(es gilt das gesprochene Wort)
Direktor Ioan Holender, Bundesministerin Claudia Schmied (Foto: Wiener Staatsoper)
Sehr geehrter Herr Direktor Holender!
Sehr geehrte Frau Gassner!
Meine Damen und
Herren!
Ich verrate heute an diesem Jubiläumstag kein großes Geheimnis, wenn ich sage, dass der Oper im Allgemeinen und der Wiener Staatsoper im Besonderen unsere große Liebe und Wertschätzung gehört.
Das „Haus am Ring“ und seine darin wirkenden Künstlerinnen und Künstler begeistern uns heute wie damals. Vor 140 Jahren hat mit Mozarts „Don Juan“ die Erfolgsgeschichte „unserer Wiener Oper“ an der Ringstraße begonnen.
Dieses Schöne, das wir und Generationen von österreichischen und internationalen Besucherinnen und Besuchern an der Staatsoper erleben, hat über die jeweilige Aufführung hinaus hier einen besonderen Würdigungsplatz bekommen.
Ein Museum, das den oft flüchtigen Theatermoment der Freude festhält - das uns erinnert an legendäre Opernabende und große Künstlerinnen und Künstler.
Über das reine Bewahren von 140 Jahren bewegter Geschichte hinaus, hat das Museum auch die wichtige Funktion, Kultur zu vermitteln.
Es gilt interessierte Menschen, vor allem auch Schülerinnen und Schüler an die wunderbare Kunstform Oper heranzuführen, sie auf deren Vielfalt und Faszination der Oper aufmerksam zu machen. Die Wiener Staatsoper ist dafür der ideale Ort.
Mit den beiden berühmten Direktoren Gustav Mahler und Herbert von Karajan würdigen Sie, sehr geehrte Frau Gassner, zwei Männer, die in ihrer Ära stets beides - Modernisierung und Professionalisierung - vorangetrieben haben.
Eine Kunstform mit langer Tradition wie die Oper braucht immer auch den neuen, innovativen Blick, die Bereitschaft, sich mit den Entwicklungen der Gegenwart auseinander zu setzen.
Beide – Mahler wie Karajan – haben das Bewährte deshalb niemals grundsätzlich in Frage gestellt, sondern es jeweils um moderne Dynamik ergänzt und damit bereichert und belebt.
Dass Tradition allein nicht ausreicht, verstand schon Gustav Mahler, als er
einmal zu einem
Sänger sagte: "Das ist keine Tradition, das ist Schlamperei!"
Und Karajan gab einige Jahre später den Leitsatz dazu: „Wer alle seine Ziele erreicht, hat sie sich als zu niedrig ausgewählt.“
In diesem Sinne feiern wie heute das Erreichen eines besonderen Zwischenziels: Die Wiener Staatsoper feiert in voller Blüte 140 Jahre Tradition und Fortschritt und zeigt einen Teil dieser Erfolgsgeschichte in „ihrem“ Museum.
Wir alle freuen uns auf die Zukunft, um weiterhin dem Anspruch Aristoteles zu genügen, der einmal gesagt hat: „Im Wesen der Musik liegt es, Freude zu machen.“
Die Ausstellung ist eröffnet!
Geändert am 29.05.2009