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Frühzeitiger Schulabbruch - Early School Leaving - Drop-Out

Aus sozialen wie ökonomischen Gründen muss frühzeitiger Bildungsabbruch von Jugendlichen bzw. das Verlassen des Bildungssystems ohne Abschluss reduziert werden - Strategien zu Verbesserung der Situation werden im nationalen wie auch im EU-Kontext (z.B. EU-Benchmarks, ESF) gefordert. Österreich wird mit einer Quote von 10,7% der frühzeitigen Schulabgänger/innen im Alter von 18-24 Jahren den Benchmark 1, der bis 2010 maximal 10% vorsieht, voraussichtlich nicht erreichen.

Eine weitere Senkung der österreichischen Quote erfordert einen Blick auf die komplexen Ursachen für die Schul- und Lernunlust der Schüler/innen. Die sozio-ökonomischen Ausgangsbedingungen, der Bildungsgrad sowie der Zugang der Eltern zu Bildung, das Geschlecht, die Peers sind neben der Schule besonders stark wirksame Faktoren. Ein intensiver sozialer Dialog und die aktive Einbindung dieser Schlüsselakteur/innen (wie z.B. Eltern, Lehrkräfte/Ausbilder/innen, Freiwillige, lokale Akteur/innen) sind daher unumgänglich. Für eine weitere Senkung der Rate der frühzeitigen Schulabgänger/innen müssen die Anstrengungen in den Bereichen Vermeidung des Schulabbruchs, Abschluss der Sekundarstufe II und Vermittlung von Schlüsselkompetenzen präventiv, kurativ wie auch kompensatorisch verstärkt werden, denn Absolvent/innen höherer Studiengänge

  • sind besser auf den Arbeitsmarkt vorbereitet,
  • sind Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen gegenüber aufgeschlossener,
  • sind besser auf ein befriedigendes Leben in der Gesellschaft, als Staatsbürger/in, am Arbeitsmarkt, in der Familie vorbereitet und
  • tragen zum ökonomischen Wachstum des Staates bei.

Um zielorientiert und wirtschaftlich sinnvoll zu agieren, ist darüber hinaus die Kooperation und Vernetzung der befassten Ressorts, die Zusammenarbeit von schulischen und außerschulischen (Jugend-) Institutionen, der Sozialpartner sowie anderer Akteur/innen zur Umsetzung von Modellen und Maßnahmen im Bezug auf Prävention von Schulabbruch und Reintegration von Schulabbrecher/innen notwendig.

Um über entsprechende Daten für eine evidence based policy zu verfügen, hat das BMUKK mehrere Studien beauftragt. Diese stehen im Folgenden als Download zur Verfügung.

Darüber hinaus werden eine Reihe von Studien, Dokumenten und Publikationen – national wie aus dem europäischen Zusammenhang - zum Thema frühzeitiger Schulabgang und Chancengerechtigkeit in der Bildung für Interessierte präsentiert.

Dropoutstrategie. Grundlagen zur Prävention und Reintegration von Dropouts in Ausbildung und Beschäftigung

IHS im Auftrag des BMUKK, 2007 - interdisziplinäres Strategiepapier

Auf Basis von aktuellen Studien und Workshops mit Key-Playern aus allen befassten Bereichen wurde ein Ist-Stand als Wissensbasis erarbeitet. Ergebnis der Studie ist die Vorlage einer österreichischen Strategie zur Verhinderung von Dropout und zur Reintegration von frühzeitigen Schulabbrecher/innen, die aufzeigt, dass ein vernetzter Zugang der politischen Akteure wie auch der Umsetzungsakteure (zuständiger Ministerien, der Wirtschaft, von Sozialdiensten, Gebietskörperschaften, Ausbildungsstätten, Betrieben, Gewerkschaften, AK, AMS etc.) unumgänglich ist. Zu berücksichtigen sind dabei – neben der Schule - die aktive Einbindung weiterer Schlüsselakteure wie Eltern, peers.

IHS, Mario Steiner: "Drop-outs und AbbrecherInnen im Schulsystem - Definitionen, Monitoring und Datenbasen" im Auftrag des BMUKK, 2009

Schulschwänzen-Verweigern-Abbrechen

empirische Studie der Uni Graz, Reihe Bildungsforschung des BMUKK, Bd. 19, 2006

Diese Studie bildet eine Basis für die Entwicklung strategischer Maßnahmen zur Vermeidung frühzeitigen Schulausstiegs sowie zur Wiedereingliederung Jugendlicher in das Schulsystem. Sie hat das Ausmaß von Schulabsentismus in Österreich sowie die Ursachen und Bedingungen, die zu Schulabsentismus und Schulabbruch führen, untersucht. Für die Befragung wurden vor allem Schulen in städtischen Bereichen ausgewählt, die in erhöhtem Maße von Schulabsentismus betroffen sind.

Die zentralen Einflussgrößen für Schulabsentismus sind vielfältig - dazu zählen Peer-Group, Schule und häusliches Umfeld; wirksame Maßnahmen zur Vermeidung des Phänomens müssen daher auf allen Ebenen ansetzen.

