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Europapolitische Bildung

Europa ist ein fester Bestandteil der österreichischen Lehrpläne. Bereits im so genannten Zielparagraph, der die Aufgaben der österreichischen Schulen festlegt, ist festgehalten, dass die jungen Österreicher/innen befähigt werden sollen, am Wirtschafts- und Kulturleben Europas teilzunehmen.

Basierend auf dem Grundsatzerlass Politische Bildung (pdf, 33 KB) aus dem Jahr 1978 wird die "Erziehung zu gesamteuropäischem Denken" als eines der wesentlichen Anliegen der politischen Bildung erwähnt. Ihre Bedeutung im Rahmen der politischen Bildung ist mit den Jahren gewachsen. Darauf aufbauend sehen die Lehrpläne eine intensive Auseinandersetzung mit dem Prozess der europäischen Integration und der Rolle Österreichs in der Europäischen Union vor.

Die Zukunft der Europäischen Union lebt von der Jugend und wird durch sie gestaltet. Deshalb ist es wichtig, dass gerade junge Menschen sich mit dem Thema intensiv auseinander setzen und Kompetenzen entwickeln, die ihnen helfen sich in dieser größeren Union zurechtzufinden, sich ihre eigene Meinung zu bilden. Sie sollen lernen, diese auszudrücken, mit Argumenten zu untermauern und sich für ihre Rechte aktiv einzusetzen.

Die Schule ist dabei für mehr als zwei Drittel der Jugendlichen eine sehr wichtige Informationsquelle. Umso entscheidender ist es daher, die Lehrenden bei dieser Informationsarbeit zu unterstützen. Die Europäische Union ist ein Thema, das in vielen Unterrichtsgegenständen thematisiert werden kann und fast alle Lebensbereiche berührt.

Die Anwendung des Kompetenzmodells für Politische Bildung (Info Kompetenzmodell) in der Europapolitischen Bildung kann bei dieser Aufgabe unterstützen, ebenso wie die unten stehende Infosammlung.

Kompetenzmodell für Politische Bildung in der EUropapolitischen Bildung

Europapolitische Bildung umfasst viele Bereiche - Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Recht, etc. und fordert daher – wie auch die Politische Bildung - einen interdisziplinären und systemischen Ansatz.

Ziel der Europapolitischen Bildung ist ein reflektiertes Europabewusstsein. Die Vermittlung im schulischen Unterricht sollte beispielhaft an verschiedenen europäischen Themen unter Berücksichtigung der Lebens- und Erfahrungswelt der Lernenden erfolgen

Dabei handelt es sich nicht nur um die Vermittlung von Kenntnissen wie z.B. reine Institutionenkunde und Europarecht, sondern vielmehr auch um die Vermittlung von spezifischen Aspekten der europapolitischen Bildung.

Auf dem Kompetenzmodell von Krammer/Kühberger/Windischbauer und Kommissionsmitgliedern (2008) für die Politische Bildung beruhend ergibt sich für die Europapolitische Bildung folgendes:

Kompetenzen im Sinne des Kompetenzmodells sind "jene Fähigkeiten, Fertigkeiten und Bereitschaften, die es den Schüler/innen ermöglichen, selbstständig Probleme in unterschiedlichen Situationen zu lösen".

Politische Urteilskompetenz

Darunter werden jene Fähigkeiten, Fertigkeiten und Bereitschaften verstanden, selbstständig Urteile zu treffen und fremde Urteile zu hinterfragen. Notwendige Teilkompetenzen sind daher u. a. die Qualitätsprüfung der Urteile, die Interessens- und Standortgebundenheit, das Miteinbeziehen von Folgen und Auswirkungen von Urteilen.

