BM Schmied: „Mehr Chancen für Kinder aus Familien mit kleinen Einkommen! Die beste Bildung für alle Kinder!
Mehr Chancengleichheit und bessere Qualität an unseren Schulen“
Claudia Schmied präsentiert Schulschluss-Bilanz und Ausblick für das kommende Schuljahr
„Ziel meiner bildungspolitischen Arbeit ist es, Kindern aus Familien mit kleinen Einkommen mehr Chancen auf eine
gute Schulbildung zu geben und einen bildungspolitischen Aufholprozess, der sich an den besten internationalen
Standards orientiert, voranzutreiben. Die österreichischen Schulen sind auf der Überholspur. Bereits im Schuljahr
2007/08 haben kleinere Klassen und mehr Lehrerinnen und Lehrer für besseren Unterricht für unsere Kinder gesorgt. Im
kommenden Schuljahr 2008/09 wird dieser Weg des bildungspolitischen Aufbaues fortgesetzt und intensiviert“, so
Bildungsministerin Claudia Schmied aus Anlass des Schulschlusses 2008. „Wir können nicht Talente junger Menschen liegen
lassen, nur weil die Kinder aus unteren sozialen Schichten kommen. Mehr Bildungsqualität für alle Kinder und mehr
Chancengerechtigkeit im Bildungssystem sind daher die Ziele meiner Politik. Bereits mit kommendem Schuljahr starten
weitere zentrale Projekte für unsere Kinder“, so Schmied.
„Ich freue mich, dass wir nach Monaten der ideologischen Konflikte jetzt zu einer faktenbasierten Diskussion im
Interesse unserer Kinder gefunden haben. Die wichtigen Maßnahmen, die von der Regierung im Einvernehmen gesetzt wurden,
werden auch in den Budgetverhandlungen einen zentralen Platz einnehmen. Durch das gemeinsame Vorgehen erwarte ich mir
eine friktionsfreie Zusammenarbeit mit dem Finanzministerium. Bereits im kommenden Schuljahr sind durch diese
Regierungsprojekte zusätzliche finanzielle Mittel für die Bildung notwendig. Diese Mittel sind die beste Investition in
die Zukunft unserer Kinder und in die Zukunft unseres Landes“, so Schmied zu den bevorstehenden Budgetverhandlungen.
„Die Verwaltungsreform werde ich bestmöglich unterstützen, um das Geld direkt in die Klassenzimmer zu lenken.
Einen ersten Schritt setze ich durch eine sich in Begutachtung befindliche Novelle des
Pflichtschulerhaltungs-Grundsatzgesetzes. Sie ermöglicht den Bundesländern die flexible Gestaltung der Schulsprengel
und dadurch die effizientesten Lösungen für jedes einzelne Bundesland. Niederösterreich ist hier mit der Gründung von
Bildungsregionen Vorreiter“, so Schmied im Hinblick auf erste Schritte zur Verwaltungsreform.
Mehr Chancengleichheit
„Der Erfolg von Kindern an unseren Schulen hängt noch immer stark von der Geldbörse der Eltern und ihrer Herkunft
ab. Noch immer haben Kinder aus Familien mit mehr Geld und mehr Bildung mehr Chancen auf höhere Bildung. Wir brauchen
aber die klügsten Köpfe unabhängig vom finanziellen Status oder dem Bildungsgrad der Eltern. Wir brauchen die beste
Bildung für alle Kinder! Wir brauchen mehr Chancengleichheit an unseren Schulen. Aus diesem Grund haben wir wichtige
Schritte gesetzt, die bereits im September 2008 Wirklichkeit werden“, so Schmied.
Die Schritte zu mehr Chancengerechtigkeit an unseren Schulen im Überblick
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Frühe sprachliche Förderung
Bereits ab Herbst werden alle Kinder, die die
deutsche Sprache noch nicht gut beherrschen, vor dem Schuleintritt ein „verpflichtendes“ Kindergartenjahr besuchen.
Dadurch haben vor allem Kinder aus sozial schwächeren Schichten und Kinder mit Migrationshintergrund einen
bestmöglichen Start in die Schule Der Bund hat für diese Maßnahme seine Investitionen für sprachliche Förderung im
Kindergarten auf jährlich fünf Millionen Euro in den kommenden drei Jahren verzehnfacht. Die Länder setzen diese
Maßnahme um. Jedes Kind, das in die erste Volksschulklasse kommt, soll die deutsche Sprache beherrschen.
