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Kulturministerin Claudia Schmied zeichnet Elke Erb mit dem Ernst-Jandl-Preis für Lyrik 2013 aus

Der Ernst-Jandl-Preis für Lyrik des Jahres 2013 geht an die deutsche Schriftstellerin und Übersetzerin Elke Erb. Kulturministerin Dr. Claudia Schmied wird Elke Erb den Preis bei den Ernst-Jandl-Lyriktagen in Neuberg an der Mürz am 15. Juni 2013, um 19 Uhr, im Rahmen eines Festaktes überreichen.

„Seit geraumer Zeit zählt Elke Erb zu den bedeutenden Stimmen der deutschsprachigen Lyrik. Ihre Texte fordern uns dazu auf, uns vorbehaltlos zu öffnen und uns auf ihre sensible, ästhetische, souveräne, oft mehrdeutige Sprache einzulassen. Mit ihren Werken vermittelt uns Elke Erb die unendliche Vielfalt von Welt und Sprache. Ich freue mich, Elke Erb mit dem Ernst-Jandl-Preis für Lyrik für ihr lyrisches Gesamtwerk auszuzeichnen“, so Kulturministerin Dr. Claudia Schmied.

Elke Erb wurde 1938 in Scherbach (Eifel) geboren. Ihre Familie übersiedelte 1949 in die DDR nach Halle an der Saale. Von 1958 bis 1959 war sie Landarbeiterin und studierte anschließend Germanistik, Slawistik, Geschichte und Pädagogik in Halle. 1963 machte sie ihr Lehrerexamen, arbeitete bis 1965 als Lektorin beim Mitteldeutschen Verlag und ab 1966 als freiberufliche Autorin. Seither veröffentlicht sie regelmäßig Kurzprosa, Lyrik und prozessuale Texte. Darüber hinaus machte sie sich einen Namen durch zahlreiche Übersetzungen und Nachdichtungen vor allem russischer Poesie. Unter anderem hat sie Werke von Olga Martinova und Oleg Jurjew aus dem Russischen übersetzt. Sie hat viele Literatur- und Lyrikpreise erhalten und wurde im Mai 2012 in die Akademie der Künste in Berlin berufen.

Der Ernst-Jandl-Preis für Lyrik ist mit 15.000 Euro dotiert und wurde zum Gedenken an den am 9. Juni 2000 verstorbenen Autor und Dichter Ernst Jandl initiiert. Der Preis wird seit dem Jahr 2001 im Zwei-Jahres-Rhythmus für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der deutschsprachigen Lyrik vergeben. Die Auswahl der Preisträger trifft eine fünfköpfige Fachjury, der zurzeit Paul Jandl, Alfred Kolleritsch, Friederike Mayröcker, Thomas Poiss und Klaus Reichert angehören. 2001 wurde Thomas Kling (1957-2005), 2003 Felix Philipp Ingold, 2005 Michael Donhauser, 2007 Paul Wühr, 2009 Ferdinand Schmatz und 2011 Peter Waterhouse mit diesem Preis ausgezeichnet.

Die Jury führt in ihrer Begründung aus: „Elke Erbs einzigartige und höchst wandlungsfähige Lyrik ist ein Schreiben an der Welt entlang, ein offener Prozess, in dem die Formen der Wahrnehmung ebenso überprüft werden wie ihre sprachlichen Mittel. Ihr Werk entsteht in einem Augenblick der Erfahrung, der mit dem Schreiben nicht abgeschlossen ist, sondern durch dieses hindurch immer wirksam bleibt: als höchst unmittelbare Erfahrung für den Leser, als fließender Übergang zwischen Objekt und Subjekt, zwischen Denken und Dichten, zwischen der Lyrik und dem poetologischen Kommentar. Bei Elke Erb ist die Sinnlichkeit der Wörter auch die Sinnlichkeit eines lyrischen Ichs, das sich in der Welt herumtreibt, um sich in sich selbst zu finden.“

Die Ernst-Jandl-Lyriktage finden vom 14. bis 16. Juni 2013 in Neuberg an der Mürz statt. Das detaillierte Programm erscheint Anfang Mai. Der Eintritt zu den einzelnen Veranstaltungen ist frei.

Wien, 24.1.2013

Geändert am 05.03.2013

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