Berufsmatura: Lehre mit Reifeprüfung

Bessere Jobchancen durch Bildung

Perspektiven eröffnen – Potenziale nutzen

Wir wollen ein Bildungssystem, das niemanden zurücklässt. Ein Bildungssystem, das alle Beteiligten bestmöglich nach ihren Interessen und Begabungen fördert.

Junge Menschen brauchen eine berufliche Perspektive. Unser Land braucht gut ausgebildete und motivierte Menschen in allen Bereichen des Wirtschafts- und Zivillebens. Die Jugend ist unser gesellschaftliches Potenzial und unsere wichtigste Ressource für den Standort Österreich. Unternehmen können Bildung fördern, indem sie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Weg zu Aus- und Weiterbildung ebnen.

Einer unserer bildungspolitischen Schwerpunkte ist es, jungen Menschen durch Bildung bessere Jobchancen zu eröffnen. Die Berufsmatura, die Kombination von Lehre und Reifeprüfung, ist ein wichtiger Beitrag für den Zugang möglichst vieler Menschen zum lebensbegleitenden Lernen.

Die Berufsreifeprüfung für Lehrlinge
Praktische Ausbildung mit Mehrwert

Die Vorteile auf einen Blick:

Lehrlinge und Unternehmen profitieren

Lehrlinge erwerben zusätzlich zu ihrer praktischen Lehrausbildung die Reifeprüfung – Unternehmen verfügen über mehr höherqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Der Abschluss ist für Lehrlinge kostenlos

Für die Vorbereitungskurse und Prüfungen zur Berufsmatura fallen für die Lehrlinge keine Kosten an.

Die Berufsreifeprüfung ist während der Berufsschulzeit möglich

Drei der vier Teilprüfungen (Deutsch, lebende Fremdsprache, Mathematik und ein Fachbereich aus dem jeweiligen Lehrberuf) für die Berufsmatura können bereits vor der Lehrabschlussprüfung abgelegt werden.

Bildungsanbieter erhalten Förderung vom Bund

Für jeden Jugendlichen erhalten Bildungsanbieter maximal 6.000 Euro Förderung für die Vorbereitungskurse.

Trägerorganisationen koordinieren länderspezifische Ausbildungsmodelle

Je nach regionalen Gegebenheiten werden Ausbildungsmodelle konzipiert und mit dem Bildungsministerium abgestimmt.

Die Berufsmatura startet österreichweit ab Herbst 2008.

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Ein Modell für die Zukunft

Im Herbst 2008 startet österreichweit die Berufsreifeprüfung für Lehrlinge. Die Lehre wird attraktiver, Unternehmen profitieren von mehr und besser ausgebildeten Fachkräften, Bildungsanbieter erhalten zusätzliche öffentliche Mittel.

Was ist neu?

Drei der vier Teilprüfungen (Deutsch, lebende Fremdsprache, Mathematik und ein Fachbereich aus dem jeweiligen Lehrberuf) können bereits vor der Lehrabschlussprüfung abgelegt werden, die letzte Teilprüfung nach Vollendung des 19. Lebensjahres. Bisher war die Berufsreifeprüfung für Lehrlinge erst nach Lehrabschluss möglich und mit hohen Kosten für die Betroffenen verbunden. Durch die Novelle des Berufsreifeprüfungsgesetzes und ein zusätzliches Förderprogramm des Bundes sollen sich Lehrlinge ab September 2008 auf die Matura österreichweit kostenfrei und parallel zur Lehre vorbereiten können.

Welche Aufgaben übernimmt der Bund?

Der Bund übernimmt die Kosten für die Maturavorbereitung. Im Vollausbau sollen nach heutiger Schätzung rund 1.600 Lehrlinge pro Jahrgang von diesem Angebot profitieren.

Welche Aufgaben übernehmen die Länder? In jedem Bundesland wird von der Landesregierung eine Trägerorganisation nominiert. Diese erstellt in Kooperation mit Bildungsanbietern ein Ausbildungsmodell, das vom Bildungsministerium geprüft und genehmigt wird. Dadurch wird österreichweit hohe Qualität gewährleistet.

