Um 35 v. Chr.
Entwicklung eines einheimischen Alphabets in Anlehnung an das
venetische.
1. Jh. N. Chr.
Beginn des geplanten Lehrens in der Form des im Römischen Reich
üblichen Privatunterrichts.
Alphabetisierung (elementare Ausbildung) breiter Volksschichten.
Fehlen schulischer Ausbildungsmöglichkeiten bei den germanischen Stämmen.
Um 200
Runenschrift auf Grundlage des nordetruskisch-alpinen Alphabets
möglicherweise im Raum der Markomannen geschaffen.
4./5. Jh.
Christianisierung, Ausbildung von Priestern in Presbyterialschulen.
Ab 4. Jh.
Rückgang der Bildungsmöglichkeiten und Bildungsansprüche während der
Völkerwanderungszeit.
8. Jh.
Einrichtung eines systematischen, über die Elementarbildung hinausführenden
Unterrichts in den Klöstern (Klosterschulen).
Erste Nennung von Schülernamen.
774
Admonitio generalis (Bildungserlass Karls d. Gr.).
E. 8. Jh./ A. 9. Jh.
Erster Höhepunkt der Domschule in Salzburg unter Erzbischof Arn
(785-821).
9. Jh.
Ausbau des Schul- und Bildungswesens.
Mädchenerziehung in
Nonnenklöstern.
942-947
Einführung der St. Gallener Lehrweise durch Chunibert an der Salzburger
Domschule.
Um 983
Blüte der Salzburger Domschule.
Nach 1100
Unterricht in den Klosterschulen von großer Bedeutung.
Um 1154
Nachweis einer Pfarrschule bei St. Stephan in Wien (Magister Petrus).
1179
Anordnung des 3. Laterankonzils, dass „an“ Kirchen oder Klöstern Unterricht
zu bieten sei.
1215
Bestimmungen des 4. Laterankonzils „über die Magister in den Schulen“.
1217
Erste Niederlassung der Dominikaner im deutschsprachigen Raum in Friesach
(Verpflichtung zum ständigen Studium).
1228
Errichtung des Bistums Lavant mit dem Sitz in St. Andrä (Domschule 1307
nachweisbar).
1237
Regelungen für die Schule bei St. Stephan im Privilegium für die Reichsstadt
Wien.
13. bis 15. Jh.
Zahlreiche Gründungen von Lateinschulen in Städten und Märkten.
1296
Verzicht des Habsburgers Albrecht I. auf das Patronat der Schule bei St.
Stephan zugunsten des Bürgermeisters und des Rates der Stadt Wien.
1306
Einrichtung eines „studium generale“ durch die Augustiner-Eremiten in Wien.
Ab 14. Jh.
Generalstudium der Dominikaner in Wien.
1365
Gründung der Landesuniversität Wien durch Rudolf IV.
1384
Bewilligung einer theologischen Fakultät für die Wiener Universität.
1385
Statuten der Universität Wien.
Generalstudium der Karmeliter
in ihrem Kloster Am Hof in Wien.
14./ 15. Jh.
Blühendes jüdisches Schulwesen (in der Regel Elementarunterricht
für alle Knaben und Mädchen; Talmudschulen in Wien, Wiener Neustadt und Graz).
1390 bis 1460
Rabbi Israel Isserlein (Talmudschule in Wiener Neustadt erhält
unter ihm seit 1425 hochschulähnlichen Charakter).
14./ 15. Jh.
Vordringen der Quadrivialfächer im Lehrplan (Heinrich von
Langenstein, Johann von Gmunden, Georg Aunpeck von Peuerbach).
15. Jh.
Einrichtung gewerbemäßig geführter „deutscher Schulen“ durch
Schulhalter.
1497
Berufung des Wanderpredigers des Humanismus Konrad Celtis (1459-1508) an
die Wiener Universität.
1493 bis 1542
Theophrastus Bombastus von Hohenheim (Parcelsus) verwendet die
deutsche Sprache in Vorlesungen und wissenschaftlichen Abhandlungen und entwirft eine neue Konzeption der Bildung.
1533
Erstes Reformgesetz Ferdinands I. zur Wiederaufrichtung der Universität und
der Partikularschulen.
1537
Zweites Reformgesetz Ferdinands I. zur Neuordnung der Universität.
1546
Führung einer Adelsschule in Wien.