Das Befinden von Kindern und Jugendlichen in der Schule

empirische Studie der Uni Salzburg, Reihe Bildungsforschung des BMUKK, Bd. 20, 2006

Details

Beispiele für aktuelle präventive Maßnahmen im Bildungsbereich:

Die schulischen Maßnahmen zur frühzeitigen Bekämpfung des Schulschwänzens, der Schulverweigerung und des Schulausstiegs sind - aufgrund der Komplexität der Ursachen - oft nicht explizit auf die Prävention von frühzeitigem Schulabgang ausgerichtet und werden nur langfristig auf unterschiedlichen Systemebenen im Innenraum der Schule, in der Schule als System und im Umfeld wirksam:

Das Finnische Bildungssystem verfolgt eine Strategie aus Verknüpfung von Institutionen der Bildung, Berufsbildung, Arbeitsmarkt und Guidance:

Forschung über Kinder, Jugendliche und Familien an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis

Informationen zum Thema Schulverweigerung - Deutsches Jugendinstitut

Null Bock auf Schule - Wie entstehen Schulmüdigkeit und Schulverweigerung? - Was kann man tun?

aus dem: Das Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP)

Study on Access to Education and Training, Basic Skills and Early School Leavers (Ref. DG EAC 38/04)
Lot 3: Early School Leavers

Specific objectives of the report
This report provides evidence on trends with respect to early school leavers and the achievements of European Education and Training systems in reducing the numbers of early school leavers. The study has collected and analysed available data related to the following questions:

  1. What are the socio-economic characteristics of young people at risk?
  2. How do early school leavers perform on the labour market?
  3. Is there scope for early school leavers to return to education and training in later life?

IHS-Studie "Jugendliche ohne Ausbildung - Bildungsabbruch und Beschäftigungseintritt im Auftrag des BMWA

Bildungsbe/nach/teiligung in Österreich und im internationalen Vergleich

Herausgegeben von Barbara Herzog-Punzenberger

OECD, “No More Failures - TEN STEPS TO EQUITY IN EDUCATION”

Evaluation des Programmes "Clearing"

Auszüge aus dem Bericht der Expert/innenkommission des BMUKK (zweiter Zwischenbericht) zu Early School-Leaving und Bildungsabbruch

Ergebnisse zu den EU – Benchmarks, darunter auch jener zu Early School-Leavers mit internationalen Vergleichszahlen

Studie der AK-Steiermark

Details

Im März / April 2008 wurde im Auftrag der Arbeiterkammer Steiermark eine qualitative Bestandsaufnahme zum Thema „Bildungsabbruch“ durchgeführt.

Ziele der Studie: Gründe bzw. Auslöser für den Schulabbruch, zwischenzeitliche und derzeitige Aktivitäten (ausbildungsbezogen /arbeitsbezogen), derzeitige Berufstätigkeit, zukünftige Pläne (ausbildungsbezogen / arbeitsbezogen).

Befragt wurden Steirerinnen und Steirer im Alter von 15 bis 24 Jahren

  • ohne Pflichtschulabschluss
  • mit Minimalqualifikation / Pflichtschulabschluss (Personen, die ihre Schullaufbahn mit der Schulpflicht beendet haben)
  • Schulabbrecher/innen von AHS, BHS und berufsbildenden Schulen
  • Lehrabbrecher/innen

Inge Kloepfer: Der Aufstand der Unterschicht. Hofmann und Campe. 2008

Inge Kloepfer, Jahrgang 1964, studierte Volkswirtschaftslehre und Sinologie. 1992 wurde sie Mitglied der Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seit 2001 schreibt sie für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Bei Hoffmann und Campe erschien 2005 ihr Bestseller über die Verlegerin Friede Springer, für den sie mit dem Preis »Wirtschaftsjournalistin des Jahres 2005« ausgezeichnet wurde. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Berlin.

www.youtube.com/watch?v=H4K6-_N3R1g&feature=related Inge Klöpfer

Evaluierung der Wiener JASG-Lehrgänge, Wien 2006, KMU Forschung Austria

www.kmuforschung.net/de/Projekte/JASG/Endbericht_JASG.pdf

Konferenz „Vielfalt ist Zukunft! Bildungspolitische Empfehlungen der OECD zur sprachlichen und kulturellen Diversität“

Zukunft trotz(t) Herkunft

Auf dieser Veranstaltung von AK, Armutskonferenz und Initiative BildungGrenzenlos im Jänner 2010 präsentierten u.a. Mario Steiner (IHS) und Günter Haider (BIFIE) Forschungsergebnisse zum Thema Early School Leaving (s. PPP und Handout).

wien.arbeiterkammer.at/online/mit-recht-auf-ausbildung-armut-verhindern-52755.html

High costs of low educational performance - OECD 2010

Aktuelle OECD Studie zu den langfristigen ökonom. Effekten von Bildung. Für Österreich werden - bei einer Anhebung des PISA Niveaus aller Schüler/innen auf mind. 400 PISA Pkte.(innerhalb der nächsten 20 Jahre) - langfristig Wachstumseffekte in dreifacher Größe des aktuellen BIPs prognostiziert.

Sehr interessante Analyse und Zusammenfassung von Good practices in Europa hinsichtlich sozial benachteiligter Jugendlicher, insbesondere Maßnahmen zur Prävention bzw Reintegration von Drop-outs .

Kontakt
Maga. Doris Kölbl-Tschulik
BMUKK, Abt. I/4a
Rosengasse 2-6, 1010 Wien
T +43 1 53120-4791
doris.koelbl-tschulik@bmukk.gv.at

Geändert am 15.04.2010

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