Bereichsnavigation:Schulische Tagesbetreuung

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Förderung im Lern- und Freizeitbereich

1. Aspekte der Förderung

Die schulische Tagesbetreuung bietet Möglichkeiten der individuellen Förderung, die im Regelunterricht am Vormittag aufgrund des Zeitmangels oder der höheren Schülerzahlen häufig unterbleiben, die jedoch besonders der Selbstentfaltung der Schülerinnen und Schüler dienen.

Förderung von Basiskompetenzen

Basiskompetenzen wie die Reflexion des eigenen Lernverhaltens und das zielorientierte Arbeiten mit Stoffeinteilung und Wiederholungsphasen müssen den Schülerinnen und Schülern vermittelt werden, damit sie ein effektives Zeit- und Lernmanagements entwickeln. Darunter fällt auch die Förderung der Lesekompetenz, die für das Verständnis vieler Aufgabengebiete unabdingbar ist.

Förderung besonderer Fähigkeiten

Die Tagesbetreuung sollte verschiedene Schwerpunkte anbieten, die immer auf die zur Betreuung angemeldeten Kinder abgestimmt werden. Dabei sind auch Kooperationen mit außerschulischen Institutionen wie Sportvereinen oder Musikschulen sinnvoll.
Einige Schwerpunkte könnten sein:

  • Schach
  • Instrumentalmusik, Chorgesang
  • technisches oder textiles Werken
  • Malerei, Keramik
  • Bewegung und Sport
  • Geschlechterbewusste Angebote wie
  • Jazzdance oder Aerobic

Förderung durch interessenorientierte Schwerpunkte

Angebote, die das Interesse der Kinder an der Umwelt, an Kunst, Kultur und Tradition wecken, erzielen eine Horizonterweiterung der Schülerinnen und Schüler und umfassen hauptsächlich außerschulische Aktivitäten. (Exkursionen zu Sehenswürdigkeiten und regionalen Besonderheiten wie Ausstellungen, Wetterwarte, Mühle. etc, Führungen in ortsansässigen Betrieben wie Bäckerei, Zeitung, Theater etc.)

Förderung sozialer Kompetenz

Durch soziale Kontakte zu Altersgleichen können ein Regelbewusstsein und Praktiken sozialen Verhaltens entwickelt werden. Betreuungspersonen werden in dieser Situation als Berater und Vorbild wahrgenommen, indem sie Respekt, Toleranz, Wertschätzung und gewaltfreie Konfliktlösung an die betreuten Kinder weitergeben.

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2. Die Lernzeiten

Die Lernzeiten können in ihrem Stundenausmaß schulautonom festgelegt werden.

  • Die Gegenstandsbezogene Lernzeit umfasst im Regelfall drei Wochenstunden. Es wird kein neuer Stoff durchgemacht, sondern Lerninhalte vom Vormittagsunterricht werden geübt und gefestigt.
  • Die Individuelle Lernzeit umfasst im Regelfall vier Wochenstunden. Die Schülerinnen und Schüler können die Hausübungen erledigen und sich auf Prüfungen vorbereiten, wobei die Lehrkräfte sie dabei unterstützen, zeitökonomisch und selbstständig zu arbeiten.

2.a. Psychologische Empfehlungen zu den Lernzeiten

Die vier wichtigsten Voraussetzungen für richtiges Lernen und Verhalten:

  • Die geistigen Voraussetzungen: Fähigkeiten, Intelligenz, Begabung Maßnahmen zur Förderung: Aufmerksamkeits- und Konzentrationstraining, Förderkurse, Intelligenztraining etc.
  • Die körperlichen Voraussetzungen: organische Leistungsfähigkeit ,Maßnahmen zur Förderung: ausreichender Schlaf, eiweiß- und vitaminreiche Ernährung, Ausgleichssport, ärztliche Untersuchung und Behandlung etc.
  • Die persönlichen Voraussetzungen: Motivation, Interesse, Haltung etc. Maßnahmen zur Förderung: Aussprache mit Eltern, Lehrkräften, Geschwistern, Autogenes Training, Selbstsicherheitsübungen, Therapie etc.
  • Die methodischen Voraussetzungen: Lerntechniken, Unterrichtsgestaltung, Maßnahmen zur Verbesserung: Aneignen anderer Lerntechniken, Konzentrationsübungen, Mitarbeit im Unterricht etc.