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Verlängerung und Ausbau der Sprachförderkurse für außerordentliche Schüler
Die Deutschförderkurse für Kinder, die nach Österreich kommen und die deutsche Sprache noch nicht
beherrschen, werden in der Volksschule verlängert und das Angebot auf die Hauptschulen und die Polytechnischen Schulen
ausgeweitet. Deutsche Sprachkenntnisse sind für gelungene Integration und gleiche Chancen an der Schule und im Beruf
zentral. Die im Rahmen der Integrationsplattform vorgeschlagene Erhöhung der Mittel für Schulen mit einem hohen Anteil
von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund wird begrüßt und in die Budgetverhandlungen aufgenommen.
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Ausbau der Tagesbetreuung
Das Angebot für Tagesbetreuungsplätze wurde bereits
dieses Jahr um 40 Prozent auf 95.000 Plätze erhöht. Damit berufstätige Eltern dieses Angebot für ihre Kinder auch
annehmen, muss die Tagesbetreuung höchste Qualität erfüllen. Tagesbetreuung darf keine Kinderaufbewahrungsstätte sein,
sie muss eine attraktive Mischung aus Lern- und Freizeitangebot darstellen. Deshalb wurde ein Qualitätssiegel für
gelungene Tagesbetreuung geschaffen. Auch neue, bessere Räume für die Tagsbetreuung müssen geschaffen werden. Das große
Schulentwicklungsprogramm in Höhe von einer Milliarde Euro, das im Herbst beschlossen werden wird, wird für mehr
Freizeit-, Lern- und Sporträume sorgen. Diese Maßnahme ist vor allem für alleinerziehende Mütter besonders wichtig.
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Die Neue Mittelschule
Mit Herbst 2008 startet in fünf Bundesländern, an 67
Schulstandorten, in 167 Klassen die Neue Mittelschule. Rund 3500 Schülerinnen und Schüler werden von der Neuen
Mittelschule profitieren. Die neue, leistungsorientierte und chancengerechte Schule wird beweisen, dass durch die
spätere Trennung der Kinder mehr Chancengleichheit und bessere Spitzenleistungen kein Widerspruch sind. Durch
Individualisierung und die Förderung aller Begabungen und Talente wird die Bildungswegentscheidung mit 14 Jahren
bestmöglich vorbereitet. Die Neue Mittelschule wird die BESSERE Schule für ALLE Kinder. Neben dem Start der ersten
Neuen Mittelschulen wird der Start der Neuen Mittelschule in den weiteren Bundesländern vorbereitet. Nächstets Ziel ist
der Start der Neuen Mittelschule in ALLEN Bundesländern im Schuljahr 2009/10.
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Mehr Schülerbeihilfe
Die Schülerbeihilfe wurde bereits in diesem Schuljahr um
13% erhöht. Die Schülerbeihilfe unterstützt Kinder aus sozial schwächeren Verhältnissen beim Erwerb von mittlerer und
höherer Schulbildung.
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Berufsmatura
Bereits ab Herbst startet die Berufsmatura in einer
österreichweiten Pilotphase. Lehrlinge können in Zukunft parallel zu ihrer Lehre kostenlos die Matura machen. Ein
zentrales Projekt zur Aufwertung der Lehre. Dadurch schaffen wir für Lehrlinge die Möglichkeit, sich an
Fachhochschulen, Universitäten und anderen Institutionen weiterzubilden. Der Bund übernimmt die Kosten für die
Vorbereitungskurse. 3 von 4 Prüfungen können bereits während der Lehre absolviert werden, die letzte kann dann mit 19
Jahren abgeschlossen werden. Kein Bildungsweg darf zur Bildungssackgasse werden, deshalb ist dieses Projekt eines der
wichtigsten Projekte für das lebensbegleitende Lernen, das in enger Kooperation mit den Sozialpartnern umgesetzt wird.
Bessere Qualität an unseren Schulen
„Wir brauchen den besten Unterricht für unsere Kinder. Der Aufholprozess an internationale Spitzenleistung ist in
Österreich voll im Gange. Wir schaffen bessere Bedingungen für gelungenen Unterricht und bestmögliche Förderung der
Schülerinnen und Schüler“, so Schmied.