Was ist eine Trägerorganisation und welche Aufgaben hat sie?

Eine Trägerorganisation muss bestimmte Qualitätskriterien erfüllen: Sie muss vom Land akzeptiert und unterstützt werden, privatwirtschaftliche Verträge und Förderverträge abwickeln können; sie übernimmt die Koordinierungsfunktion des Landes sowie die Bewerbung und Beratung für das Ausbildungsmodell. Die Trägerorganisationen treten gegenüber dem Bildungsministerium als „Antragsteller“ mit einem länderspezifischen Ausbildungsmodell auf. Nach Prüfung des Ausbildungsmodells durch die Approbationskommission und Bewilligung durch das Ministerium sowie Abschluss eines Fördervertrags erhalten die Trägerorganisationen vom Bund die Fördergelder. Sie sind für deren Abrechnung sowie die Durchführung der Vorbereitungslehrgänge durch qualifizierte Bildungsanbieter verantwortlich.

Wer bietet die Lehrgänge an?

Zwei Gruppen kommen in Frage: Einrichtungen der allgemeinen und berufsorientierten Erwachsenenbildung (z. B. bfi, WIFI, Volkshochschulen) sowie weiterführende Schulen (Berufsschulen und höhere Schulen). Schulen können die Lehrgänge im Rahmen einer teilrechtsfähigen Einrichtung anbieten. Lehrpersonen, die in den Lehrgängen der Berufsmatura unterrichten, erhalten dafür eigene Verträge. Die Bildungsanbieter sind verantwortlich für die Durchführung kompetenter Maturavorbereitungen und für eine klare Rechnungslegung über den Verbrauch der Fördermittel.

Ab wann gibt es das Angebot?

Die Berufsmatura startet im Herbst 2008 in einer österreichweiten Pilotphase. Seit zehn Jahren gibt es in Österreich die Möglichkeit, nach der Lehre eine Berufsreifeprüfung abzulegen. Diese Möglichkeit haben bisher rund 10.000 Personen genutzt und sie wird auch weiter bestehen.

Wer kann davon profitieren?

Profitieren sollen in erster Linie Lehrlinge, die studieren wollen oder planen, sich beruflich weiterzuentwickeln. Kein Bildungsweg darf zur Sackgasse werden. Durch die Berufsmatura werden mehr junge Menschen zu mehr Bildung geführt. Österreich profitiert von diesem Innovationsschub als Gesellschaft und als Wirtschaftsstandort.

Wie können sich Bildungsanbieter an einer Trägerorganisation beteiligen?

Anbieter von Lehrgängen setzen sich mit den Trägerorganisationen der Länder in Verbindung und stellen ihr Ausbildungsprogramm vor. Die Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung soll durch ein ausgewogenes Modell von Unterrichts-, Beratungs- und Coachingphasen erfolgen. Kommt eine Kooperation auf Basis der bundesweit gültigen Qualitätskriterien (qualifizierte Lehrende, Unterricht von 900 Unterrichtseinheiten, zumindest 15 Coachingstunden; Fachprüfung muss auch als Projektarbeit angeboten werden) zustande, übermitteln die Trägerorganisationen die entsprechenden Fördergelder.

Wie hoch ist die Förderung des Bundes?

Der Bund stellt den Trägerorganisationen maximal 6.000 Euro pro Lehrling zur Verfügung.

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Informationen für Lehrlinge, Unternehmen und Bildungsanbieter:

Bis zum Abschluss der Verträge mit den Trägerorganisationen der Länder dient eine Koordinierungsstelle im Bildungsministerium als zentrale Informationsstelle. Im Herbst 2008 wird in jedem Bundesland eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die als Ansprechpartner für Interessierte und Beteiligte fungiert.

Kontakt:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Minoritenplatz 5
1014 Wien
T +43 1 53120-0
ministerium@bmukk.gv.at

Alle Informationen zur Berufsmatura:
Projektteam Berufsmatura (Projektleitung: Dr. Christian Dorninger)
Hotline Berufsmatura
Montag-Freitag 09.00-17.00 Uhr
0800 501530 (zum Nulltarif)
berufsmatura@bmukk.gv.at

Geändert am 14.01.2014

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