Konzil von Trient legt
allgemeine Richtlinien für das Schulwesen fest.
1549
Beschluss der Salzburger Provinzialsynode zur Reform der Schule („De
Scholis“).
1552 bis 1555
Petrus Canisius wirkt im Wiener Kolleg der Jesuiten und an der
Universität.
1553
Jesuiten bieten in Wien die „studia inferiora“ an.
1554
Ferdinand I. „Neue Reformation“ der Wiener Universität.
1555
Der Katechismus des Petrus Canisius (Großer K., 1555) wird für zwei
Jahrhunderte zum Lernbuch der deutschen katholischen Jugend.
1585
Stiftung der Jesuitenuniversität Graz (Philosophie, Theologie).
1586
Ferdinand II. von Tirol erlässt eine streng katholisch ausgerichtete
Schulordnung, die für die westösterreichischen Gebiete bis 1774 in Kraft bleibt.
1594
Wolf Dietrich von Reitenau erlässt katholische Schulordnung für Salzburg.
Johannes Kepler (1571-1630) nimmt den Unterricht an der protestantischen Landschaftschule in Graz auf
(bis 1598) und lehrt ab 1612 im Dienst der obderennsischen Stände in Linz.
1617
Eröffnung eines „Gymnasium publicum“ durch die Benediktiner in Salzburg.
1622
Gründung der Benediktineruniversität Salzburg.
1627 bis 1631
Englische Fräulein führen in Wien eine Mädchenschule mit
Internat.
1631
Piaristen gründen ihr erstes Kollegium in den habsburgischen Ländern in
Nikolsburg (heute Mikulov, Tschechoslowakei).
1660
Kaiserin Elenore, Witwe Ferdinands II., beruft Orden der Ursulinen nach
Wien; diese eröffnen in der Folge mehrere Mädchenschulen.
1669 bis 1677
Errichtung der Universität Innsbruck.
1676
Johann Joachim Becher (1635-1682) errichtet in Wien ein „Kunst- und
Werck-Hauß“ (Lehrwerkstätte, Forschungsstätte) und wünscht die Verknüpfung von Allgemeinbildung und theoretischem
Fachwissen.
1682
Gründung einer Ritterakademie durch die niederösterreichischen Stände in
Wien.
1688
Eröffnung einer Akademie „von der mallerey, bilathauer, fortification,
prospectiv und architecturkhunst“ (P. Strudel) in Wien.
1702
Gründung einer Ritterakademie (Collegium) durch Erzbischof J.E. Graf
Thun in Salzburg.
Ab 1711
Wirken von „Christenlehr-Bruderschaften“ (bedeutsam für die
religiöse Unterweisung).
1717
Berufung der Salesianerinnen nach Wien (Unterricht für adelige
Mädchen).
Eröffnung einer „Ingenieur-Academia“ in Wien.
1735
Studienordnung Karls VI.
1746
Gründung des „Collegium Theresianum“ in Wien.
1749
Eröffnung der Savoyischen Ritterakademie.
1749 bis 1760
Erste Reformphase der Universität Wien unter Maria Theresia
(Gerard van Swieten).
1751
„Theresianische Schulbefragung“ in der Steiermark.
Gründung der Militärakademie in Wiener Neustadt.
1752
„Norma“ für die Gymnasien.
1753
Johann Thomas Trattner erhält Privilegium privativum für den Druck von
Gymnasiallehrbüchern.
1754
Errichtung der Orientalischen Akademie.
Abschaffung des
landesfürstlichen Superintendenten.
1758
Eröffnung einer „Commerzial-Zeichnungs-Academie“ (Florian Zeiß).
1760
Einsetzung der Studienhofkommission als zentrale Planungs-, Lenkungs-
und Verwaltungsinstitution.
1766
Eröffnung der „Kupferstecher-Academie“ in Wien (Jakob Schmutzer).
1767
Errichtung einer Possier-, Verschneid- und Graveur-Akademie in Wien
(Anton Domanöck).
Eröffnung einer „Pferde-Curen und Operationsschule“ in Wien (1808
Thierarzney-Istitut).
1770
Maria Theresia erklärt das Schulwesen zum „Politikum“.
Einrichtung einer Commission in Schulsachen“ (Niederösterreichische Schulkommission).
Errichtung einer „Real-Handlungs-Akademie“ (J. G. Wolf) in Wien.
1771
Errichtung der „Normalschule“ in Wien.