Die Maßnahmen für bessere Qualität an unseren Schulen im Überblick
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Kleinere Klassen
Kleinere Klassen bringen mehr Aufmerksamkeit für alle
Kinder. Die Verkleinerung der Klassen an den Volksschulen, Hauptschulen, AHS und den Polytechnischen Schulen wird im
kommenden Schuljahr konsequent fortgesetzt. Bereits in diesem Schuljahr sitzen in 90 Prozent aller ersten Klassen der
Volksschule, Hauptschule, AHS und Polytechnischen Schulen maximal 25 Kinder. Durch die neue gesetzliche Regelung der
kleineren Klassen werden auch im kommenden Schuljahr die neuen ersten Klassen verkleinert, die bisherigen ersten
Klassen bleiben auch im kommenden Schuljahr klein. Somit haben wir im kommenden Schuljahr in den ersten und zweiten
Klassen der Volksschule, Hauptschule, AHS sowie in den Polytechnischen Schulen kleine Klassen. Auch in Zukunft werden
in den AHS Überschreitungen von maximal 20 Prozent (Klassengröße von maximal 30) möglich sein, da kein Kind mit
AHS-Reife aus Platzgründen von der AHS abgewiesen werden soll. Klassen mit bis zu 36 Schülerinnen und Schülern gehören
der Vergangenheit an.
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Mehr Lehrerinnen und Lehrer
Bereits in diesem Schuljahr unterrichten in
unseren Schulen 1500 neue, junge, motivierte Lehrerinnen und Lehrer. Damit wurde der Trend des Abbaues von
Lehrer-Posten in den vergangenen Jahren gestoppt. Im Schuljahr 2008/09 kommen nochmals 800 neue Lehrerinnen und Lehrer
dazu. Mehr Lehrerinnen und Lehrer in den Klassen bedeuten mehr Aufmerksamkeit und besseren Unterricht für unsere
Kinder.
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Kleingruppenunterricht zur Senkung der Drop-Out-Quoten
Zusätzlich zu den
kleineren Klassen wird eine weitere wichtige Maßnahme bereits ab Herbst umgesetzt: Bei den berufsbildenden mittleren
und höheren Schulen (BMHS) und den Oberstufen-Realgymnasien (ORG) soll zur Senkung der Drop-Out-Quoten ab kommendem
Schuljahr in der 9. Schulstufe verstärkt Kleingruppenunterricht durch zusätzliche Teilungen in den Fächern Deutsch,
Mathematik bzw. Rechnungswesen und einem weiteren schulspezifischen Schwerpunktfach eingeführt werden. Das bedeutet
gerade in diesem wichtigen Bereich besseren Unterricht für die Schülerinnen und Schüler.
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Mehr Gewaltprävention: Die Weiße Feder
Unter dem Motto „Gemeinsam gegen
Gewalt“ und dem Logo „Die Weiße Feder“ wurde eine große Initiative gegen Gewalt an der Schule ins Leben gerufen. Durch
gezielte Maßnahmen an den Schulen, wie etwa einem Leitfaden für schulpartnerschaftliche Verhaltensvereinbarungen, mehr
Schulpsychologinnen und -psychologen und gezielter LehrerInnenfortbildung sowie einer Bewusstseinskampagne mit
prominenten Unterstützerinnen und Unterstützern werden wirksame Schritte gesetzt und Bewusstsein geschaffen.
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Mehr Kunst- und Kulturprojekte an den Schulen
Die Aktion „Kunst macht Schule“
schafft mehr Raum für Kreativität und Kunst an Schulen. Jede Schule soll eine Kunstpartnerschaft mit einer Kunst- und
Kulturinstitution abschließen. Für Kunstvermittlungsprojekte für Schülerinnen und Schüler wurden im Jahr 2007 bereits 5
Millionen Euro investiert. Im Jahr 2008 wird dieser Betrag nochmals auf rund 7 Millionen Euro erhöht.
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Bildungsstandards sichern Qualität im Unterricht
Durch die Schaffung der gesetzlichen Grundlage für die Einführung der Bildungsstandards wird ein Meilenstein in
der Bildungspolitik gesetzt. Nach guter Vorbereitung werden die ersten Qualitätschecks an unseren Schulen ab dem
Schuljahr 2012/13 durchgeführt. Erstmals wird durch die Bildungsstandards eine objektivierte Bewertung und
Vergleichbarkeit der Leistungen an den verschiedenen Schulstandorten und in den verschiedenen Klassen für die 4. und 8.