2.b. Hausübungen in der schulischen Tagesbetreuung

  • Die Schülerinnen und Schüler sollen durch individuelle Hilfestellung seitens qualifizierter Betreuungspersonen dabei unterstützt werden, ihre Hausübungen selbstständig, vollständig und richtig zu erledigen.
  • Die Gruppenzusammensetzung muss eine ruhige und günstige Lernatmosphäre ermöglichen.
  • Ein vertrauter Rahmen und fixe Abläufe erleichtern den Kindern das Lernen. Daher sollten Hausübungen – vor allem im Grundschulbereich – in derselben Gruppe, im selben Raum, zur selben Zeit, bei derselben Betreuungsperson erledigt werden.
  • Klare Regeln sind auch für die Hausübungszeit unabdingbar.
  • Sollte eine Betreuungsperson ausfallen, muss eine Supplierkraft zur Verfügung stehen.

3. Förderung aus der Sicht der Lehrpläne und der Psychologie

An erster Stelle wird Bezug genommen auf die Lehrpläne der einzelnen Schularten und auf den Fördererlass des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur (Rundschreiben 11/2005 vom 28. Juni 2005).

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Freizeit in der schulischen Tagesbetreuung

1. Psychologische Hinweise zur Freizeit

Die Freizeitgestaltung muss Qualität besitzen und sollte folgende Bereiche berücksichtigen:

  • Energieaufbau: Schlafen, Essen, Trinken, Entspannen
  • Erlebniskultivierung: Lesen, Anschauen, Anhören, Schmecken, Riechen, Tasten, Genießen; Spiele ohne Sieger und Verlierer
  • Physische Fitness: jede Form von Sport
  • Mentale Fitness: Denksportaufgaben, Beschäftigung mit Malerei, Poesie, Musik
  • Existenzbewusstsein: sich mit wichtigen Lebensfragen beschäftigen (Engagement für die Gemeinschaft, Einstellung zum Leben, zur Religion usw.)
  • Soziales Engagement: sich sozial engagieren, sich für eine Idee einsetzen

2. Herausforderungen und Chancen für die schulische Kulturarbeit

Um einen qualitätsvollen Nachmittagsbetrieb zu gewährleisten, müssen von den Schulen Konzepte entwickelt werden, die als oberstes Ziel die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen anstreben. Dabei sollten – neben den Inhalten der musisch-kreativen Fächer – die folgenden Bereiche berücksichtigt werden:

  • Dramapädagogik, Theater, Pantomime …
  • Instrumentalmusik, Chor, Band, Musical, Tanz …
  • Spielpädagogik, Gruppenspiele, Fantasiespiele …
  • Erlebnispädagogik, Outdoor-Spiele, Naturerlebnis …
  • Medienpädagogik, Foto und Film, Hörspiele, Computergrafik …

3. Soziales Lernen

An Schulen reichen Ansätze sozialen Lernens von Persönlichkeitsstärkung über Konfliktmanagement, geschlechterbewusste Pädagogik und Friedenserziehung bis hin zu politischer Bildung.

Soziales Lernen im Kontext von Gruppen

Schulische Tagesbetreuung ermöglicht soziales Lernen in einer Gruppe Gleichaltriger durch:

  • Förderung der kommunikativen Kompetenzen
  • Erlernen eines respektvollen, toleranten Umgangs mit sozialen, kulturellen, ethnischen und religiösen Minderheiten und Andersdenkenden, mit Geschlechterverhältnissen, mit beeinträchtigten Menschen
  • Förderung eines gewaltfreien Konfliktmanagements.

Soziales Lernen im Kontext von Persönlichkeitsbildung

Diese Perspektive zielt darauf ab, dass Schülerinnen und Schüler im weitesten Sinne empathiefähig werden sollen, durch

  • die Entwicklung des Selbstvertrauens und des Selbstwertgefühls
  • die Fähigkeit, sich selbst einzuschätzen, die eigenen Stärken und Defizite zu erkennen
  • Frustrationstoleranz zu entwickeln

4. Geschlechterbewusste Pädagogik

Es geht nicht nur um das Anwenden von geschlechtergerechter Sprache, Gender Mainstreaming ist mehr. Es umfasst die unterschiedlichen Rollen und Verhaltensweisen von Männern und Frauen in unserer Gesellschaft. Diese sind nicht angeboren, sondern erlernt. Um den Stereotypen zu begegnen, ist Gender seit längerem ein Unterrichtsprinzip, das in den Lehrplänen verankert ist. Gerade die schulische Tagesbetreuung bietet viele Chancen und Möglichkeiten, Gender unverkrampft zu leben.