1772
Einrichtung eines „Lekturkabinets“ in Wien.
Niederösterreichische Schulkommission erhält Privilegium für Verlag und Verschleiß aller Schulbücher
für den Primarbereich (Österreichischer Bundesverlag).
1773
Ferdinand Kindermann (1740 bis 1801) richtet in Kaplitz eine
„Industrieschule“ ein.
1774
„Allgemeine Schulordnung“ (J. I. Felbiger) verpflichtet alle sechs- bis
zwölfjährigen Kinder zum Schulbesuch (Privatunterricht möglich).
1774 bis 1778
Zweite Reformphase der Universität unter Maria Theresia.
1775
Reform der Gymnasien durch Gratian Marx.
Eröffnung
eines „Officierstöchter-Erziehungs-Instituts“ in St. Pölten (bald nach Wien verlegt).
Maria Theresia
gründet eine ihren Namen tragende Ritterakademie.
1777
J.I. Felbinger übernimmt die „Direction und respective Oberaufsicht des
gesamten Normal-Schulen-Geschäfts“. Beschluss der „Ratio educationis“ für Ungarn.
1779
Einrichtung eines Taubstummeninstituts in Wien (J.Storck).
1781
Entlassung J.I. Felbigers. Bestellung Gottfried van Swietens zum
Vorsitzenden der Studienhofkommission.
1781 bis 1785
Reformierung der Universitätsstudien unter Joseph II.
1782
Degradierung der Universitäten Graz und Innsbruck zu Lyzeen. Joseph II.
sendet Th. Jankovic Mirijevski (Direktion der Normalschule in Temesvar) als Berater für die Neuordnung des russischen
Schulwesens nach Petersburg.
1783
Einrichtung von Generalseminaren für die Priesterausbildung in Wien,
Graz und Innsbruck.
1784
Joseph II. führt die deutsche Sprache als Unterrichtssprache an den
Universitäten ein. Forderung von Schulgeld an den Gymnasien.
Anordnung, dass nicht nur in Pfarren und
Lokalkaplaneien, sondern in allen Orten, wo 90 bis 100 schulfähige Kinder gezählt werden, Trivialschulen errichtet
werden müssen.
1785
Verwendung des Begriffs „Volksschule“ in einem amtlichen Dokument
(Salzburg).
Einsetzung von Kreisschulkommisiären als mittlere Instanzen der Schulaufsicht.
1786
Abschaffung des Magistergrades.
1787
Eröffnung eines „Civil - Mädchen - Pensionats“ in Wien.
1788
Abschaffung des Bakkalaureats.
1789
Einrichtung von Leihbüchereien.
1790
Beginn der Arbeiten der „Studieneinrichtungskommission“ (Karl Anton
Martini). Universitätsreformen; Einführung des kollegialen Prinzips im Studienwesen.
Auflösung der
Generalseminare und Wiedereinrichtung der Theologischen Lehranstalten. Eröffnung eines „Schulmeister-Seminariums“ in
Salzburg.
1791
Anerkennung der Schulatuonomie der evangelischen Bekenntnisse in Ungarn
(einschließlich des Burgenlands).
Auflösung der Studienhofkommision.
1793
„Gymnasialschulplan von der Wienerischen Lehrerversammlung“.
1802 bis 1805
Erste Reformphase der Universitäten unter Franz II. (I).
1804
Einrichtung einer Blindenanstalt in Wien (J. W. Klein).
Genehmigung des Gymnasialplans von F. I. Lang (Fachlehrersystem).
1806
Errichtung eines Lehrstuhles für Pädagogik an der Universität Wien
(erster Lehrkanzelinhaber: V. E. Milde). „Politische Verfassung der deutschen Schulen in k. auch k. k. deutschen
Erbstaaten“.
Einführung der „Realschule“. Zweite „Ratio educationis“- Verordnung.
1808
Wiedereinsetzung der Studienhofkommission als Zentralbehörde für
Studien- und Unterrichtsangelegenheiten.
1810
Degradierung der Universität Salzburg zu einem Lyzeum.
Zweite Reformphase der Universitäten unter Franz I. (juridische und medizinische Fakultät).
1811
Gründung des „Joanneums“ in Graz.
1812
Unterweisung taubstummter Kinder in Linz (M. Reiter). Gotthard
Guggenmoos beginnt schwerhörende und schwersprechende Kinder in Hallein zu unterrichten.
