Die Initiative "Weiße Feder - Gemeinsam für Fairness und gegen Gewalt" wurde 2007 von Bildungsministerin Claudia Schmied ins Leben gerufen und hat ein sichtbares Zeichen: Die „Weiße Feder“. Sie ist ein Zeichen, dass Gewalt an und von jungen Menschen keinen Platz in unserer Gesellschaft haben darf.
Zunehmende Gewaltbereitschaft ist kein Problem, das die Schule allein bewältigen kann. Gewalt ist keine Lösung
und sicher keine Zukunftsperspektive. Genau hier sind wir alle gefordert.
Wer in der
Familie sowohl einen respektvollen und rücksichtsvollen Umgang, gewaltfreie Konfliktlösungen als auch eine adäquate
Steuerung der eigenen Aggressionen, ohne sich selbst und anderen zu schaden, gelernt hat, wird sich mit höherer
Wahrscheinlichkeit auch in der Schule so verhalten.
Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf ein sicheres und gewaltfreies Leben, insbesondere in der Schule, an einem Ort der Disziplin, Leistung, Freude und Wertschätzung. Für Bildungsministerin Claudia Schmied ist ein lernförderliches sowie wertschätzendes schulisches Zusammenleben, das von allen Schulpartnern gemeinsam getragen wird, die einzige Möglichkeit, alle Kräfte für die Gewaltprävention und Konfliktlösung zu mobilisieren.
Die „Weiße Feder“ wird von einigen Prominenten aus Kunst, Kultur, Medien und Sport sowie Partnern, die einen
Betrag zur Gewaltprävention leisten können, unterstützt.
Prominente Unterstützerinnen und Unterstützer
wie etwa Musicalstar Marjan Shaki, Schauspieler Fritz Karl sowie Schauspieler Nicholas Ofczarek oder Fussballkapitän
Steffen Hofmann haben ihr Statement gegen Gewalt bereits angegeben. Jeder in diesem Land kann durch das
Tragen des „Weißen Feder“-Buttons als Botschafterin bzw. Botschafter ein Zeichen gegen Jugendgewalt setzen.
Prävention von Gewalt an Schulen ist Aufgabe der gesamten Schule!
Jede einzelne Person und die
verschiedenen Personengruppen im System Schule können dazu beitragen, einen wertschätzenden und gewaltfreien Umgang
miteinander zu ermöglichen.
Hintergrundinformationen, Materialien, Ansprechpartner, Ratschläge und
Neuigkeiten zum Thema Gewalt stehen für Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern auf
www.weissefeder.at
zur Verfügung.
Wir müssen gemeinsam darauf achten, dass sich unsere Kinder und Jugendlichen an dem Ort, an dem sie die meiste Zeit ihres Tages verbringen - an der Schule - sicher und wohl fühlen können.
Für ein gutes Schulklima sind nicht angeordnete Regeln förderlich, sondern Vereinbarungen, die von den
Betroffenen gemeinsam erarbeitet und auf diese Art und Weise besser akzeptiert werden.
Sie sind ein
Teil der Hausordnung, die vom Gesetzgeber für alle Schulen gefordert wird. Bei den Inhalten der
Verhaltensvereinbarungen geht es nicht ausschließlich um Regeln, die bisher schon in der Hausordnung enthalten waren
sowie um Rechte und Pflichten von Schülerinnen und Schülern. Vielmehr ist das gemeinsame Anliegen aller an der Schule,
dass Vereinbarungen bestehen, die den Umgang miteinander und den Umgang mit Konflikten festsetzen sowie die Pflichten
aller Schulpartner enthalten.
Insbesondere im Lebensraum Schule stärken Verhaltensvereinbarungen die Schulpartnerschaft und sollen von Schülerinnen und Schülern, Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrern gemeinsam beschlossen und abgeschlossen werden.
Einen praktischen Leitfaden zur Erstellung von Verhaltensvereinbarungen an Schulen finden Sie auf der Homepage der Weißen Feder.
Diejenigen Schulen, bei denen bereits alle Schulpartner die Verhaltensvereinbarungen unterzeichnet haben, erkennen eine positive Wirkung auf den „Umgang der Schulpartner miteinander“ und haben die Verhaltensvereinbarungen seit ihrer Einführung teilweise weiterentwickelt.
Neben klaren Spielregeln sowie Bewusstseinsbildung ist eine schnelle und „Rund um die Uhr“ - Hilfe und Beratung für betroffene Schülerinnen und Schüler sowie deren Bezugspersonen besonders wichtig.
Die erfolgreiche ORF Jugend-Hotline "Rat auf Draht" unterstützt die "Weiße Feder" und bietet Beratung und Informationen für Kinder und Jugendliche, wie sie physische und psychische Gewalt in der Schule verhindern helfen können und was sie tun sollen, wenn sie selber davon betroffen sind.
Der schulpsychologische Dienst unterstützt alle Schulen in kritischen Situationen, die im normalen Schulalltag nicht mehr zu lösen sind und spielt somit eine wichtige Rolle in der Verhinderung von Krisen. Zur Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung von „Standortbezogenen Initiativen zur Gewaltprävention“ werden Schulen vermehrt schulpsychologisch unterstützt: Seit 01. April 2011 stehen im Rahmen des Vereins "Österreichisches Zentrum für psychologische Gewaltprävention im Schulbereich" (ÖZPGS) hier in ganz Österreich den Schulen zusätzliche Psychologinnen und Psychologen zur Verfügung.
Gewaltpräventives Arbeiten in der Schule und den Klassen liegt in der Verantwortung der Lehrerinnen und Lehrer.
Sowohl als Klassenlehrerin und Klassenlehrer als auch als Teil des Schulteams setzen sie diesbezüglich bedeutende
Maßnahmen wie Soziales Kompetenztraining, Integration des Themas „Gewalt“ in den Unterricht, um gute Kommunikation
sowie Konfliktmanagement zu ermöglichen. Entscheidend ist, dass bei einem schulweiten Vorgehen zur Gewaltprävention
durch eine gemeinsame Verantwortungsübernahme Gewaltvorkommnisse verhindert werden sowie ein einheitliches,
konsequentes Vorgehen in Ernstfällen besteht.
Hiefür gelten als Voraussetzungen das Rüstzeug für
gewaltpräventives Arbeiten und die damit verbundenen Aus- und Weiterbildungen der Lehrerinnen und Lehrer. In allen
Bundesländern bieten die Pädagogischen Hochschulen zu diesem Thema fachspezifische Lehrveranstaltungen und
Zusatzprogramme an.
Um "Gewalt" zu thematisieren und insbesondere die Gewaltbereitschaft zu verhindern, wird KUNST als
ein wichtiger Ansatz angesehen. Deshalb wurde im Jahr 2008 die bundesweite Theaterinitiative Macht|schule|theater vom
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur gemeinsam mit KulturKontakt Austria und DSCHUNGEL Wien gestartet. Im
Schuljahr 2010/11 erarbeiteten Schülerinnen und Schüler Theaterstücke mit 17 Theaterbühnen und für das Schuljahr
2011/12 haben sich bereits 26 Theaterbühnen zur Teilnahme angemeldet.
"Macht|schule|theater" ist auch
ein Leitprojekt von „Kunst macht Schule“ und knüpft mit der Durchführung von 26 Dialogveranstaltungen im heurigen Jahr
an die "Aktionstage Politische Bildung" an.
Geändert am 07.03.2012