Unmittelbar nach Bekanntwerden der PISA-Ergebnisse hat Bundesministerin Elisabeth Gehrer die Aktion "LESEFIT - Lesen können heißt lernen können" ins Leben gerufen, die gemeinsam mit dem Österreichischen Buchklub der Jugend umgesetzt wird. Die Leseinitiative baut auf vorhandenen Ressourcen und Aktivitäten auf und hat zwei Schwerpunkte: Lesekompetenz steigern und Lesefreude fördern.
Lesekompetenz steigern
Wichtig ist, dass Lesebegabungen und Leseschwächen möglichst früh erkannt werden, denn es sollte sichergestellt sein, dass Kinder entsprechend den Lehrplanforderungen verlässlich lesen lernen. Das BMBWK stellt daher jeder Volksschule und Sonderschule den Lesetest Salzburger Lese-Screening (SLS) zur Nutzung in den österreichischen Volksschulen und zur Früherkennung von Leseschwächen zur Verfügung. Damit kann ohne besonderen Aufwand festgestellt werden, welche Kinder Leseprobleme haben.
Das Salzburger Lese-Screening wurde von MMag. Dr. Heinz Mayringer und Univ.-Prof. Dr. Heinz Wimmer erstellt. Es umfasst vier Testformen mit Auswertungsschablonen und ein Handbuch. Das Salzburger Lese-Screening kann in allen Stufen der Grundschule an einer beliebigen Anzahl von Schüler/innen und einer beliebigen Anzahl von Untersuchungszeitpunkten zum Einsatz gelangen.
Das BMBWK hat eine Bewilligung für die nichtkommerzielle Werknutzung in österreichischen Grundschulklassen sowie im Bereich der Lehreraus-, Lehrerfort- und Lehrerweiterbildung erworben. Jeder Volksschule werden das Handbuch sowie Kopiervorlagen des Tests für den internen Schulgebrauch bereit gestellt werden.
Ein Nachdruck in Büchern, Zeitungen und Zeitschriften, eine Verbreitung durch Internet und andere Medien sowie die Übersetzung und Veröffentlichung in fremde Sprachen ist nicht gestattet.
Zusätzlich erhalten die Volksschulen eine schulpsychologische Grundinformation über die Handhabung von Schulleistungstests und eine Übersicht über marktübliche standardisierte Schulleistungstests in Form einer knappen Handreichung.
Die Verteilung der Lesetests und sonstigen Materialien soll überwiegend im Wege der Bezirksschulinspektoren erfolgen.
Seitens der Pädagogischen Institute bzw. der Bezirksschulräte sind Fortbildungsveranstaltungen zum Einsatz und zur Auswertung der Lesetests sowie der sich daraus ergebenden Folgerungen und Maßnahmen vorgesehen.
Zusätzlich werden Fördermaterialien und Lesetrainings erarbeitet, über die auf einer vom Buchklub eigens eingerichteten Website www.lesefit.at und im Buchklubmagazin „Jugend und Medien“ laufend informiert wird.
Lesefreude fördern
Mit einem Folder wurden die Eltern der Schüler/innen auf der 3. Schulstufe bereits über die LESEFIT-Initiative informiert. Anlässlich der Schuleinschreibung werden alle Eltern von Schulanfängern Broschüren erhalten, in denen verschiedene Möglichkeiten der Leseförderung in der Familie dargestellt werden.
Mit der Aktion "Eltern setzen Lesezeichen" sollen Eltern und Kinder zum gemeinsamen Lesen motiviert werden. Nach der Lektüre eines Buches werden Eltern und Kinder angeregt, gemeinsam ein Lesezeichen passend zum Buchinhalt zu gestalten. Aus vielen dieser Lesezeichen soll am Ende des Schuljahres bei einem großen Lesefest das größte Lesezeichen der Welt zusammengesetzt werden. Nähere Informationen zum Ablauf werden vom Projektträger Buchklub laufend bekanntgegeben.
Die Landesschulräte/der Stadtschulrat für Wien und die Direktionen der Pädagogischen Akademien sowie der Pädagogischen Institute werden um zusätzliche Unterstützung dieser Aktion im eigenen Wirkungsbereich gebeten.
Weitere Informationen: LESEFIT - Lesen können heißt lernen können
Link: www.lesefit.at
Geändert am 04.02.2003