1815
Eröffnung des „polytechnischen Instituts“ in Wien.
1816
Wiederholungsunterricht an Sonntagen wird für Zwölf- bis
Fünfzehnjährige verpflichtend.
Gründung des „Höheren Priesterbildungsinstituts zum hl. Augustin“ in
Wien.
1817
Führung eines Konservatoriums durch die „Gesellschaft der
Musikfreunde“ in Wien.
1818
Wiedereinführung der Klassenlehrer in den Gymnasien.
1826
Das Lyzeum Graz wird wieder zur Universität erhoben.
1827
Das Lyzeum Innsbruck wird wieder zur Universität erhoben.
1829 bis 1835
Bestand einer „Kretinenschule“ in Salzburg (G. Guggenmoos).
1830
Einrichtung von Kinderbewahranstalten (Kindergärten) in Wien.
1833
Neuordnung der medizinischen Fakultät.
1840
Eröffnung der „Berg- und Hüttenschule“ in Vorarlberg (Peter Tunner).
Einrichtung einer Sonntagsschule im Mercantilfache“ (Johann Geyer).
Ursulinen bieten
„pädagogische Lehrkurse zur Bildung weiblicher Lehrindividuen“ an.
1841
Einsetzung eines „Comites zur Entwerfung der Verbesserungs-
Vorschläge für Gymnasien“ (Benedict Richter).
1843
Studienhofkommission verbietet Fabriksarbeit der schulpflichtigen
Kinder (vor dem 12. Lebensjahr).
1847
Gründung der „Akademie der Wissenschaften in Wien“.
1847/48
Zusammenschluss von Lehrern und am Bildungsfortschritt
interessierten Persönlichkeiten zum „Ersten österreichischen pädagogischen Verein“.
1848
23. März: Errichtung eines „Ministeriums des öffentlichen
Unterrichts“ (ab 1849 „Ministerium für Cultus und Unterricht“).
April: Berufung Franz Seraphin Exners
(1802-1853) in das Unterrichtsministerium.
Juli-Oktober: Ernst Freiherr von Feutersleben als
Unterstaatssekretär im Unterrichtsministerium. Einführung der Habilitierung der Privatdozenten.
November: Ernennung Joseph Alexander Freiherr von Helferts (1820-1910) zum Unterstaatssekretär im
Unterrichtsministerium (bis 1861).
Eine der wenigen Bildungsmöglichkeiten, die Mädchen im Anschluss an
die Pflichtschule offenstehen, ist die Ausbildung zur Volksschullehrerin.
1849
Juli: Berufung Leo Graf Thun-Hohensteins zum Minister für Cultus und
Unterricht (bis 1860) „Entwurf der Organisation der Gymnasien und Realschulen in Oesterreich“ (1854 definitiv).
Provisorisches Gesetz über die Organisation der akademischen Behörden.
1850
Einsetzung von Adalbert Stifter (1805-1868) als Schulrat
(Landesschulinspektor) in Österreich ob der Enns (bis 1865).
Provisorisches Gesetz über den
Privatunterricht.
Erhebung der Evangelisch-theologischen Lehranstalt in den Rang einer Fakultät.
„Zeitschrift für die österreichischen Gymnasien“ (bis 1919/20).
1851
„Organisierung des gewerblichen Unterrichts überhaupt und die
Errichtung von Realschulen insbesondere“.
„Der österreichische Schulbote“ (heute „Erziehung und
Unterricht“).
1858
Eröffnung der Ersten österreichischen Handelsakademie (Wien).
1860
Auflösung des „Ministeriums für Cultus und Unterricht“.
1861
Einrichtung eines „Unterrichtsrates“ (Aufnahme der Tätigkeit erst
1864, Auflösung 1867).
Erhebung der „Steiermärkisch-ständischen Montananstalt“ zur „Bergakademie“.
Einführung des Begriffs „Heilpädagogik“ durch die Leiter der Anstalt für abnorme Kinder“ (Baden, dann
Wien) Heinrich Marianus Deinhardt und Jean Daniel Georgens.
1863
Eröffnung eines „Kindergartens“ in Wien (1830: erste „Kinder-
Bewahranstalt“ in Wien).
1864
Einrichtung des „Real-Gymnasiums“ als gemeinsame Unterstufe für
Gymnasium und Realschule. Statut für die „Landschaftliche technische Hochschule am Joanneum in Graz“ (1873 Übernahme
durch den Staat).
