Foto: Hans Ringhofer
Die Schulreformen wirken und kommen im Klassenzimmer an. Das hat das von der Bundesregierung ausgerufene Jahr der Bildungsreform 2011 schon deutlich gezeigt. Zahlreiche Reformen haben wir in den letzten Jahren entwickelt, verhandelt und implementiert. Gemeinsam mit dem Ausbau bestehender Maßnahmen wird das Fundament für bestmögliche Bildung immer stärker.
Qualität und Innovation sind wesentliche Elemente erfolgreicher Bildungspolitik. Damit unsere Kinder und Jugendlichen den steigenden Erwartungen an sie gerecht werden können, brauchen wir individuelle Lehr- und Lernkonzepte sowie höchste Qualitätsstandards in der Aus- und Weiterbildung unserer Lehrerinnen und Lehrer. Nur so können wir faire Bildungschancen und beste Qualität für alle Schülerinnen und Schüler in Österreich gewährleisten.
Bestmögliche und faire Bildungschancen für alle Kinder und Jugendliche sind das erklärte Ziel. Der Weg dorthin ist und bleibt die konsequente Weiterführung unserer Qualitätsoffensive für eine moderne Leistungsschule mit einer neuen Lernkultur. Dieser Folder informiert über konkrete Schritte.
Dr. Claudia Schmied
Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur
Gezielte Förderung jeder Schülerin, jedes Schülers ist der Schlüssel zum Erfolg. In der Neuen Mittelschule ist diese neue Lehr- und Lernkultur bereits fest verwurzelt. Ab Herbst 2011 gibt es weitere 114 neue Standorte. Insgesamt gibt es damit österreichweit 434 Standorte mit mehr als 57.000 SchülerInnen. Bis zum Schuljahr 2015/16 werden mittels Stufenplan alle Hauptschulen zu Neuen Mittelschulen aufgewertet. Alle AHS-Unterstufen sind eingeladen, sich an diesem Zukunftsprojekt zu beteiligen. Die NMS: ein Volltreffer der Bildungsoffensive.
Ganztägige Schulformen unterstützen Eltern bei der qualitätvollen Betreuung ihrer Kinder. An 25% der Volksschulen und der Schulen der Sekundarstufe I gibt es bereits Betreuungsangebote. Im kommenden Schuljahr soll es schon eine Verdoppelung gegenüber 2006 auf rund 120.000 Plätze geben. Bis 2015 werden dafür jährlich 80 Millionen Euro investiert mit dem Ziel, genau dort Angebote zu schaffen, wo entsprechende Nachfrage besteht. Mit dem quantitativen Ausbau ist uns die qualitative Verbesserung der Tagesbetreuung wichtig. Im Herbst 2011 startet daher der dritte Durchgang der Aktion „Qualität in der schulischen Tagesbetreuung“. Schulen erhalten damit mehr Ressourcen und das attraktive „Gütesiegel für qualitativ hochwertige Tagesbetreuung“ und werden so Kompetenzzentren für schulische Tagesbetreuung.
Jedes Kind in Österreich hat das Recht auf beste Bildung. Daher brauchen wir einen „Qualitätscheck“ für den Unterricht an unseren Schulen. Die Bildungsstandards legen fest, welche Kompetenzen SchülerInnen am Ende der 4. und 8. Schulstufe erworben haben sollen, und dienen gleichzeitig als Feedback-Instrument für LehrerInnen und SchulleiterInnen. Im Schuljahr 2011/12 findet für 90.000 SchülerInnen in der 8. Schulstufe zum ersten Mal eine Standardüberprüfung im Gegenstand Mathematik statt. Für die 4. Schulstufe finden die Tests ab dem Schuljahr 2012/13 statt. Auch die neue Reife- und Diplomprüfung an allen AHS ab Schuljahr 2013/14 und an allen BHS ab 2014/15 wird intensiv vorbereitet. Damit werden für alle ca. 45.000 Maturantinnen und Maturanten einheitlich vergleichbar hohe Qualitätsstandards gesetzt.
Von einem verbesserten Betreuungsverhältnis durch die Senkung der KlassenschülerInnenhöchstzahl (Richtwert 25) profitieren SchülerInnen in ganz Österreich. Kleinere Klassen sowie mehr Kleingruppenunterricht sind zentrale Maßnahmen zur Steigerung der Unterrichtsqualität und ermöglichen LehrerInnen die individuelle Förderung von Begabungen und Talenten sowie das frühzeitige Erkennen von Schwächen. Fokussierte Aufmerksamkeit für jede Schülerin, jeden Schüler ermöglicht eine Weiterentwicklung der Lehr- und Lernqualität an unseren Schulen.
Die Oberstufe Neu ist eine effiziente Neugestaltung der Schullaufbahn mit Hilfe eines Kurssystems für eine moderne Leistungsschule. Positiv erbrachte Leistungen bleiben erhalten, bis zu maximal drei nicht positiv absolvierte Fächer werden im folgenden Semester begleitend zum laufenden Unterricht nachgeholt. Im Schuljahr 2011/12 beteiligen sich an diesem Zukunftsprojekt rund 40 Schulen als Schulversuch. Ab dem Schuljahr 2012/13 sollen die Schulen nach und nach umgestellt werden. Ziel sind u.a. die schrittweise und laufende Leistungserbringung sowie die verbesserte Vorbereitung auf ein universitäres Studium.
