Abend“ haben Sie Fernsehgeschichte geschrieben.

In einem Interview, angesprochen auf diese Rolle, haben Sie einmal gesagt: „Ich war nie ein Unterhalter im Sinne von „Kulenkampff“ oder auch „Gottschalk“, die Pointen nur so rausjagen. Mir fehlt dieser spontane Witz. Meine Chance war die Provokation.“

Gerade diese Provokationen waren es, die uns in Erinnerung geblieben sind.

Neil Postmans Warnung, dass wir uns „zu Tode amüsieren“ galt für Sie nie.

Noch viel wichtiger erscheint mir aber heute Ihr Engagement für die Zivilgesellschaft.

In Ihrem Engagement setzen Sie ein Zeichen gegen Unrecht!

Damit haben Sie viel gemeinsam mit Ernesto Cardinal, mit dem Sie eine Freundschaft verbindet.

Es verwundert daher nicht, dass Sie, angesprochen auf Ihre unterschiedlichen Berufe und Ihren Werdegang sagen:

„Was ich mit meiner Stiftung in Nicaragua erreicht habe, ist wichtiger als alles, was ich auf der Bühne oder im Fernsehen je gemacht habe.“

Dietmar Schönherr ist ein Utopist.

In Ihrer legendären Rolle als Besatzungsmitglied des Raumschiffs Orion war die Utopie irgendwo draußen im Weltraum.

In Ihrer Funktion als sozial engagierter Mensch ist diese Utopie der Wandel der Gesellschaft.

Dafür setzen Sie sich ein. Und zwar sehr konkret. In der Verbindung von Kunst und Gesellschaft lässt sich dies alles nachvollziehen.

Aus Ihren Wünschen und Träumen sind Gegenwart und Zukunft entstanden!

„Ich hatte das Gefühl, etwas tun zu müssen“, sagen Sie bescheiden zu Ihrem Engagement.

Wir haben dieses Gefühl auch und so darf ich Sie, verehrter Herr Schönherr, im Namen der Republik heute mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft Kunst 1. Klasse auszeichnen.

Geändert am 28.11.2011

 top