1865
Hochschulrang für das „polytechnische Institut“ in Wien (1872
Technische Hochschule).
1867
Wiederherstellung des „Ministeriums für Cultus und öffentlichen
Unterricht“. Erster österreichischer Lehrertag (Wien).
1868
Einrichtung der Realschule als siebenklassige „mittlere“ Schule
ohne Latein. Berufung von Dr. Friedrich Dittes (1829-1896) zum Direktor des neueröffneten „Pädagogiums“ in Wien.
Eröffnung der „Kunstgewerbeschule des k. k. österreichischen Museums“.
Die Wiener
Kaufmannschaft gründet die erste Handelsschule für Mädchen.
1869
14. Mai. „Grundsätze des Unterrichtswesens bezüglich der
Volksschulen“ (sogenanntes Reichsvolksschulgesetz).
Das Schulwesen wird der kirchlichen Aufsicht
entzogen und dem Staat unterstellt.
Die allgemeine Schulpflicht wird von sechs auf acht Jahre
verlängert.
Pflichtschule ist die achtklassige öffentliche Volksschule. In größeren Gemeinden gibt es
nach Absolvierung von fünf Klassen Volksschule die Möglichkeit, die dreiklassige Bürgerschule zu besuchen. Dort werden
Mädchen und Burschen nach unterschiedlichen Lehrplänen unterrichtet. (Mädchen haben weniger Arithmetik, Geometrie und
Zeichnen, dafür sechs Wochenstunden Handarbeiten.)
Einrichtung der ersten Lehrer- und
Lehrerinnenbildungsanstalten (1874 Organisationsstatut).
1870
Gymnasial-Enquete unter dem Vorsitz von Unterrichtsminister Karl
Stremayr. Provisorische Schul- und Unterrichtsordnung für die allgemeinen Volksschulen.
Gründung des
„Steiermärkischen Volksbildungsvereins“.
Ab diesem Zeitpunkt vermehrte Gründung gewerblicher
Fortbildungsschulen für Frauen. In erster Linie Koch- und Nähschulen zur Existenzsicherung unverheirateter Frauen.
1871
Der Wiener Frauen-Erwerb-Verein gründet die höhere Bildungsschule
für Mädchen, eine Mittelschule, deren Lehrplan ungefähr jenem der Realschule entspricht, gleichzeitig aber "die
Wesensart und die Aufgaben der Frau" berücksichtigt.
1872
Gründung der Hochschule für Bodenkultur.
Rektoratsverfassung für die „Akademie der bildenden Künste“.
Einsetzung einer
„Ständigen Ministerialkommission für Gewerbeschulangelegenheiten“ (bis 1874).
Gesetzliche Verankerung
der vorschulischen Erziehung.
Gründung des „Oberösterreichischen Volksbildungsvereins“.
Aufgrund eines Ministerialerlasses können Mädchen die Matura als Externistinnen an einem
Knabengymnasium ablegen, allerdings berechtigt sie die Reifeprüfung nicht zu einem ordentlichen Hochschulstudium.
1873
Organisation der akademischen Behörden.
Eröffnung
einer „Handels-Hochschule“ in Wien (Provisorium 1872/73; Schließung 1877).
Gründung eines
sechsklassigen „Lyceums“ in Graz (Prototyp einer „mittleren“ Mädchenschule).
1880
Umwandlung der Bau- und Maschinengewerbeschule in die erste
vollständige Staatsgewerbeschule.
1882
Einrichtung einer „Central-Commission für Angelegenheiten des
gewerblichen Unterrichtes“.
Erster österreichischer Kindergartentag.
1883
Novellierung des sogenannten Reichsvolksschulgesetzes.
Teilweiser Rückgang der Schulpflicht auf sechs Jahre.
1884
Erster „Volksbildungstag“ in Aussee (Steiermark).
1885
Verbot der Fabrikschulen durch Novellierung des Gewerbegesetzes.
Eröffnung einer „Hilfsclasse“ für schwachsinnige Schüler in Wien.
„Weisungen zu Führung
des Schulamtes an den Gymnasien in Österreich“.
Gründung des „Allgemeinen niederösterreichischen
Volksbildungsvereins“ in Krems (1893 Verselbstständigung des Zweigvereins „Wien und Umgebung“).
1886
Einrichtung von Bürgerschul-Lehrkursen.
