Salzburg, Haus für Mozart, 27. Juli 2011

Rede von Frau Bundesministerin Dr. Claudia Schmied zur Verleihung des Großen Österreichischen Staatspreises an Heinz Tesar in Salzburg am 27. Juli 2011

Rede von Frau Bundesministerin Dr. Claudia Schmied zur Verleihung des Großen Österreichischen Staatspreises an Heinz Tesar in Salzburg 27. Juli 2011
Kulturministerin Claudia Schmied, Heinz Tesar, Hans Hollein, Foto: Aleksandra Pawloff

(Es gilt das gesprochene Wort!)

Sehr geehrter Präsident Hans Hollein!
Sehr geehrter Herr Professor Winfried Neundinger!
Hoch geschätzter Preisträger Heinz Tesar!
Werte Festgäste!

In einem Gespräch mit der Architekturkritikerin Liesbeth Waechter-Böhm, haben Sie, sehr geehrter Herr Tesar, einmal gesagt:

"Ich wollte einmal Maler werden - wie viele andere auch, die letztlich bei der Architektur gelandet sind".

In Ihrer Architektur machen Sie diese vielseitigen künstlerischen Zugänge und Ausdrucksweisen und die starke Verbindung zur Kunst sichtbar.

Sie schaffen mit Ihren Neubauten und Umbauten Kunstwerke im öffentlichen Raum.

Ihr Credo lautet, "für den Inhalt das angemessene Gebäude in seinem jeweiligen Umfeld definieren".

Ich nenne hier nur einige wenige Beispiele, wie das „Haus am Zwinger“ in der Dresdner Altstadt, den Umbau des Bode-Museums in Berlin oder den Bau des Essl-Museums in Klosterneuburg und das Keltenmuseum in Hallein.

Mit dem BTV-Gebäude in Innsbruck ist Ihnen, Herr Tesar, ein weiteres Bauwerk gelungen, das weit über unsere Grenzen hinaus Maßstäbe setzt.

Sie sind ein Künstler und Architekt, der die Vielfalt lebt, und sie in Klarheit auf besondere Weise verbindet.

Sie, sehr geehrter Herr Tesar, leben das Prinzip, dass es nicht vorrangig um die Handschrift des Architekten geht, sondern um Botschaften an die Menschen, von denen wir wissen müssen, dass sie von jedem einzelnen unterschiedlich aufgefasst werden, wie das bei Kunst immer der Fall sei.

Architektur ist sowohl gebaut wie auch ungebaut immer ein Statement zur Zeit, zur aktuellen Situation. Sie kann nie retrospektiv sein. In Österreich kann man diese Erkenntnis nur umsetzen, wenn man verstanden hat, dass das Alte nicht besser sein kann als das Neue und umgekehrt, das sind Ihre Worte.

Der Große Österreichische Staatspreis - die höchste Kunst-Auszeichnung der Republik Österreich - wurde 1950 ins Leben gerufen gegründet und wird innerhalb der Sparten Literatur, Musik, Bildende Kunst und Architektur jährlich an eine Künstlerin oder einen Künstler vergeben.
In einem Interview haben Sie auf die Frage, was Ihnen die Verleihung dieses Österreichischen Kunstpreises bedeutete, geantwortet: „Sie freut mich und ehrt mich.“
Da kann ich nur sagen: Die Ehre liegt ganz auf unserer Seite.
Ich freue mich, Ihnen Heinz Tesar, einem Architekten, der über alle Grenzen wirkt, den Großen Österreichischen Staatspreis für Kunst verleihen zu dürfen.

Geändert am 01.08.2011

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