Die Projekte mut! - Mädchen und Technik und FIT - Frauen in die Technik, die im Auftrag des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur seit 2002 im Rahmen der ministerienübergreifenden Initiative fFORTE (Frauen in Forschung und Technologie) erfolgreich durchgeführt werden, finden auch im Schuljahr 2007/08 wieder statt mit dem Ziel, den immer noch geringen Frauenanteil in technisch-naturwissenschaftlichen Ausbildungen und Berufen zu erhöhen. Diese Projekte sind umso wichtiger geworden, als in Österreich (sowie europaweit) derzeit ein Mangel an Technikern/Technikerinnen besteht und in den nächsten Jahren dieser Mangel zu einem wachsenden wirtschaftlichen Problem zu werden droht. Auch seitens der Europäischen Union wurde der Techniker/innenmangel schon vor Jahren erkannt und im Rahmen der Lissabon-Strategie wird angestrebt, die Zahl der Absolventinnen und Absolventen in mathematischen, technischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen bis 2010 um mindestens 15 % zu erhöhen und gleichzeitig das Geschlechterungleichgewicht zu verringern. "Hier aktiv gegenzusteuern ist auch Aufgabe der Bildungspolitik", betont Bildungsministerin Schmied, "Die geschlechtsspezifische - rollenstereotype - Sozialisation mit all ihren Auswirkungen auf das tägliche Zusammenleben und die Arbeits- und Berufswelt ist kein "Problem" Einzelner, sondern ein gesellschaftliches: Sowohl Mädchen als auch Buben bringen das Potenzial mit, in technischen oder naturwissenschaftlichen Bereichen erfolgreich zu sein."
FIT ist das wichtigste Mädchen-Technik-Informationsprogramm beim Zugang zu Universitäts- und FH-Studien und zielt darauf ab, den Frauenanteil in technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen zu erhöhen und dadurch die beruflichen Chancen von Frauen zu erweitern und zu verbessern. Dies erfolgt über Motivation und gezielte Beratung sowie Begleitung und Unterstützung junger Frauen hinsichtlich technisch-naturwissenschaftlicher Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten.
Details unter www.bmukk.gv.at/FIT
Das Projekt "mut!" zielt auf den Abbau der geschlechtsspezifischen Segregation im Bereich Ausbildungs- und Berufswahl und Erhöhung des Frauenanteils in technischen Schulen, Studienrichtungen und Berufen ab. Neun mut!-Regionalstellen in ganz Österreich arbeiten unter der strategischen Steuerung der jeweiligen Frauenreferate/-büros in den Landesregierungen an der Umsetzung dieses Ziels. Als Anlaufstellen für interessierte Lehrerinnen und Lehrer sowie andere Multiplikator/innen bieten sie in jedem Bundesland Fortbildungen, Seminare und Workshops, begleiten Pilotprojekte und stellen Materialien und Information zu bestimmten Aspekten des Themas geschlechterreflektierte Berufsorientierung zur Verfügung. Ziel der kommenden beiden Jahre Projektlaufzeit ist die Verankerung geschlechtssensibler Berufsorientierung in schulischen Aus- und Weiterbildungsinstitutionen sowie die Etablierung einer überregionalen Servicestelle. "Es gibt so viele interessante Projekte und Initiativen in diesem Bereich. Nicht nur für Außenstehende ist es oft schwierig, den Überblick zu behalten, welches Projekt nun für welche Zielgruppe Angebote setzt. Wir möchten engagierten Lehrerinnen und Lehrern und anderen Multiplikator/innen dabei helfen, das richtige Angebot für ihren Bedarf zu finden." erläutert die Projektleiterin des österreichweiten Projekts, Mag.a Ruth Mayr (Akzente Salzburg), einen der ausschlaggebenden Gründe für das erweiterte Projektkonzept. Das Gender + Bildung Portal (Informationen und Aktivitäten im Bereich der geschlechtssensiblen Bildung unter www.gender.schule.at) hat zu diesem Zweck die Kategorie "geschlechtssensible Berufsorientierung" (www.gender.schule.at/bo) eingerichtet: Hier finden Sie "auf einen Klick" Informatives rund um Berufsbilder und Ausbildung, Unterrichtsmaterialien zu speziellen Aspekten wie Finanzkompetenz, Buben und nicht-traditionelle Berufsfelder oder Mädchen und Technik, aktuelle Veranstaltungen aus dem Themenbereich Berufsorientierung & Lebensplanung, u.v.m. "Individuelle Anfragen zu bestimmten Aspekten beantworten wir auch gerne telefonisch oder per Mail" lädt die Projektleiterin ein - "und die in den vergangenen vier Jahren erarbeiteten "mut!igen" Materialien können nach wie vor aus ganz Österreich kostenlos bestellt werden." (Info unter www.bmukk.gv.at/gleichstellung -schule > Materialien)
Kontakt:
Projekt mut! - Mädchen und Technik
Akzente Salzburg (Projektträger)
Mag.a Ruth
Mayr
0662/8042/4047 oder 0664/9358104
projekt-mut@salzburg.gv.at
www.mut.co.at und
www.gender.schule.at/bo
"Um den Anteil von Mädchen und Frauen in technischen Ausbildungsrichtungen und Berufen zu erhöhen, ist es wesentlich, den Mädchen bereits früh die Bandbreite ihrer Perspektiven aufzuzeigen und das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten auch in so genannten ‚nicht-traditionellen’ Bereichen zu stärken," bekräftigt Bildungsministerin Schmied die Bedeutung dieser beiden Projekte, denn "Auf lange Sicht kann die geschlechtsspezifische Segregation des Arbeitsmarktes nur aufgebrochen werden, wenn das Umfeld von Mädchen (und Buben) alternative Berufswahlentscheidungen mitträgt bzw. aktiv fördert. Es ist daher ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zur Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt das Thema geschlechterreflektierte Berufsorientierung in die Schulen zu tragen und Jugendliche in diesem Prozess zu unterstützen."
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Öffentlichkeitsarbeit/cb
Tel.: (++43-1) 53 120-5153
Wien, 22.11.2007
Geändert am 22.11.2007