Werkunterricht an österreichischen Schulen

In der Sekundarstufe I werden Textiles Werken und Technisches Werken als Wahlpflichtgegenstände angeboten. Die Schüler/innen müssen sich entweder für den einen oder den anderen Gegenstand entscheiden. Diese Wahl gilt für die ganze Dauer der Hauptschule oder AHS-Unterstufe. Ein Wechsel ist in späteren Schulstufen nur sehr schwer möglich (vgl. § 11 (3) SchUG). Die Wahlmöglichkeit soll sicherstellen, dass die Mädchen und Burschen ihren Interessen gemäß ausgebildet werden.
Es gibt auch vereinzelt Schulen (schulautonom oder als Schulversuch), die Textiles und Technisches Werken für alle Schüler/innen anbieten.

Mit der Wahl ist eine wichtige Entscheidung verbunden, die nach individuellen Neigungen erfolgen sollte. Die Entscheidung für den einen oder den anderen Gegenstand kann auch weit reichende Auswirkungen auf den weiteren Bildungsweg und die beruflichen Möglichkeiten haben. Zur Unterstützung beim Entscheidungsfindungsprozess wurde von Mafalda/Steiermark in Zusammenarbeit mit dem Landesschulrat für Steiermark ein kleiner Ratgeber für Eltern mit Interessenstest für Schüler/innen herausgegeben.

Technisches Werken spielt eine wichtige Rolle in der Technikmotivation und Förderung. Das zeigt sich besonders bei den Mädchen. Technische Berufe bieten auch für Mädchen und Frauen viele Chancen und sollten zumindest in Erwägung gezogen werden. Eine Studie, die im Rahmen des EU-Projektes „girls crack it“, durchgeführt wurde, zeigt auf, dass die Wahl des Werkunterrichtes entscheidenden Einfluss auf Selbsteinschätzung und Selbstvertrauen der Mädchen im technisch- handwerklichen Bereich hat.
Der Textile Werkunterricht hat sich vom "Handarbeitsunterricht" hin zur Vermittlung eines breiten Spektrums kreativer Techniken mit unterschiedlichen Materialien weiterentwickelt. Dabei werden ökologische und ökonomische Zusammenhänge genauso berührt, wie Kulturtechniken der Menschheitsgeschichte und Kulturvergleiche. Der Textile Werkunterricht bietet auch Burschen die Möglichkeit sich Fertigkeiten anzueignen, die im täglichen Leben gut zu brauchen sind und fördert sie in der Entwicklung ihres kreativen Potentials.

Im Rahmen des Projektes „mut! Mädchen und Technik“ wurden bundesländerübergreifend der Technische und Textile Werkunterricht genauer betrachtet und Empfehlungen zur Weiterentwicklung erarbeitet, um die Zuordnung 'Textiles Werken = weiblich'/ 'Technisches Werken = männlich' aufzuheben.

Geändert am 23.09.2009

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