Seit dem Schuljahr 2010/11 gibt die Initiative Studienwahlberatung NEU jungen Menschen einen realitätsnahen Einblick ins Studium und unterstützt diese damit bei der Wahl der passenden Studienrichtung. Der „Studienchecker“ startet bereits in der 7. Klasse Oberstufe und sensibilisiert SchülerInnen frühzeitig für Fragen ihrer persönlichen Bildungslaufbahnplanung. Durch die ÖH MaturantInnenberatung bekommen SchülerInnen von StudentInnen einen Überblick über die Hochschullandschaft. Bei der Maßnahme „Studieren probieren“ in der 8. Klasse Oberstufe besuchen die angehenden MaturantInnen Vorlesungen, um auf diese Weise einen direkt erlebbaren Einblick in jene Studienfächer zu bekommen, die im Mittelpunkt ihres Interesses stehen.
Seit Jänner 2010 haben Kinder und Jugendliche bis zum 19. Lebensjahr die Möglichkeit, alle Bundesmuseen in Österreich sowie die Österreichische Nationalbibliothek kostenlos zu besuchen. Mit dem Start der Initiative „Freier Eintritt“ wurden die pädagogischen Vermittlungsangebote an den Museen ausgebaut. Mehr als eine Million Kinder und Jugendliche haben dieses Angebot bereits genützt.
Das soziale Miteinander an der Schule ist nicht immer einfach. Die Initiative „Weiße Feder – Gemeinsam für Fairness und gegen Gewalt“ fördert mit Teilprojekten wie dem „Fairness Award“ und der Theaterinitiative „macht|schule|theater“ das friedliche Miteinander im Lebensraum Schule. Zusätzlich unterstützen SchulpsychologInnen und die Schulsozialarbeit LehrerInnen, SchülerInnen und Eltern, um eine gewaltfreie Atmosphäre an Schulen und zu Hause zu ermöglichen.
Gelungene Integration beginnt bei der Sprachkompetenz. Damit alle SchülerInnen – unabhängig ihrer Herkunft – die Chance auf beste Bildung haben, wird das Angebot an Sprachförderkursen konsequent ausgeweitet. Mehr Deutschförderkurse und das Förderprogramm „Muttersprachlicher Unterricht“ unterstützen das Potential der Mehrsprachigkeit.
Die Pädagogischen Hochschulen sind die Kompetenzzentren für Ausbildung, Fort- und Weiterbildung aller Lehrkräfte und die Begleitung der Schulentwicklungsprozesse. Um die Pädagogischen Hochschulen in dieser wichtigen Aufgabe zu stärken, arbeiten wir an einem neuen Dienst- und Besoldungsrecht, das deren Hochschulcharakter und die Kooperation mit anderen tertiären Bildungs- und Forschungseinrichtungen unterstützt. Im Juni 2011 wurden die Umsetzungsvorschläge der Vorbereitungsgruppe für die „PädagogInnenbildung NEU“ präsentiert. Noch in dieser Legislaturperiode soll der erste Jahrgang von neuen Studien angeboten starten. Ebenfalls in Vorbereitung ist das neue Dienst- und Besoldungsrecht für LehrerInnen, das den modernen Erfordernissen des heutigen Schulalltags besser gerecht wird und der wichtigen gesellschaftlichen Bedeutung des Lehrberufs Rechnung trägt.
Lebenslanges Lernen bedeutet mehr Chancen am Arbeitsmarkt. Über 7.700 Lehrlinge nützen bereits das Angebot „Lehre mit Matura“ und eröffnen sich damit neue Bildungschancen. Die Modularisierung der Abendschule erleichtert das Nachholen von Bildungsabschlüssen und schafft für Jugendliche und Erwachsene neue Perspektiven.
Neue Mittelschule:
www.neuemittelschule.at
Tagesbetreuung:
www.bmukk.gv.at/tagesbetreuung
Bildungsstandards:
www.bmukk.gv.at/bildungsstandards
Matura Neu:
www.bmukk.gv.at/reifepruefungneu
Oberstufe Neu:
www.bmukk.gv.at/oberstufeneu
Modularisierung der Abendschule:
www.bmukk.gv.at/abendschule
Berufsmatura:
www.bmukk.gv.at/berufsmatura
Weiße Feder:
www.weißefeder.at
Fairness Award:
www.fairnessaward.at
machtIschuleItheater:
www.machtschuletheater.at
PädagogInnenbildung NEU:
www.bmukk.gv.at/pbneu
Studienchecker:
www.studienchecker.at
„Studieren Probieren“:
www.studierenprobieren.at
Schulinformation
T 810 205220
schulinfo@bmukk.gv.at
Kontakt
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Minoritenplatz 5, 1014 Wien
T. +43 1 53120-0
ministerium@bmukk.gv.at
Hotline Neue Mittelschule
T 0800 205676
nms@bmukk.gv.at
Geändert am 24.02.2012