Rechtliche Hinweise für Eltern/Erziehungsberechtigte

Individuelle Berufs(bildungs)orientierung

Einzelne Schüler bzw. Schülerinnen dürfen zum Zweck der eigenen Berufsorientierung bis zu max. 5 Tagen dem Unterricht fernbleiben.

Die individuelle Berufsorientierung muss aber zwischen Eltern, Schule (Klassenvorstand) und z.B. Betrieb oder auch anderen Institutionen (Arbeitsmarktservice, Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer, weiterführende Schulen, Universitäten, Fachhochschulen etc.) vereinbart und abgestimmt werden.
Außerdem muss die individuelle Berufs(bildungs)orientierung auf den lehrplanmäßigen Unterricht aufbauen.

Durch die Anwendung des Schulunterrichtsgesetzes (SchUG) § 13b und §175 Abs. 5 des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes (ASVG) wird Schülerinnen und Schüler eine individuelle Berufsorientierung außerhalb der Unterrichtszeit (d.h. dass der Unterricht für den Einzelnen bzw. die Einzelne entfällt) ermöglicht – dies wird durch die Schülerunfallversicherung gedeckt!

Wenn diese individuelle Berufsorientierung in einem Betrieb erfolgt, so darf der Schüler/die Schülerin nicht in den Arbeitsprozess eingegliedert werden.

Schulveranstaltungenverordnung, Realbegegnungen und Aufsicht

Schulveranstaltungen

Da das direkte Kennen lernen und das unmittelbare Erleben helfen, sich eine Meinung über verschiedene Ausbildungswege und Berufe zu bilden, spielen Schulveranstaltungen im Rahmen der Berufsorientierung eine wichtige Rolle.

Das Kennzeichen von Schulveranstaltungen ist die Ergänzung des lehrplanmäßigen Unterrichts, und zwar durch unmittelbaren und anschaulichen Kontakt zum wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben.

Begleitpersonen

Der Schulleiter bzw. die Schulleiterin muss eine fachlich geeignete Lehrkraft mit der Leitung der Schulveranstaltung betrauen. Diese Person ist für die Vorbereitung, Durchführung und Auswertung der Veranstaltung, für die Koordination im Rahmen der Schule und die Kontakte mit außerschulischen Stellen zuständig. Erste-Hilfe-Leistung muss gewährleistet sein.

Aufsichtspflicht bei Schulveranstaltungen

Während die Aufsicht ab der 9. Schulstufe bei Vorliegen der erforderlichen körperlichen und geistigen Reife der Schüler und Schülerinnen entfallen kann, ist der Entfall auf der 7. und 8. Schulstufe zusätzlich an die Bedingung geknüpft, dass der Entfall für die Gestaltung des Unterrichtes (aber auch von Schulveranstaltungen …) zweckmäßig sein muss.

Auch für die Zeit zwischen dem Vormittags- und Nachmittagsunterricht wird diese Altersgrenze wirksam: Ab der 7. Schulstufe kann im Hinblick auf die konkrete Situation (nämlich dem Aufenthalt von Schülerinnen und Schülern in der Mittagspause im Schulgebäude) die Beaufsichtigung bei Vorliegen der körperlichen und geistigen Reife der anvertrauten Schüler entfallen.

Schulveranstaltungen und schulbezogene Veranstaltungen zur Berufsorientierung finden im Rahmen von §13 und 13a SchUG statt.

Realbegegnungen

Unter diesem Begriff werden alle direkten Begegnungen der Schülerinnen und Schüler mit Personen und Einrichtungen der Arbeitswelt oder aus dem Ausbildungsbereich zusammengefasst wie z.B. Betriebserkundungen, Teilnahme am berufsbezogenen Unterricht, Besuch von z. B. Berufsinformationszentren, Berufsinformationsmessen, Wirtschaftskammer, Arbeitsmarktservice, Arbeiterkammer, Innungen etc.

Integrative Berufsorientierung

Besonders für Schulabgängerinnen und Schulabgänger mit sonderpädagogischem Förderbedarf erschwert sich der Berufseinstieg immer mehr. Gerade im sonderpädagogischen Bereich stellen die durch den Berufsorientierungsunterricht vermittelten Kompetenzen eine Grundlage zur Eingliederung in die Arbeitswelt dar.

Entscheidung zwischen Textilem und Technischem Werken

In der Sekundarstufe I werden Textiles Werken und Technisches Werken als Wahlpflichtgegenstände angeboten. Diese Wahl gilt für die ganze Dauer der Hauptschule oder AHS-Unterstufe. Ein späterer Wechsel ist nur in begründeten Ausnahmefällen möglich. Mit der Wahl ist eine wichtige Entscheidung verbunden, die nach individuellen Neigungen erfolgen sollte. Die Entscheidung für den einen oder den anderen Gegenstand hat weit reichende Auswirkungen auf den weiteren Bildungsweg und die beruflichen Möglichkeiten.

Geändert am 26.09.2012

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