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Wien, Albertina, 20. Oktober 2011

Rede von Frau Bundesministerin Dr. Claudia Schmied anlässlich der Eröffnung der Ausstellung "Zwischentöne - die Sammlung Forberg"

(Es gilt das gesprochene Wort!)

Sehr geehrte Frau Forberg!
Sehr geehrter Herr Forberg!
Sehr geehrter Herr Direktor Schröder!
Meine Damen und Herren!

Rede von Frau Bundesministerin Dr. Claudia Schmied anlässlich der Eröffnung der Ausstellung "Zwischentöne - die Sammlung Forberg"
Foto: Albertina

„Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“ Das hat Paul Klee gesagt. Er ist der zentrale Künstler der Sammlung Forberg.

Die Sammlung des Ehepaars Forberg zusammen mit den ausgewählten Werken der Albertina, die wir heute sehen werden, macht die Klassische Moderne für uns in hervorragender Weise sichtbar.

Diese künstlerische Periode zwischen 1910 und 1940 umfassend zu präsentieren, ist nicht so einfach. Diese Zeit war von zwei Weltkriegen beherrscht. Kriege und Auseinandersetzungen, die die Kunst vernichtet, die Künstler und Künstlerinnen vernichtet haben.

Es ist ein großer Verdienst von Kurt Forberg. Er hat mit der ganzen Leidenschaft des Sammlers wichtige Werke der Moderne zusammengeführt, Eva und Mathias Forberg haben diese Arbeit konzentriert fortgesetzt.

Ich darf Ihnen, dem Sammler-Ehepaar Forberg, meine Anerkennung aussprechen und freue mich sehr, dass sie bereits 2007 diese Werke als Dauerleihgabe unserer Albertina übergeben haben.

Hier findet privater Besitz und öffentliches Interesse in bester Weise zusammen.

Sehr geehrter Herr Forberg, Sie haben einmal im Interview gesagt, dass Bilder dazu da sind, von der Öffentlichkeit wahrgenommen und somit in einen Diskurs eingebracht zu werden.

So sprechen Sammler, die eine wahre Liebe zu den von ihnen erworbenen Kunstwerken haben und sich über die öffentliche Sichtbarkeit und den Diskurs freuen.

Wir verdanken den Umstand, dass dieser Diskurs in Wien stattfindet, der Wertschätzung des Sammler-Paares Forberg für Direktor Klaus-Albrecht Schröder und seiner Ausrichtung der Albertina.

Die Sammlung Forberg, die keine Sammlung im systematischen Sinne ist, also keine, die einen panoramischen Überblick über bestimmte Epochen oder Stile gibt, ist in Verbindung mit vorhandenen Werken in der Albertina eine Bereicherung für Österreich.

Mit ihrem Schwerpunkt auf Paul Klee war die Sammlung – wie Sie, lieber Herr Forberg sagen – nie eine „laute“ Sammlung.

Es hätte den Menschen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gut getan, wenn sie mehr auf diese „leise“ Stimme der Kunst, als auf das laute Getöse der Verführer gehört hätten, wenn sie mehr auf das kleine Format der Malerei, als auf die pompöse Inszenierung des Populismus geschaut hätten.

Diese Botschaft müssen wir in die erste Hälfte des 21. Jahrhunderts herübernehmen.

Wir haben hier und heute die Chance, „Zwischentöne“ einer großen Epoche zu erleben.

Die Ausstellung „Zwischentöne - die Sammlung Forberg“ ist eröffnet.

Geändert am 02.11.2011

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