"Unter Geistiger Landesverteidigung werden alle Bemühungen verstanden, die darauf abzielen, die seelische Bereitschaft der Staatsbürger zur Verteidigung Österreichs zu wecken, zu fördern und zu erhalten." (Brezinka-Formel)
Die Geistige Landesverteidigung ist bestrebt die Teilbereiche der Umfassenden Landesverteidigung nämlich Militärische Landesverteidigung, Wirtschaftliche Landesverteidigung und Zivile Landesverteidigung als Österreichische Sicherheitspolitik im gemeinsamen Europa darzustellen.
In regelmäßigen Arbeitssitzungen des beim Bildungsministerium bestehenden Arbeitsausschusses "G" werden grundsätzliche Entwicklungen auf dem Gebiet der Geistigen Landesverteidigung mit allen auf diesem Gebiet tätigen Organisationen und Verbänden erörtert.
Die Referenten für Geistige Landesverteidigung an den Schulen werden in Seminaren und Fortbildungsveranstaltungen laufend geschult, zu diesem Zweck erscheint auch ein Mitteilungsblatt (4 bis 5 mal pro Jahr).
| Grundsätze | Aufgaben | Kontakte |
Politische Bildung / Geistige Landesverteidigung will einen neuen, zeitgemäßen Patriotismus wachrufen. Dieser beruht darauf, dass die Bindung an das eigene Land ein wesentliches Element der Geborgenheit bedeutet in einer Welt, die den Menschen diese Geborgenheit zunehmend vorenthält, und er tritt als ein lebendiges Österreichbewusstsein in Erscheinung, das den Stolz auf die Leistungen unseres Volkes auf allen Gebieten der Kultur ohne Pathos und nationale Überheblichkeit bekundet.
Politische Bildung / Geistige Landesverteidigung hat - ausgehend von den Grundsätzen der Verfassung der demokratischen Republik Österreich - jene Kriterien zu vermitteln, die dem Staatsbürger eine zutreffende Beurteilung politischer Erscheinungen und Entwicklungen im Hinblick auf mögliche Gefährdungen unserer demokratischen Republik erlauben. In der Fähigkeit zu klarer Unterscheidung zwischen demokratischem und undemokratischem politischen Handeln ist eine der wesentlichsten Grundlagen Geistiger Landesverteidigung zu sehen.
Politische Bildung / Geistige Landesverteidigung soll ein realitätsgerechtes Bild von den politischen, militärischen und wirtschaftlichen Machtverhältnissen Europas und der Welt vermitteln und dementsprechend bei den Menschen eine realitätsgerechte Haltung bewirken, nicht Unsicherheit und Angst sollen verbreitet, sondern ein vernünftiges Sicherheits- und Vorsorgedenken soll entwickelt werden.
Politische Bildung/Geistige Landesverteidigung verschließt sich keinesfalls der Notwendigkeit, die politisch-gesellschaftlichen Verhältnisse auch in unserem Staate ständig weiterzuentwickeln . Sie wird insofern zu einem Instrument dieser Weiterentwidung, als sie gewährleistet, dass entsprechende Entwicklungen unter demokratischer Selbstkontrolle und ohne jede Fremdbestimmung erfolgen können.
Politische Bildung/Geistige Landesverteidigung ist auf internationale Zusammenarbeit im Rahmen jener Möglichkeiten gerichtet, die Österreich völkerrechtlich gegeben sind und erstrebt keineswegs eine Inselposition. Es gilt selbstverständlich die allgemeine Erkenntnis, dass gerade die existenziellen Probleme der Menschheit nur in internationaler Kooperation gelöst werden können, Europabezogenheit und Weltoffenheit also auch für den Österreicher selbstverständlich sein müssen.
Politische Bildung/Geistig Landesverteidigung versteht sich als Beitrag zur Friedenssicherung in einer Welt, in der die Anwendung von Gewalt bedauerlicherweise nicht ausgeschlossen werden kann. Dies bedeutet keine Aufgabe der Idee einer Friedenserziehung und auch nicht die Notwendigkeit des Operierens mit ,,Fremdbildern", sondern einfach die Bereitschaft, auf die Bedrohung- also in einer Zwangslage - in angemessener Weise reagieren zu wollen.
Politische Bildung/Geistige Landesverteidigung ist auf Umfassende Landesverteidigung gerichtet, das heißt, auf eine Zusammenfassung aller in unserem Lande vorhandenen militärischen und nichtmilitärischen Kräfte mit dem Ziel der gemeinsamen Abwehr einer Bedrohung, getragen vom Selbstbehauptungswillen der gesamten Bevölkerung.
In allen Bildungseinrichtungen - schulischen wie außerschulischen, der Jugend - wie der Erwachsenenbildung -
stellt sich die Geistige Landesverteidigung als eine Aufgabe der Politischen Bildung dar , wie dies der
Grundsatzerlass ,,Politische Bildung in den Schulen" zum Ausdruck bringt.
(Bundesministerium für
Unterricht und Kunst, GZ 33.464/6-19a/78 vom 11. April 1978, Wiederverlautbarung mit GZ 33 .466/103-V/4a/94)
Diese Aufgabe ist in den entsprechenden Ausbildungsplanen, Lehrplänen, Studienplänen, Kursprogrammen, usw.) zu verankern und bei den Maßnahmen zur Aus- und Fortbildung der Lehrer, Erzieher, Bildungsfunktionäre usw. zu berücksichtigen; ihre Erfüllung ist durch die Entwicklung geeigneter Lehrmaterialien laufend zu unterstützen und durch entsprechende Großaktionen (z.B. anlässlich der Nationalfeiertage) zusätzlich zu fördern.
Abteilung Geistige Landesverteidigung
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und
Kultur
Tel. +43/1/53120/4129, 2511, 2514, 2527; Fax: 53120/2529,
E-Mail:
Waltraud.Holub@bmbwk.gv.at
Weitere Informationen:
Bundeskanzleramt
Gruppe Sicherheitspolitik und Staatliches Krisenmanagement
Stiftgasse 2A, A-1070 Wien,
Tel. +43/1/523 48 59
E-Mail:
Brigitte.Brenner@bka.gv.at
Österreichische Gesellschaft für Landesverteidigung und Sicherheitspolitik
Mariahilferstraße 22/1A, 1070 Wien,
Tel. +43/1/5200-38511
E-Mail:
Sich.Politik@magnet.at
EuroStrat AG
Neubaugasse 1, 1070 Wien
office@eurostrat-ag.com
Tel.: 01/526 66/7418
Gesellschaft für Politisch-Strategische Studien (STRATEG)
ObstdG Rudolf
Striedinger
Dampfschiffstraße 2
1030 Wien
Tel.: 01/51595/25110
Österreichisches Institut für Europäische Sicherheitspolitik (ÖIES)
Erlaufstraße 7/1
2344 Maria Enzersdorf
institute@oeies.or.at
Tel.: 02236/41196
Geändert am 08.06.2004