(es gilt das gesprochene Wort)
Sehr geehrter Herr Kulturminister!
Sehr geehrte Herren Stellvertretende Kulturminister
Sehr geehrter Herr Botschafter!
Sehr geehrte Direktorinnen und Direktoren aus Kultur
und Verwaltung!
Exzellenzen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren!
In China sagt man: "Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht."
Jenes "Europa", das unsere beiden Länder Bulgarien und Österreich vertreten, befindet sich auf einem guten Weg.
In den letzten zwei Jahrzehnten haben sich zwischen den südosteuropäischen und den zentraleuropäischen Ländern intensive und dynamische wirtschaftliche Beziehungen entwickelt.
Die Länder und ihre Menschen sind einander näher gerückt.
Wir leben heute in einem "gemeinsamen Haus", das wir als ein Gebäude begreifen, das nicht allein auf Wirtschaftsinteressen ausgerichtet ist, sondern als Wertegemeinschaft, mit gemeinsamen kulturellen Wurzeln.
Der kulturelle Austausch hat mit dem wirtschaftlichen nicht immer Schritt gehalten, obwohl die Stabilität einer Gemeinschaft auf lange Sicht maßgeblich von diesen kulturellen Fundamenten abhängt.
Es muss daher das Interesse einer vorausschauenden Politik sein, dieses Ungleichgewicht zu beseitigen, indem sie kulturelle Initiativen entwickelt und fördert.
Mit dem Beitritt Bulgariens zur Europäischen Union im Jahr 2007 haben sich die Bedingungen für den kulturellen Austausch entscheidend verbessert.
Jetzt gilt es, die Gunst der Stunde zu nutzen und aus den Chancen reale Synergien zu schaffen.
Das MUMOK ist uns auf diesem Weg ein engagierter Partner, hat es doch selbst eine eigene Geschichte nahe am geopolitischen Raum Südosteuropa und Erfahrungen im Austausch mit internationalen Kunsteinrichtungen. Und auch dem Stifterpaar, Peter und Irene Ludwig, war die Förderung osteuropäischer Kunst ein besonderes Anliegen.
Es ist erfreulich, dass das MUMOK in der Sofia Art Gallery und der Akademie der Bildenden Künste in Sofia prominente Partner für die Idee der kulturellen Zusammenarbeit gefunden hat.
Es war der Wunsch unserer bulgarischen Freunde, den Wiener Aktionismus zu zeigen, der als wichtiger Beitrag Österreichs zur Entwicklung der Nachkriegskunst zu verstehen ist.
Das avangardistische Programm der Künstlergruppe rund um Günter Brus, Otto Mühl und Hermann Nitsch reflektiert die künstlerische Dynamik in Reaktion auf die konservativen Strukturen der 50er- und 60er-Jahre.
Ihre Aktionen in Bild und Tat konfrontierten die bestehende Ordnung mit konsequent neuer Kraft.
Die österreichische Kunst in ihrer Entwicklung - ihren Beitrag zu Neuem und Innovativem zu zeigen - ist uns ein wichtiges Anliegen. Unser Land wird auf der ganzen Welt für seine große Tradition in Kunst und Kultur geschätzt.
Die heutige Ausstellung zeigt eindrucksvoll, dass sich dabei ständig auch Neues entwickelt und durchsetzt. Die Kunst lässt Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ineinander aufgehen.
Für sie - und für den Wiener Aktionismus - gilt, was der deutsche Maler und Dichter, Kurt Schwitters in seinen "Briefen" geschrieben hat: "Ein Spiel mit ernsten Problemen. Das ist Kunst."
Ich erkläre die Ausstellung "Wiener Aktionismus. Von der Malerei zur Aktion" für eröffnet und wünsche ihr viele, interessierte Besucherinnen und Besucher aus aller Welt.
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Geändert am 15.06.2009