Wien, WUK, 3. Oktober 2011
(Es gilt das gesprochene Wort!)
Sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin,
sehr geehrter Obmann des WUK Herr Bachmann,
geschätztes Team des WUK,
meine Damen und Herren,
es war eine glückliche Fügung, die vor dreißig Jahren engagierte Bürgerinnen und Bürger mit einer visionären Idee auf einen gesprächsbereiten Politiker stoßen ließ, der das Projekt nicht nur aufgriff, sondern auch unterstützte.
Es waren die Zeiten der „Mutbürger und Mutbürgerinnen,“ denen Wien vieles verdankt.
Sie verhinderten, dass die alte Bausubstanz am Spittelberg abgerissen wurde.
Sie erreichten, dass der Naschmarkt nicht einer Stadtautobahn wich und Sie, verehrte Damen und Herren setzten sich für eine offene, dem sozialen Gedanken verpflichtete Kultur ein und haben das Projekt WUK entwickelt.
Ihre Forderung nach einem selbstverwalteten Kulturhaus, in dem neue Ideen Platz finden, wurde in erster Linie vom damaligen Kulturstadtrat Helmut Zilk und in der Folge von Bürgermeister Leopold Gratz aufgegriffen. Beide Politiker erkannten das Potenzial und förderten diese Bewegung.
Die 1970er und die beginnenden 1980er Jahre waren eine Periode des Umbruchs.
1981, im Gründungsjahr des WUK hieß der Nobelpreisträger für Literatur Elias Canetti.
Von ihm stammt der Satz: „Man weiß nie, was daraus wird, wenn die Dinge verändert werden. Aber weiß man denn, was daraus wird, wenn sie nicht verändert werden?“
Den Bürgerinnen und Bürgern von damals und Ihnen Allen, die seither hier im WUK für eine offene Kultur eintreten, gehört meine Wertschätzung.
Sie haben die Kulturszene positiv verändert und zu einer Neubewertung des Kulturbegriffs beigetragen.
Für mich, als Bundesministerin für Bildung, Kunst und Kultur ist das WUK eine wichtige und zentrale Einrichtung.
Die Verbindung von experimentellen Kunstproduktionen und Vermittlung oder soziokulturelle Kreativität und Bildungsarbeit – ist Kultur mit Allen und für Alle.
Bei meinen Besuchen erlebte ich das WUK als Ort, an dem Jede und Jeder den Anderen Respekt zollt, wo Partizipation und Solidarität gelebt wird.
Dieses offene Haus, sehr geehrte Damen und Herren, gilt auch nach dreißig Jahren als zeitgemäßes Vorbild für eine Kultur der Kreativität, des gesellschaftlichen Zusammenlebens und der Wertschätzung.
Aus der Vielfalt der Aktivitäten des WUK möchte ich Eine exemplarisch nennen: den Lehrgang zur Nachholung des Hauptschulabschlusses für 15 bis 25-Jährige.
Die Unterstützung von Bildung als tragendes Element einer demokratischen Gesellschaft sehe ich als wesentliche Aufgabe.
Mit dem Werkstätten und Kulturhaus WUK, sehr geehrte Festgäste, ist ein Ort entstanden, der durch und mit den Ideen von Ihnen Allen lebt.
Dem gesamten Team des WUK und all den Einrichtungen, die hier eine Heimat gefunden haben, wünsche ich weiterhin viel Erfolg.
Ich gratuliere zum 30. Geburtstag mit höchster Anerkennung für Ihre Arbeit.
Geändert am 13.10.2011