1888
Gründung der „Graphischen Lehr und Versuchsanstalt“ in Wien.
Schaffung eines „Zentralinspektorats für das kaufmännische Bildungswesen“.
1892
Gründung des ersten Mädchengymnasiums im deutschen Sprachraum
(Wien).
1896
Akademischer Rang für die Veterinärmedizin-Ausbildung
(„Militär-Thiernarznei-Institut und Thierärztliche Hochschule in Wien“).
1897
Zulassung von Frauen akademischen Studium an der philosophischen
Fakultät der Universität in Wien (ab 1900 an der medizinischen Fakultät).
Einrichtung der ersten
Kinderkunststätte durch Franz Cizek in Wien.
Gründung der Wiener Urania“.
1898
Eröffnung der „Exportakademie des k. k. Handelsmuseums“. Umwandlung
der Orientalischen Akademie zu einer „Consular-Akademie“. „Grundsätze der Jungen“.
Die ersten
Schülerinnen des Mädchengymnasiums treten als Externistinnen am Akademischen Gymnasium zur Matura an.
1900
Einführung des sechsklassigen „Mädchenlyceums“.
1901
Auch das Maturazeugnis von Maturantinnen enthält ab nun den
Vermerk "Reif zum Besuch einer Universität". Hinsichtlich Studienwahl sind die jungen Frauen allerdings sehr
eingeschränkt. Zu diesem Zeitpunkt stehen ihnen nur die philosophische (seit 1897) und seit 1900 die medizinische
Fakultät (inkl. Pharmazie) offen. Ab 1919 hatten Frauen Zutritt zur juridischen Fakultät, zur Tierärztlichen
Hochschule, zur Technischen Hochschule und zur neu gegründeten Hochschule für Welthandel, ab 1920/21 zur Akademie der
bildenden Künste, ab 1922 zur evangelisch-theologischen und ab 1945 zur katholisch-theologischen Fakultät.
1904
Hochschulrang für die Bergakademie in Leoben („Montanistische
Hochschule“). Erster „Volkshochschultag“ in Wien.
1905
„Schul- und Unterrichtsordnung für allgemeine Volksschulen und
für Bürgerschulen“.
1906
Einrichtung von „militärisch organisierten Knabenhorten“.
1907
„Lex Apponyi“ als Höhepunkt der auf Magyarisierung ausgerichteten
ungarischen Bildungspolitik.
In Wien wird die erste private Handelsakademie für Mädchen eröffnet.
1908
Einführung des achtklassigen „Realgymnasiums“ als einer dem
Gymnasium gleichberechtigten „Mittelschule“.Überstellung des gewerblichen Bildungswesen in den Aufgabenbereich des neu
geschaffenen Ministeriums für öffentliche Arbeiten.
1910
Der Unterrichtsminister schränkt die Möglichkeit von Mädchen, als
Privatistinnen am Unterricht in Knabenmittelschulen teilzunehmen, drastisch ein. (Maximal fünf Prozent.) Sie dürfen nur
zuhören, weder Fragen stellen noch schriftlich oder mündlich geprüft werden.
1911
Errichtung der ersten heilpädagogischen Station der Welt an der
Wiener Universitäts-Kinderklinik (Leiter: Dr. Erwin Lazar).
1916
Gymnasial-Enquete unter Vorsitz des Unterrichtsministers
(Forderung nach Einführung der Landessprache in den Lehrplan).
Einrichtung einer „Zentralstelle für die
pädagogisch-didaktischen Angelegenheiten des Volksschulwesens und der Lehrerbildung“.
1917
Eröffnung einer „Rechtsakademie für Frauen“ (Auflösung 1919).
1919
15. März: Unterstaatssekretär Otto Glöckl übernimmt
Unterrichtsamt (bis 22. Oktober 1920).
Eröffnung von „Staatserziehungsanstalten“ (ab 1920
Bundeserziehungsanstalten“).
Einrichtung der von Alfred Adler initiierten „Erziehungsberatungsstellen“
in Wien.
Erhebung der „Exportakademie“ zur „Hochschule für Welthandel“.
Mädchen werden
in öffentliche Knabenmittelschulen aufgenommen und haben damit die Möglichkeit, ohne hohes Schulgeld zu zahlen, die
Hochschulreife zu erlangen.
