Aber auch viele andere Anspruchsgruppen spielen eine wichtige Rolle im Berufsorientierungsprozess der Schülerinnen und Schüler.
Das Individuum – der Schüler oder die Schülerin – soll eine Entscheidung eigenständig treffen und auch die Verantwortung dafür übernehmen. Natürlich soll er bzw. sie die bestmöglich Unterstützung von allen Seiten erhalten und jede Entscheidung kann neu getroffen werden, aber am Ende jedes (Berufs-) Orientierungsprozesses steht eine Entscheidung, die auf Grund fundierter Überlegungen und Auseinandersetzungen getroffen werden sollte.
Berufsorientierung zu unterrichten stellt für Lehrerinnen und Lehrer eine große Herausforderung dar. Schülerinnen und Schüler brauchen bei der Frage ihrer Berufswahl Begleitung. Sie benötigen umfassende Unterstützung, um eine bewusst überlegte, vernünftige, selbständige und zukunftsorientierte Berufs- und Ausbildungswahl treffen zu können. Lehrerinnen und Lehrer bieten diese Unterstützung für ihre Schülerinnen und Schüler und sind oft die ersten Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen von ihren Schülerinnen und Schüler.
Einen Schlüssel zu einer gelungenen Berufsorientierung stellt auch die Zusammenarbeit von Eltern und ihren Kindern dar. Eltern beeinflussen unbewusst und bewusst das Verhalten ihrer Kinder. Durch Kommunikation und Austausch untereinander kann der Berufsorientierungsprozess durch eine aktive Mitarbeit bzw. Einbindung der Eltern erweitert, unterstützt und begleitet werden. Weiters ist auch das soziale Umfeld der Schülerinnen und Schüler und Eltern wichtig, da es sich ebenfalls auf Entscheidungen in der Berufsorientierung auswirkt.
Die Zusammenarbeit mit den Eltern der Jugendlichen ist unumgänglich um eine gelungene Überleitung in den Berufseinstieg zu gewährleisten. Der ständige Wandel in der Arbeitswelt und die Anforderungen der Wirtschaft an Jugendliche beim Berufseinstieg ist auch für Eltern ein unumgängliches Thema. Nur durch das Wissen der Eltern über die aktuellen Informationen über den Arbeitsmarkt, Bewerbungsstrategien und Aufnahmemodalitäten ist es ihnen möglich, ihre Kinder optimal in ihren Strategien zu unterstützen.
Mögliche Formate für Wege in der Elternarbeit seitens der Lehrerinnen und Lehrer können sein (Anmerkung: Diese Formate sind Ideen für Lehrerinnen und Lehrer, die sie am jeweiligen Schulstandort umsetzen können. Es sind jedoch keine eingeführten Standardangebote):
1) bezirksübergreifender Workshops, in denen gemeinsam mit Expertinnen und Experten ein Weg zur optimalen Unterstützung der Jugendlichen erarbeitet wird und den Eltern die Veränderung im Berufs- und Schulleben näher gebracht werden
2) Elternthemenreihe: Aufeinander abgestimmte Themen zur Berufsorientierung können von den Eltern wahlweise besucht werden.
Beispiel einer möglicher 4-teiligen Elternthemenreihe:
3) Prozessorientierte Elternarbeit in Form von Workshops als mögliche Fortführung von Elternthemenreihen
4) klassische Elternabende in Schulen
5) Elternarbeit in der Einzelbegleitung: für Eltern, die ihre Kinder selbst bei der Lehrstellensuche unterstützen möchten
Weitere Möglichkeiten intensivierter Elternarbeit bieten sich in der Einbindung aktiver Eltern z.B. als Referenten und Referentinnen bei Workshops (Betroffenen-Mainstreaming) bzw. in der Entwicklung von Elternforen.
Einen wichtigen Bereich in der Begleitung von Jugendlichen stellt die intensive Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmerinnen und Unternehmer durch persönliche Gespräche und interaktive Projekte dar.
Schülerinnen und Schüler bekommen durch berufspraktische Tage/Wochen (Schnuppertage) und Unternehmensbesichtigungen einen ersten Einblick in die Arbeitswelt. Und auf der anderen Seite können sich auch Unternehmen durch eine Kooperation mit einer Schule im Beruforientierungsunterricht gut profilieren und positionieren.
Regionale Netzwerke sollen genutzt werden um für die Schülerinnen und Schüler bestmöglich Ressourcen zu bündeln.
Weiters spielen auch Ministerien, Sozialpartner, Arbeitsmarktservice durch zahlreiche Angebote und Veranstaltungen zum Thema eine wichtige Rolle in der Berufsorientierung von Jugendlichen.
Geändert am 28.09.2009