Schmied: "Trotz EU-Sparkurs in Bildung investieren"

Zukünftiges EU-Bildungsprogramm "Erasmus für alle" soll mehr Mobilität, grenzüberschreitende Kooperation und Internationalisierung der Schulen ermöglichen.

Der Rat der EU-BildungsministerInnen kam am Freitag, den 15. Februar in Brüssel zusammen und diskutierte über Maßnahmen zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit und zur Steigerung der für den Arbeitsmarkt erforderlichen Kompetenzen.

Eine fundierte berufliche Ausbildung ist gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wichtig und hilft, Jugendarbeitslosigkeit zu senken. Österreich hat die niedrigste Arbeitslosigkeit in Europa. Eine wichtige Grundlage für die hohe Beschäftigungsrate ist die qualitativ hochwertige berufliche Bildung. Gerade in Zeiten hoher Jugendarbeitslosigkeit ist es wichtig, Investitionen in Bildung und Jugend zu priorisieren. "In Österreich ist trotz der Konsolidierung eine Budgetsteigerung für Bildung gelungen. Damit können wir die Qualitätsoffensive fortsetzen", freut sich Bildungsministerin Claudia Schmied.

Gemeinsames Anliegen der europäischen BildungsministerInnen ist es, die Qualität und Attraktivität der beruflichen Bildung auszubauen. Österreich stellt dafür seine Expertise im Austausch mit der Europäischen Kommission und anderen Mitgliedsstaaten zur Verfügung. Die Qualität des berufsbildenden Schulwesens wurde zuletzt auch von der OECD als hoch bewertet.

Wesentlich ist es, die laufenden und zukünftigen EU-Bildungsprogramme optimal zu nützen. Bei den Verhandlungen des EU-Haushalts für den Zeitraum 2014-2020 haben sich die Staats- und Regierungschefs am 8. Februar 2013 trotz der Kürzung des EU-Finanzrahmens auf eine Priorisierung von wachstumsfördernden Programmen und auf eine europäische Initiative zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit verständigt.

Investitionen in Bildung und Jugend schaffen Beschäftigung, Wachstum und Wohlstand. "Deshalb werde ich eine Diskussion der EU-BildungsministerInnen mit dem EU-Kommissar für Beschäftigung László Andor anregen, um zu erörtern, wie der Rat Bildung die geplante Jugendinitiative bestmöglich unterstützen kann. Ich werde mich auch weiterhin entschlossen dafür einsetzen, dass das zukünftige EU-Programm für Bildung, Jugend und Sport "Erasmus für alle" budgetär gut ausgestattet ist", bekräftigt Bildungsministerin Schmied. Unter dem neuen Namen "Erasmus für alle" sollen die bestehenden Programme im Bildungsbereich "Lebenslanges Lernen", "Jugend in Aktion" und die Drittstaatenprogramme im Hochschulbereich gebündelt werden. Zusätzlich ist erstmals ein Unterprogramm für Sport vorgesehen. Das neue Programm wird im Zeitraum 2014-2020 Lernmobilität von Einzelpersonen, grenzüberschreitende Kooperationen und strategische Partnerschaften sowie politische Zusammenarbeit für Reformen ermöglichen.

Vergangene Woche erteilte der Rat der EU-BildungsministerInnen der irischen Ratspräsidentschaft das Mandat, die Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament aufzunehmen. Nach der Einigung des Rates Bildung über die grundlegende Struktur des zukünftigen EU-Programms hat das Europäische Parlament seine Vorschläge vorgestellt. Diese werden nun in einem sogenannten Trilog zwischen Rat, Europäischer Kommission und Europäischem Parlament verhandelt.

Gemeinsames Ziel ist der Abschluss der Verhandlungen bis Jahresende, um einen zeitgerechten Start des Programms am 1. Jänner 2014 zu ermöglichen. "Es freut mich, dass das Europäische Parlament in vielen Punkten mit der Position des Rates übereinstimmt. Mein Ziel ist es, die Internationalisierung der Bildungseinrichtungen weiter voranzutreiben. Dafür brauchen wir eine zielgruppenorientierte Programmstruktur, eine deutliche Verwaltungsvereinfachung und eine Erhöhung der für die einzelnen Bildungssektoren gewidmeten Mittel", so Bildungsministerin Schmied.

In der laufenden Programmgeneration sorgt das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur für die maximale Ausschöpfung der EU-Mittel vor, indem nationale Mittel für die Kofinanzierung österreichischer Projekte bereitgestellt werden. Dadurch lukriert Österreich hohe Rückflüsse aus EU-Mitteln und ist im Bildungsbereich Nettoempfänger.

Das laufende EU-Bildungsprogramm "Lebenslanges Lernen" (2007-2013) ermöglicht es jungen Menschen Erfahrungen im Ausland zu sammeln, grenzüberschreitend zu kooperieren, Fremdsprachenkenntnisse zu erwerben, das Zugehörigkeitsgefühl zu Europa zu stärken und arbeitsmarktrelevante Kompetenzen zu erwerben. Die Teilnahmezahlen sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Jährlich nutzen mehr als 15.000 Österreicherinnen und Österreicher die Chance, in einem anderen europäischen Land zu lernen oder zu arbeiten. Seit 2000 haben österreichische Schulen fast 3.000 grenzüberschreitende Partnerschaftsprojekte durchgeführt. Die Mobilitätsmaßnahmen innerhalb der Schulpartnerschaften sind auf rund 2.000 pro Jahr gestiegen. Seit 2000 haben an österreichischen Schulen über 22.000 projektbezogene Auslandsaufenthalte stattgefunden.

"Auf Grund dieser Erfolgsgeschichte setze ich mich dafür ein, dass das zukünftige EU-Programm für Bildung, Jugend und Sport im Zeitraum 2014-2020 weiterhin zur Internationalisierung und Qualitätsentwicklung der Bildungseinrichtungen beiträgt und noch mehr Lernende und Lehrende an Mobilität und grenzüberschreitenden Kooperationen teilnehmen können", betont Bildungsministerin Schmied.

Wien, 18.2.2013

Geändert am 18.02.2013

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