5. Schulische Gewaltprävention

Schule – und als Teil davon – die schulische Tagesbetreuung muss ein Ort ohne Aggression und Gewalt sein. Übergriffe müssen sofort konsequent geahndet werden:

  • Ein gewaltbereites Klima muss im Vorfeld eingedämmt werden.
  • In klassen- oder schulstufen- oder schulartenübergreifenden übergreifenden Gruppen sollten Konzepte der Mediation und des gewaltfreies Konfliktmanagements angeboten werden.

6. Peer-Mediation

Peer-Mediation ist ein innovativer und langfristig Erfolg versprechender Ansatz der konstruktiven Konfliktbewältigung. Dabei werden Schülerinnen und Schüler zu Peer-Mediatorinnen bzw. –Mediatoren ausgebildet, die bei Konflikten zwischen Gleichaltrigen vermitteln.

7. Interkulturelles Lernen

Gute schulische Tagesbetreuung kann vor allem positiv auf die Entwicklung von Kindern mit Migrationshintergrund wirken und damit einen wesentlichen Beitrag für erhöhte Chancengerechtigkeit in deren späterem Berufsleben leisten. Gerade bei Kindern mit Migrationshintergrund konnte festgestellt werden, dass diese offener, gesprächiger und kooperativer wurden, sich mehr gegenseitig unterstützten und bei Lernschwierigkeiten ermunterten. Das Angebot sollte folgende Aspekte berücksichtigen:

  • eine gezielte, der Altersstufe angepasste Lernhilfe und Sprachförderung
  • eine konsequenten Entwicklung der Sprachkompetenz durch altersadäquate Sprachspiele
  • interaktive Sprechübungen

8. Freizeitprojekte

Freizeitprojekte dienen gerade in der schulischen Tagesbetreuung der Steigerung der Motivation der Kinder und Jugendlichen. Bewährte Freizeitprojekte wären ua. künstlerisch-kreative Angebote (zB Tonarbeiten, Malerei, Batiken, …) oder Angebote aus dem naturwissenschaftlichen Bereich (zB Ernährung, Tierschutz, Laborarbeit, …). Dies gibt den Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit zu erkennen, welche Eigenart oder Möglichkeiten der Problemlösung die verschiedenen Methoden bzw. Betrachtungs- und Verfahrensweisen jeweils enthalten.

Vorrangige Ziele der Projektmethode sind:

  • selbstständiges Lernen und Handeln
  • eigene Fähigkeiten und Bedürfnisse erkennen und weiterentwickeln
  • Handlungsbereitschaft entwickeln und Verantwortung übernehmen
  • ein weltoffenes, gesellschaftlich-historisches Problembewusstsein ausbilden
  • kommunikative und kooperative Kompetenzen sowie Konfliktkultur entwickeln
  • organisatorische Zusammenhänge begreifen und gestalten

9. Gesundheitsbildung

Schulische Gesundheitsförderung umfasst nicht nur die Information über Gesundheitsthemen und das Einwirken auf das Verhalten des Einzelnen, sondern auch die Gestaltung eines gesundheitsfördernden Lebensraumes.

10. Mittagessen

Das Mittagessen sollte nicht nur auf reine Nahrungsaufnahme reduziert werden; es strukturiert den Tagesablauf und erfüllt auch soziale Funktionen.

  • Das Mittagessen ist ein wichtiger sozialer Treffpunkt. In der Gemeinschaft schmeckt es besser. Auch Betreuungspersonen sollten mit den Kindern essen.
  • Für ein Kind ist die richtige Ernährung ein wichtiger Beitrag zur körperlichen und geistigen Gesundheit.
  • Der Speiseplan ist möglichst abwechslungsreich zu gestalten und an die Bedürfnisse von Schulkindern anzupassen.
  • Die Gestaltung des Speisesaals ist für die Atmosphäre besonders wichtig. Er sollte sauber und hell und schön dekoriert sein.

