Schulsozialarbeit in Österreich – die Pilotprojekte

„Jetzt!“ ist auf den Punkt gebracht das Motto des Salzburger Projektträgers einer neuen Initiative des BMUKK: Sozialarbeit an Österreichs Schulen. Gefördert wird das Projekt von der Europäischen Union (Europäischer Sozialfonds ESF), Ziel ist die Verringerung von Schulverweigerung und –absentismus.

Im Schuljahr 2009/10 wurde bereits mit einem „Cluster“ (abgestimmt auf die Sekundarstufe I) begonnen, und zwar in den Bundesländern Kärnten, Niederösterreich und Salzburg. Projektstandort in Kärnten ist Wolfsberg, wo das Hauptaugenmerk auf die SchülerInnen sowohl im schulischen als auch im privaten Umfeld gelegt wird – koordiniert durch einen Beirat, abzielend auf präventive Unterstützung, auf Reduzierung des Fernbleibens vom Unterricht, Stärkung der Lernmotivation und gelingende Übergänge von der Schule ins Arbeitsleben.

In Niederösterreich geht die Initiative vom Verein „Young – plus punkt“ aus. Zielgruppe des ESF-gestützten Projektes sind SchülerInnen zweier Pilotschulen in Melk und Loosdorf, die gefährdet sind, den Pflichtschulabschluss nicht zu schaffen bzw. erste Anzeichen von Schulverweigerung zeigen. Mit einbezogen sind LehrerInnen, Eltern und Umfeldpartner der Schulen. Betont wird seitens des Vereins, dass der Fokus der Schulsozialarbeit derzeit auf die „Spitze des Eisberges“ gerichtet ist!

Der bereits eingangs erwähnte Projektträger aus Salzburg ist der Verein „Spektrum“, der seinen Auftrag darin sieht, „Jetzt soziale Arbeit in der Schule“ zu machen, als Kommunikationsdrehscheibe und Sprachrohr für die SchülerInnen zu fungieren – freiwillig, vertraulich, unkompliziert.

Auf einem ersten bundesweiten Vernetzungstreffen Ende Jänner 2011 präsentierten auch die anderen Bundesländer ihre bereits bestehenden Strukturen an Schulsozialarbeit. So wird in der Steiermark und in Tirol mit Beginn 2011 ebenfalls ein „Cluster“ der Sekundarstufe I eröffnet und vom BMUKK gefördert.

Die steirische Initiative erfolgt über den Verein „ISOP“ in engem Kontakt mit BeratungslehrerInnen, überwiegend zum Thema Gewaltprävention. Tiroler Schulsozialarbeit befindet sich in den Händen von „SchuSo“ in Imst und wurde bereits 2008 gestartet. Themen in der Beratung sind u.a. Streit und Konflikte in der Peer Group, Verhaltensauffälligkeiten in der Schule, aber auch Mobbing usw.

Eine ähnliche Namensgebung wie in Tirol weist das oberösterreichische Modell auf: „SuSa“ – Schule und Sozialarbeit, als sozialer Dienst der Jugendwohlfahrt. SozialarbeiterInnen kooperieren hier mit Pflichtschulen, die konkrete Arbeit wird dann in den Familien geleistet. In Vorarlberg basiert Schulsozialarbeit auf einem „Drei-Säulen-Modell“ (LehrerInnen/BetreuungslehrerInnen/KrisenbegleitlehrerInnen), umgesetzt an fünf Schulen. Wien beschäftigt derzeit 31 direkt an den Schulen verankerte SozialarbeiterInnen. Weitere Aufstockungen sind geplant, da sich das Modell bewährt und ein Teil des Schulsystems ist. Im Burgenland besteht bis dato noch keine Schulsozialarbeit.

Ein nächster großer Schritt in der Entwicklung der Schulsozialarbeit ist die Ausdehnung des Projektes auf Berufsbildende mittlere Schulen, konkret auf 13 Handelsschulen im gesamten Bundesgebiet. Dazu laufen derzeit die Vorbereitungsarbeiten.

Eine ganz grundsätzliche Rahmenvorgabe für Schulsozialarbeit ist die deutliche Positionierung als „soziale Arbeit“, die operative Tätigkeit soll mindestens zu 50% im außerschulischen Bereich liegen (wobei der aufsuchende Charakter hervorgehoben werden soll), ein wichtiges Merkmal ist die Niederschwelligkeit der sozialen Arbeit – und nicht zuletzt muss die enge Kooperation mit der Jugendwohlfahrt sichergestellt sein (die Trägervereine müssen als sog. „freie Träger der Jugendwohlfahrt“ von dieser anerkannt sein).

Weitere Informationen:

Nähere Auskünfte:

Dr. Gerhard Krötzl
BMUKK, Abt. I/9
T+43 1 53120-2582
gerhard.kroetzl@bmukk.gv.at

Mag. Karin Waska
BMUKK, Abt. I/9
T +43 1 53120-2583
karin.waska@bmukk.gv.at

Geändert am 05.04.2011

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