Leseinitiative LESEFIT

Presseunterlage zur Pressekonferenz am 1.4.2004 (pdf, 29 KB)

Lesen können heißt lernen können

Maedchen mit Buch anlässlich der Lesefitinitiative

"Lesen ist die wichtigste Kulturtechnik. Wer nicht lesen kann, der kann nicht lernen, hat kaum berufliche Chancen und kann an der gesellschaftlichen Entwicklung nicht teilnehmen. Es ist deshalb eine der wichtigsten Aufgaben der Volksschule, dafür zu sorgen, dass die Schülerinnen und Schüler sinnerfassend lesen können", erklärte Bildungsministerin Elisabeth Gehrer im Rahmen des Auftaktes der Initiative "Lesefit" in der Volksschule von Hart im Zillertal. Gehrer präsentierte die Leseinitiative in der Schule, in der sie selbst als Lehrerin unterrichtet hat.

Informationsbroschüre zur Initiative LESEFIT
Broschüre (pdf, 477 KB)

Die PISA-Studie hat gezeigt, dass der Großteil unserer Schülerinnen und Schüler gut lesen kann. Es gibt aber auch einen Anteil von 4%, die am Ende der Schulpflicht kaum lesen können, bei weiteren 10% sind Leseschwächen feststellbar.

"Mit der Initiative "LESEFIT - Lesen können heißt lernen können" wollen wir die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die Schwierigkeiten beim Lesen haben in den nächsten 5 Jahren halbieren, die Freude am Lesen fördern und so dazu beitragen, dass Österreichs Schülerinnen und Schüler bei den nächsten PISA-Studien noch besser abschneiden", umriss Gehrer die Ziele der Initiative.

Gute Ausgangslage für die Leseinitiative

Aus der PISA-Studie ging hervor, dass 86% der österreichischen Schülerinnen und Schüler sinnerfassend lesen können – sie sind die besten im Vergleich der deutschsprachigen Länder, im europäischen Vergleich liegen sie auf Rang 5, weltweit auf Platz 10. Deutschland liegt beispielsweise an 21. Stelle. Je schwieriger die Aufgabenstellungen sind, umso besser bewältigen sie die österreichischen Schülerinnen und Schüler. Dieses gute Ergebnis wird durch die hochwertige Ausbildung und die gute Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer erklärt.

LESEFIT: Lesekompetenz steigern und Lesefreude fördern

Gehrer hatte bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der PISA-Ergebnisse festgestellt, dass es darauf ankommt, auf dieser guten Basis weiterzuarbeiten. Ziel ist, unter die Besten der Welt zu kommen und vor allem denjenigen zu helfen, die Leseschwierigkeiten haben. Aus diesem Grund hat sie die Initiative "LESEFIT – Lesen können heißt lernen können" ins Leben gerufen, die gemeinsam mit dem Österreichischen Buchklub der Jugend umgesetzt wird und zwei Schwerpunkte hat:

1. Lesekompetenz steigern

  • Wichtig ist, dass Lesebegabungen und Leseschwächen möglichst früh erkannt werden. Wie Erziehungswissenschafter Univ.-Prof. DDr. Günther Haider feststellt, muss sichergestellt sein, dass Kinder nach der dritten Klasse Volksschule lesen können. Zur Früherkennung von Leseschwächen erhalten alle Volksschulen Lesetests für die dritte Klasse Volksschule. Die Schülerinnen und Schüler lesen eine Liste von Sätzen und zeichnen nach jedem Satz an, ob die Aussage des Satzes richtig oder falsch ist. Gemessen wird die Anzahl der Sätze, die die Kinder in drei Minuten korrekt beurteilt haben. Anhand des Ergebnisses lässt sich die Lesekompetenz der Kinder beurteilen. Mit zusätzlichen Tests für verschiedene Zeitpunkte von der zweiten bis zur vierten Klasse können auch Steigerungen der Leseleistung festgestellt werden.
  • Wenn in der dritten Klasse Leseschwächen festgestellt werden, müssen diese im Rahmen des Förderunterrichts korrigiert werden. Pro Volksschulklasse stehen dazu im Jahr bis zu 36 Stunden zur Verfügung.
  • Darüber hinaus wurde auf der Homepage auch eine Austauschplattform für Tipps und weitere Materialien rund ums Lesen eingerichtet. Zusammen mit dem Buchklub wurden weitere Materialien erstellt, die ebenfalls via Internet abrufbar sind.
  • Für Lehrerinnen und Lehrer werden in der Lehrerfortbildung eigene Lesedidaktik-Seminare angeboten.