11. Sinnvolle Freizeitgestaltung

Die Schülerinnen und Schüler sollen angehalten werden, ihre verfügbare Zeit sinnvoll und ihren individuellen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Neigungen gemäß zu verbringen. Ein attraktives Freizeitprogramm sollte aus möglichst vielen unterschiedlichen Bereichen bestehen: Sport, Musik, Schach, Kunst und Kultur, Informations- und Kommunikationstechnologie, Soziales Lernen, Gewaltprävention, Schulbibliothek, Spielesammlung, Schulgarten etc.

Die Schwerpunkte können auch in Kooperation mit einer außerschulischen Organisation, wie Vereine, Musikschulen oder Traditionsverbände, angeboten werden.

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Interaktionen, Kooperationen und Beziehungen – Bedürfnisse und Wünsche

Die schulische Tagesbetreuung ist eine bedeutsame Schnittstelle zwischen schulbezogenen Lernprozessen und außerschulischem Umfeld. Die Organisation und das Angebot der Tagesbetreuung sollte auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder und Eltern des jeweiligen Standortes abgestimmt werden.

1. Lern- und Freizeitbedürfnisse der Kinder

Die ganztägige Betreuung muss auf die Grundbedürfnisse der Schülerinnen und Schüler eingehen und so weit wie möglich deren Wünsche berücksichtigen, wie:

  • das Erleben von Gemeinschaft fördern
  • Hilfe bei der Erledigung von Hausübungen und Vorbereitungsarbeiten
  • gute Abstimmung zwischen den Leistungsanforderungen am Vormittag und dem gezielten Üben am Nachmittag
  • angekündigte Angebote im Lern- und Freizeitbereich müssen durchgeführt werden
  • viel Platz für Bewegungs- und Spielmöglichkeiten
  • Rückzugsmöglichkeit oder Ruheraum für Kinder, die allein sein wollen
  • gemeinsame Aktivitäten und Ausflüge im Rahmen der gelenkten Freizeit

2. Erwartungen und Wünsche der Eltern an eine gute Tagesbetreuung

Über alle Schulformen und Schulstufen hinweg gibt es grundsätzlich drei Bereiche, die Eltern in der schulischen Tagesbetreuung abgedeckt wissen wollen: eine Unterstützung und Förderung im Lernbereich, ein vielfältiges Freizeitangebot und die Möglichkeit sozialen Lernens in einer Gruppe Gleichaltriger. Im Besonderen wünschen sich Eltern für ihre Kinder:

  • eine qualitativ und pädagogisch hochwertige Gesamtbetreuung
  • Kontinuität im Angebot und in der Betreuung
  • den Erwerb eines effektiven Lernmanagements und verschiedener Lernstrategien
  • die Nutzung externer Angebote in der näheren Umgebung
  • möglichst früh eingesetzte gewaltpräventive Maßnahmen und ein funktionierendes Konfliktmanagement
  • eine Lehrkraft, die als Ansprechpartner für Kinder und Eltern fungiert
  • eine gute Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule/Tagesbetreuung

3. Chancen der Tagesbetreuung für die in ihr tätigen Lehrkräfte

Prinzipiell sollte für die schulische Tagesbetreuung nur pädagogisch geschultes Personal eingesetzt werden. Neben den erforderlichen Grund- und Zusatzqualifikationen sind aber auch die Eigenschaften, die Lehrkräfte und Betreuungspersonen mitbringen (sollen), für die Arbeit in der Tagesbetreuung relevant. Kreativität, Empathie, Geduld und vor allem Verständnis für die Kinder und Jugendlichen sind essenzielle Eigenschaften für diese Tätigkeit.

4. Interaktionen und Kooperationen

  • Lehrkräfte/Betreuungspersonen, die in der Tagesbetreuung eingesetzt werden, erleben die Interaktionen und Kooperationen zwischen ihnen und ihren Schülerinnen und Schülern auf der einen Seite und den Eltern auf der anderen als durchaus positiv. Hier stehen Beratung und Hilfestellung im Vordergrund, da sich Lehrkräfte durch den längeren Zeitraum, den sie mit den Kindern verbringen, auch ein umfassenderes Bild machen können.
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von außerschulischen Partnern können sich in der Tagesbetreuung engagieren und das pädagogische Angebot mit musikalischer Förderung, Computer- und Informatikkursen, sportlichen Aktivitäten, künstlerischer und bildnerischer Gestaltung oder Gewaltprävention bereichern. Aber auch soziales Engagement könnte in Kooperation mit Initiativen, Wohlfahrtsverbänden und der außerschulischen Kinder- und Jugendhilfe in die Schule integriert werden.