1920
Neuerliche Einführung des Zölibats für Lehrerinnen: Mit der
Heirat müssen sie aus dem Schuldienst ausscheiden.
1921
Einführung der Frauenoberschule, einer speziellen Oberstufenform
für Mädchen. Ihr Ziel ist es, Allgemeinbildung zu vermitteln, die Schülerinnen an die Aufgaben einer Hausfrau und
Mutter heranzuführen und auf weibliche Erwerbsberufe vorzubereiten. Statt Latein erhalten die Schülerinnen Unterricht
in "fraulichen Fächern".
1923
Eröffnung des ersten „Hauses der Kinder“ (Montessori-Pädagogik)
in Wien.
1926
„Richtlinien für die gesetzliche Regelung des österreichischen
Mittelschulwesens.
1927
Die dreiklassige Bürgerschule wird durch die vierklassige
Hauptschule ersetzt.
Neuregelung des „Mittelschulwesens“.
Für Mädchen an
Knabenmittelschulen müssen Parallelklassen eingerichtet werden.
Eröffnung eines „Zweiten Bildungsweges“
(„Arbeitermittelschule“, „Aufbauschule“).
1932
Beginn der regelmäßigen Sendung von Schulfunkprogrammen.
1934-38
Der Ständestaat schränkt die Bildungsmöglichkeiten der Mädchen
drastisch ein und verstärkt die Bildungsunterschiede zwischen den Geschlechtern. Mädchen werden kaum noch zu
Knabenmittelschulen zugelassen. Sie haben Frauenoberschulen bzw. Oberlyzeen zu besuchen.
1934
Schaffung von „Abschlussklassen“ für die nicht zum Übertritt in
die Hauptschule geeigneten Schülerinnen und Schüler. Vernehmung des Fremdsprachenunterrichts an den „Mittelschulen“.
1937
Erlassung einer „Allgemeinen Schulordnung“.
Burgenländisches Landesschulgesetz.
Einrichtung der sechsjährigen „Lehrerakademie“.
1938-45
Der Nationalsozialismus setzt eine strikte Trennung der
Geschlechter durch. Das deklarierte Ziel der Mädchenbildung ist die Mutterschaft. Die Oberschule für Mädchen ist die
einzige höhere Schule, die Mädchen offen steht. Die Zulassung von Mädchen an Gymnasien bedarf der ministeriellen
Genehmigung.
1938
Ausscheidung aller „politisch unzuverlässigen“ und
„jüdisch-versippten“ Lehrpersonen.
Ausgliederung der jüdischen Schüler/innen aus dem bestehenden
Bildungssystem.
Schließung aller konfessionellen Kindergärten, Volks- und Hauptschulen, Gymnasien und
Knabenseminare.
Zulassung zum Studium an wissenschaftlichen Hochschulen ohne Reifeprüfung
(„Begabtenprüfung“, „Sonderreifeprüfung“).
1939
„Deutsche Gesetze“; die allgemeine Schulpflicht wird auf acht
Jahre verlängert.
1941 bis 1945
„Reifevermerk“ für Schüler der höheren Schulen, die vor
Ablegung der Reifeprüfung zum Wehrdienst einberufen wurfen.
1942
Reichseinheitliche Schließung aller Schulen der Juden.
1943
Eröffnung einer Technischen Hochschule in Linz-Wilhering.
1945
Errichtung des „Quadripartite Commitee on Educational Affairs“
(ab 1947: „Educational Directorat“).
Die Lehrpläne aus der Zeit des Nationalsozialismus werden außer
Kraft gesetzt, alle seit 1934 erlassenen Gesetze, die mit dem Bundesverfassungsgesetz 1929 unvereinbar sind,
aufgehoben.
1946
Erarbeitung des „Ischler Programms“ für das berufsbildende
Schulwesens“.
1948
Einsetzen des „ländlichen Versuchschulwesens“.
1952
Hirtenbrief der Bischöfe Österreichs für die „freie
Elternwahlschule“
1955
Beschlussfassung des Hochschul-Organisationsgesetzes.
1956
Diverse vierjährige hauswirtschaftliche Schulen werden zu Höheren
Lehranstalten für wirtschaftliche Frauenberufe umgewandelt (diese Schulform schließt bis 1962 nicht mit Matura ab).
1957
Einrichtung eines „Elternbeirates“ des Bundesministeriums für
Unterricht.
