In den europäischen Ländern ist der Anteil der rauchenden Jugendlichen dramatisch angestiegen. In Österreich hat sich zum Beispiel der Anteil der täglich rauchenden Mädchen seit 1990 verdoppelt. Heute rauchen 50% der 15-jährigen Mädchen und 40% der 15-jährigen Burschen, obwohl für diese Altersgruppe ein generelles Rauchverbot besteht.
Rauchen ist keine "lässliche Sünde": ExpertInnen bezeichnen das Rauchen international als "Killer Nummer 1" und als den bedeutendsten Risikofaktor für die Gesundheit der Bevölkerung. Die Schule spielt dabei europaweit eine problematische Rolle: wie eine EU-weite Studie zeigte, ist sie der Ort, an dem die Jugendlichen am häufigsten rauchen. Es ist daher dringend geboten, dass sich die Schule diesem Problem stellt.
Das BMBWK hat folglich die Entwicklung eines Leitfadens "Die rauchfreie Schule. Demokratisch gegen das Rauchen" beauftragt, der Schulen dabei unterstützen soll, in einem demokratischen Prozess auf eine effektive und zugleich sozial verträgliche Weise Regeln gegen das Rauchen zu entwickeln. Es sollen dabei sowohl die Bedürfnisse einzelner Personen wie auch die Bedingungen und Möglichkeiten der einzelnen Schule Berücksichtigung finden, um unerwünschte soziale Nebeneffekte zu vermeiden.
Der Leitfaden wird sowohl wissenschaftliche Grundlagen und Argumente zum Thema Rauchen aufbereiten wie auch Anleitungen zur Prozessgestaltung und zum Prozessmanagement beinhalten. Die Schulen werden bei der Durchführung durch das Ludwig Boltzmann Institut für Medizin- und Gesundheitssoziologie unterstützt.
Das Implementationsprojekt wird im Schuljahr 2004/05 stattfinden. Alle Schulen sind zur Teilnahme herzlich eingeladen.
Weitere Informationen und Voranmeldung unter: http://www.univie.ac.at/lbimgs/projekte/rfs.html
Geändert am 20.01.2004