5. Soziale Beziehungen als Qualitätsmerkmale in der schulischen Tagesbetreuung

Interaktion und Kooperation sind neben den sozialen Beziehungen entscheidende Qualitätsmerkmale in der schulischen Tagesbetreuung. Kooperationsfähigkeit sowie ein kooperatives Vorgehen innerhalb der Schülerschaft aber auch zwischen Betreuungspersonen und Kindern gilt als eine weitere Qualitätsdimension für Tageseinrichtungen. Kindern sollen Erfahrungen auf unterschiedlichen Kooperationsebenen ermöglicht werden.

6. Zusammenarbeit mit den Eltern

Gelungene schulische Tagesbetreuung versucht Eltern in die Schule einzubinden und mit ihnen zusammen zu arbeiten. Dies kann nicht einseitig geschehen. Dazu gehört natürlich auch die Bereitschaft der Elternschaft, sich am Schulleben zu engagieren.

7. Kooperationen zwischen Lehrkräften und Betreuungspersonen

Kommunikation ist alles! Konkret geht es um die Optimierung von Informationsflüssen und einen regen Austausch. Und das ist auch notwendig, denn in die Lehrkräfte bzw. Betreuungspersonen, die in der schulischen Tagesbetreuung eingesetzt sind, werden hohe Erwartungen sowohl der Eltern, als auch der Jugendlichen gesetzt. Vom „Alleskönner“ bis zum (kompetenten) „Konfliktmanager“ wird ihnen alles zugemutet und abverlangt.

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Bedingungen des Gelingens für eine gute Tagesbetreuung

1. Kommunikation

Wesentliche Bestandteile gelungener Tagesbetreuungsmodelle sind Kommunikationsbereitschaft und ein regelmäßiger Informationsaustausch auf allen Ebenen – zwischen den Kolleginnen und Kollegen der Tagesbetreuung, Vormittags- und Nachmittagslehrkräften, Eltern und Betreuungspersonen.

Innerhalb der Schule kann dies durch Konferenzen oder Tagesbetreuungsbesprechungen gefördert werden, für Eltern ließen sich zusätzlich zu den Sprechstunden Elternabende anbieten. Somit bestehen verbesserte Chancen, Lernschwächen, soziale Schwierigkeiten und entwicklungsbedingte Krisen bei Schülerinnen und Schülern rechtzeitig zu erkennen und zu bearbeiten.

2. Schulklima

Eine vollständige Integration des Betreuungsteams im Gesamtlehrkörper einer Schule ist eine unabdingbare Voraussetzung für ein positives Schulklima. Ein kollegiales Arbeitsklima wirkt stark motivierend und senkt überdies die Hemmschwelle, über eigene Schwächen und über Problemfälle zu sprechen.

3. Flexibilität des Systems der ganztägigen Schulform

Flexibilität – innerhalb stabiler Rahmenbedingungen – wird in hohem Ausmaß von den Betreuungspersonen und Lehrkräften in der Tagesbetreuung abverlangt. Lehrkräfte und Betreuungspersonen mit Zusatzqualifikationen bereichern – durch eine andere pädagogische Professionalität – das Angebot und tragen so zu mehr Attraktivität der schulischen Tagesbetreuung bei.

4. Rhythmisierung und verpflichtende Elemente an den Nachmittagen

Durch diesen kindgerechten Tagesablauf mit Lern-, Ruhe-, Spiel-, Förder- und Essenszeiten wird ein intensiveres Lernen und Leben ermöglicht. Der rhythmisierte Tagesablauf fördert Freundschaften unter Schülerinnen und Schülern und bietet mehr Chancen zum Erlernen von Regeln, sozialem Verhalten und Lernprozessen in der Gruppe. Schulen, die bereits seit langer Zeit im Ganztagsbetrieb arbeiten, halten die verschränkte Abfolge von Unterricht, Fördern, Ruhephasen und Freizeit für eine unerlässliche pädagogische Voraussetzung und Bedingung des Gelingens.

Geändert am 10.11.2011

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