(Es gilt das gesprochene Wort!)
Sehr geehrter Josef Winkler!
Sehr geehrter Herr Präsident Hollein!
Sehr geehrter
Herr Professor Amann!
Sehr geehrte Festgäste und Mitglieder des Kunstsenats!
Unter den zahlreichen Preisen für künstlerisches Schaffen, die die Republik Österreich alljährlich vergibt, hat der Große Österreichische Staatspreis einen besonderen Stellenwert.
Zum einen ist dieser Preis die höchste Auszeichnung, die ein Künstler/eine Künstlerin von der Republik erhalten kann.
Zum anderen ist die Wahl des Preisträgers außergewöhnlich: Denn während Preisjurys von Jahr zu Jahr neu besetzt werden und Kunstexperten, Journalisten, Wissenschaftler und Künstler zu ihren Mitgliedern zählen, besteht der Österreichische Kunstsenat ausschließlich aus den Trägern des Großen Österreichischen Staatspreises.
Dieses Gremium österreichischer Künstlerinnen und Künstler wählt alljährlich einen Preisträger, eine Preisträgerin in der Sparte „Bildende Kunst“, „Musik“, „Architektur“ oder „Literatur“.
Ich freue mich, dass der Kunstsenat wieder einmal vorgeschlagen hat, diesen Preis in der Sparte „Literatur“ zu vergeben.
Nach Wolfgang Bauer, Ilse Aichinger, Andreas Okopenko und Gert Jonke, die zuletzt damit ausgezeichnet wurden, wird der Preis des Jahres 2007 heute an Josef Winkler überreicht.
Josef Winkler veröffentlicht seit knapp 30 Jahren und gehört längst zu jenen österreichischen Autoren, die weit über die Grenzen unseres Landes hinaus bekannt und anerkannt sind, die übersetzt werden und ein internationales Lesepublikum erreichen.
Neben wichtigen österreichischen Literaturpreisen, wurde sein Werk mit bedeutenden internationalen Preisen ausgezeichnet, wie zuletzt mit dem Georg-Büchner-Preis.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, üblicher Weise meinen wir ja, Autoren /Autorinnen seien schlicht und einfach Menschen, die den Beruf des „Schriftstellers“ ergriffen haben. In manchen Fällen sprechen wir aber weniger vom Beruf des Autors als vielmehr von der Berufung zum Schriftsteller und Dichter.
Ich denke, bei Josef Winkler liegt die Sache noch einmal anders: Sicherlich ist Schreiben für Josef Winkler Beruf und Berufung, aber in erster Linie ist ihm Schreiben von Beginn an vor allem eines: eine innere Notwendigkeit.
Bei Josef Winkler gibt es nichts Halbes, weil es immer ums Ganze geht.
Kein Wunder, dass man in seinem Werk, in dem das Sterben und der Tod eine zentrale Rolle spielen, auch das pralle Leben findet –eine ungeheure Lebenssehnsucht ebenso wie ein starkes und großes Bedürfnis nach Schönheit.
Wer Josef Winklers Bücher zur Hand nimmt, wird den Unterschied zwischen Kunst und Kunstgewerbe, Geist und Zeitgeist, Literatur und bloß Geschriebenem leicht erkennen.
Der Kunstsenat hat den Schriftsteller Josef Winkler für den Großen Österreichischen Staatspreis nominiert.
Eine Auszeichnung, die einen bedeutenden österreichischen Autor ehrt.
Eine Wahl, die des Kunstsenats würdig ist; und schließlich ist es eine Ehre und Freude für mich, diesen Preis im Anschluss an die Laudatio zu überreichen.
Geändert am 09.10.2008