Schulstufe ermöglicht. Qualitätssicherung und Feedbackkultur werden dadurch möglich.
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Mehr und bessere politische Bildung
Speziell aufgrund der Senkung des
Wahlalters auf 16 Jahre wird die politische Bildung in Österreich intensiviert und verbessert. Vor allem in der
8.Schulstufe wird politische Bildung zum Schwerpunkt. Das neue Fach „Geschichte und politische Bildung“ wurde
geschaffen und ein neuer, kompetenzorientierter Lehrplan entwickelt. Die Demokratie-Initiative der Bundesregierung wird
auch im weiteren Verlauf des Jahres wichtige Impulse setzen. Wir brauchen mündige Bürgerinnen und Bürger. Wir müssen
den jungen Menschen Lust auf Demokratie machen.
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Mehr Bildungs- und Berufsberatung
Junge Menschen müssen bestmöglich auf ihrem
Bildungsweg begleitet und beraten werden. In der siebten und speziell in der achten Schulstufe wird daher in enger
Kooperation mit den Sozialpartnern die Bildungs- und Berufsberatung ausgebaut. Durch spezielle Schulungen werden die
Lehrerinnen und Lehrer darauf vorbereitet
Betroffene zu Beteiligten machen
„Die vielen zentralen Maßnahmen für unsere Kinder und die Zukunft Österreichs gelingen nur in Zusammenarbeit mit
allen Bildungs- und Schulpartnern. Ich möchte Betroffene zu Beteiligten machen. Aus diesem Grund trete ich auf
verschiedenen Wegen mit allen Beteiligten und den Menschen vor Ort in direkten Kontakt“, so Bildungsministerin Claudia
Schmied.
Neue Wege der Kommunikation
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Schulgipfel
Der Schulgipfel mit Vertretern aller Schulpartner, der
Bundesländer, der politischen Parteien, der Sozialpartner sowie den Mitgliedern der Expertenkommission und den Rektoren
der Pädagogischen Hochschulen stellt eine neue Form des Dialogs mit allen Bildungspartnern dar. Zweimal im Jahr wird in
diesem neuen Forum ein innovativer Dialog über die großen Zukunftsfragen unseres Bildungssystems geführt. Der erste
Schulgipfel fand am 13. Dezember 2007 unter dem Motto „Verantwortungspartnerschaft Bildung“ statt, der zweite
Schulgipfel unter dem Motto „Lebensraum Schule. Arbeitsplatz Schule“ am 31. März 2008. An beiden Gipfeln nahmen jeweils
über 100 Expertinnen und Experten an den Gesprächen teil.
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Forum Schulpartnerschaft
Das neugeschaffene Forum Schulpartnerschaft ist das
erste Gremium, in dem ein Dialog zwischen allen Schulpartnern und dem Bildungsministerium stattfindet. Es ergänzt die
bestehenden Strukturen der Schulpartnerschaft, wie etwa den Elternbeirat, die Bundesschülervertretung und die
Lehrer-Personalvertretung. Das erste Forum Schulpartnerschaft fand am 24.Juni 2008 mit 18 Eltern-, Schüler- und
Lehrervertretern zum Thema „Qualitätssicherung und Bildungsstandards“ statt.
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„Bildung macht stark“-Tour durch ganz Österreich
Unter dem Motto “Bildung
macht stark” ist Bildungsministerin Claudia Schmied derzeit in ganz Österreich unterwegs, um Schülerinnen und Schülern,
Lehrerinnen und Lehrern, Direktorinnen und Direktoren, Eltern und allen interessierten Menschen persönlich die
Schwerpunkte ihrer Bildungspolitik näher zu bringen. Bereits jetzt hat die Ministerin an 24 Stationen in ganz
Österreich Halt gemacht!
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Beste Vernetzung mit Bildungspartnern und Bildungsexperten
Nur unter
Einbindung von allen politischen und gesellschaftlichen Gruppierungen kann die Bildungsreform gelingen. Die
Zusammenarbeit mit dem Gewerkschaftsbund, der Wirtschaftskammer, der Arbeiterkammer, der Industriellenvereinigung, der
Bildungsreformkommission, den Bundesländern sowie dem Parlament funktioniert. Sie ist zentraler Bestandteil der Politik
von Bildungsministerin Claudia Schmied.
Geändert am 27.06.2008