Erster Zusammentritt eines Beratungskörpers des Bundesministeriums für Unterricht in
Hochschulangelegenheiten („Akademischer Rat“).
1959
Beginn des Schulfernsehens (ab 1962 regelmäßiger
„Schulfernsehtag“).
Minderheiten-Schulgesetz für Kärnten.
1962
Gründung der Universität Salzburg und der Hochschule für Sozial-
und Wirtschaftswissenschaften in Linz.
Die Schulgesetze 1962 stellen das österreichische Schulwesen der
Zweiten Republik auf eine einheitliche Rechtsbasis.
Die Schulpflicht wird in der Folge auf neun Jahre
verlängert, an die Stelle der Lehrerbildungsanstalten treten die Pädagogischen Akademien.
Schulgeldfreiheit an allen öffentlichen Schulen.
1963
Einführung staatlicher Studienbeihilfen.
1966
Beschlussfassung des Allgemeinen Hochschul-Studiengesetzes.
1967
Personalvertretungsgesetz räumt auch Lehrern bedeutendes
Mitspracherecht im Schulwesen ein.
1969
Sistierung der 13. Schulstufe an den allgemein bildenden höheren
Schulen. Einsetzung einer Schulreformkommission.
1970
Gründung einer Bildungshochschule in Klagenfurt.
Aufspaltung des Unterrichtsministeriums in ein Bundesministerium für Unterricht und Kunst und ein
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung.
1971
Einführung der Schülerfreifahrt und Schulfahrtbeihilfe.
Sistierung der Aufnahmeprüfung an den allgemein bildenden höheren Schulen.
Beginn
umfangreicher Schulversuche.
1972
Gründung der „Konfernz der Erwachsenenbildung Österreichs“
(KEBÖ).
Aufhebung der Hochschultaxen.
Anlauf der „Schulbuchaktionen“.
Schaffung eines „Schülerbeirates“ im Bundesministerium für Unterricht und Kunst.
1974
Inkrafttreten des Schulunterrichtsgesetzes (SCHUG).
1975
Beschlussfassung des Universitäts-Organisationsgesetzes (UOG).
Bezeichnung aller wissenschaftlichen Hochschulen als Universitäten.
1982
7. Schulorganisations-Novelle (Übertragung erfolgversprechender
Schulversuche in das Regelschulwesen).
1983
Beschlussfassung des Kunsthochschul-Studiengesetzes.
1985
Einführung „studienrichtungsbezogener Studienberechtigungen“ für
Nichtmaturanten.
Einführung des Unterrichtsgegenstandes „Informatik“ an allen allgemein bildenden
höheren Schulen.
1. September: Hauptschule erhält Struktur einer „integrierten Gesamtschule“.
"Geometrisches Zeichnen" ist nicht länger nur für Buben, sondern auch für Mädchen Pflichtfach in
Hauptschulen.
1986
9. Schulorganisations-Novelle (Regelung des Berufsschulwesens).
Einrichtung von „Schulforen“ und „Klassenforen“ an Volks-, Haupt- und Sonderschulen.
1987
Zum ersten Mal wird eine Frau, Dr. Hilde Hawlicek, zur
Unterrichtsministerin bestellt. Sie hat die Funktion bis 1990 inne.
1988
Reform der Oberstufe der allgemein bildenden höheren Schulen.
Einführung des „Unterrichtspraktikums“ statt des bisherigen „Probejahres“.
1993
Beschlussfassung des Bundesgesetzes über die Gleichbehandlung von
Frauen und Männern und die Förderung von Frauen im Bereich des Bundes.
1995
Zum zweiten Mal wird eine Frau, Elisabeth Gehrer, mit der Leitung
des Unterrichtsministeriums betraut. In den 150 Jahren seines Bestehens wurde das Unterrichtsressort von 61 Ministern
und von zwei Ministerinnen geleitet.
2000
Durch Zusammenlegung zweier Ministerien entsteht das
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Mit der Führung dieses Ressorts wird Elisabeth Gehrer betraut.
Ouellen:
bis 1988: Engelbrecht, Helmut; Geschichte des
österreichischen Bildungswesens Band I-V / Wien 1982-1988, ÖBV.
ab 1989: BMBWK
Die im Text genannten Jahreszahlen beziehen sich auf die Beschlussfassung gesetzlicher Bestimmungen. Die Umsetzung erfolgte mitunter erst (Jahre) später.
Geändert am 21.09.2011