2. Lesefreude fördern

Die PISA-Studie hat gezeigt, dass 40% unserer Schülerinnen und Schüler nicht zum Vergnügen lesen. "Deswegen führen wir zusammen mit dem Buchklub, der über seine Mitglieder 400.000 Familien erreicht und weiteren Partnern wie dem Jugendrotkreuz, dem KinderLiteraturHaus und universitären Einrichtungen verschiedene Projekte zur Förderung der Lesefreude durch. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Einbindung der Eltern gelegt", so Gehrer.

  • In einem Folder werden Eltern über die verschiedenen Möglichkeiten der Leseförderung in der Familie informiert.
  • Der Buchklub hat ein "Leichter-lesen" Beratungsservice eingerichtet, das unter der Nummer 01/505 17 54 erreicht werden kann.
  • Mit der Aktion "Eltern setzen LESEzeichen", wurden Eltern und Kinder zum gemeinsamen Lesen motiviert. Nach der Lektüre eines Buches wurde von beiden gemeinsam ein Lesezeichen passend zum Buchinhalt gestaltet. Aus vielen dieser Lesezeichen ist am Ende des Schuljahres bei einem großen Lesefest das größte Lesezeichen der Welt zusammengesetzt worden.
  • Zur Lesemotivation hat auch die Firma Coca Cola beigetragen, die vier Harry-Potter-Leseshows veranstaltet hat. Diese fanden in Hall in Tirol, in Zwettl, in Klagenfurt und von im Schloss Esterhazy in Eisenstadt statt.

Informationsfolder: So machen Sie Ihr Kind "lesefit" für den Schulstart.
Folder (pdf, 817 KB)

Lesetreffpunkt Schulbibliothek

Schülerinnen und Schüler mit „Schulbibliotheks-Erfahrung“ wissen, dass Lesen nicht nur bildet, sondern auch Spaß macht. In Österreich gibt es derzeit fast 1.800 Schulbibliotheken. Ihr reichhaltiges Angebot an Literatur und Sachinformation lädt zum Lesen, Schmökern und Lernen ein. Egal ob eine Buchpräsentation oder eine Dichterlesung organisiert werden soll, eine abenteuerliche Lesenacht oder eine Lese-Schreibwerkstatt, die Schulbibliothek bietet einen passenden Rahmen und das nötige Lesematerial. Interessanten Lesestoff findet man übrigens auch in den öffentlichen Bibliotheken und in Pfarrbüchereien.

Bibliothekenservice für Schulen

LESEFIT-Projekte bereits gestartet

Neben den beiden Schwerpunkten richten sich weitere Aktivitäten wie Lese-Enqueten und –tagungen an Experten und Lehrerinnen und Lehrer. In Wels hat ein "Leichter Lesen"-Symposium stattgefunden. In Wien gab es eine Expertentagung, in Salzburg fand Anfang Oktober eine Fachtagung zum Thema "Leseförderung im Kindergarten" und in Strobl eine gesamtösterreichische Tagung der Schulbibliothekare der Pflichtschulen zur Vorbereitung von LESEFIT-Projekten statt. Der Buchklub spricht mit seinen Medien seine 400.000 Mitglieder und über die Buchklubreferenten an allen Schulen die Schülerinnen und Schüler direkt an.

Weitere Informationen:
[Interner Link: Salzburger Lese-Screening (SLS) (broken link)]
Initiative "Lesen fördern!"

Links:
www.lesefit.at
www.buchklub.at

Geändert am 13.08.2008

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