In der europapolitischen Bildung sind das z.B. Kompetenzen wie das Erkennen von

  • Konflikten zwischen Interessensgruppen (und ihren Zielen)
  • Wechselspielen zwischen nationalen und europäischen Interessen
  • Spannungen zwischen Regionalismus und Zentralismus (Stichworte: Subsidiarität, Föderalismus, …)
  • Chancen und Herausforderungen/Probleme der Europäischen Integration
  • Kompromissen die für die EU charakteristisch sind

Politische Handlungskompetenz

Darunter werden jene Fähigkeiten, Fertigkeiten und Bereitschaften verstanden, politische Konflikte auszutragen, eigene politische Positionen zu artikulieren, politische Positionen anderer zu verstehen und aufzugreifen, sowie an der Lösung von gesellschaftlichen Problemen mitzuwirken. Dazu gehört Kompromissbereitschaft, Toleranz, Akzeptanz, Konfliktfähigkeit, Kontaktaufnahme mit Institutionen/ Personen der politischen Öffentlichkeit, Nutzung von Angeboten unterschiedlicher Organisationen etc.

Europapolitische Handlungskompetenz heißt z.B.

  • Aktive Nutzung der Informationsangebote zur EU insbesondere über neue Medien
  • Planspiele oder Europäische Projekte selbst durchzuführen
  • Gruppenentscheidungen kennen zu lernen, selbst herbeizuführen bzw. dazu beizutragen
  • Beteiligungsmöglichkeiten als BürgerIn kennen und nützen

Politikbezogene Methodenkompetenz

Darunter werden jene Fähigkeiten, Fertigkeiten und Bereitschaften verstanden, über jene Verfahren und Methoden zu verfügen, die dazu beitragen, fertige Manifestation des Politischen (u. a. TV-Beiträge, Reden von Politiker/innen, Ergebnisse von Meinungsumfragen, Berichte etc.) zu verstehen und zu hinterfragen, sowie eigene Manifestationen aufzubauen, um die eigene politische Willensäußerung zu unterstützen.

In der Europapolitischen Bildung ist die selbständige Aneignung von Wissen insbesondere über neue Medien sehr wichtig.

  • Wie kann ich mich informieren?
  • Welche Ziele werden mit der angebotenen Information verfolgt?
  • Was ist die Funktion der verschiedenen Medien (Fernsehkanal des Europäischen Parlaments, die Europäische Kommission auf youtube, EU-Server) und wie sind sie zu bewerten?
  • Wie kann ich selber meine Meinung äußern (Bürger/innenbefragungen, Debatten, Wahlen)

Politische Sachkompetenz

Darunter werden jene Fähigkeiten, Fertigkeiten und Bereitschaften verstanden, Kategorien und die ihnen innewohnenden Konzepte des Politischen zu verstehen, über sie verfügen zu können sowie sie kritisch weiterentwickeln zu können. Dazu gehört es u. a. die Alltagssprache von einer Fachsprache zu unterscheiden, Fachtermini konstruktiv und kritisch einzusetzen, notwendige Konzepte der Erkenntnistheorie zu kennen (z.B. Perspektivität, Genauigkeit, Vollständigkeit) etc.

Für die europapolitische Bildung z. B.

  • Unterscheidung EU/nationale Verantwortlichkeiten und Entscheidungsebenen
  • Erkenntnis über die noch nicht abgeschlossene, prozesshafte Entwicklung der EU
  • die Europäische Union als Friedensprojekt
  • Was unterscheidet die EU von anderen Zusammenschlüssen?
  • Welche Kompromisse sind dafür notwendig?
  • Wer macht europäische Berichterstattung (oder auch nicht und warum)?

Arbeitswissen:

Insbesondere bei der Europapolitischen Bildung ist es sehr wichtig, konkrete Beispiele zu verwenden, die bevorzugt an der Lebenswelt der Schüler/innen oder/und an aktuellen Themen orientiert sind.

Das dafür notwendige anlassbezogene Arbeitswissen besitzt instrumentellen Charakter. Es ist also kein Wissenskanon, sondern resultiert aus den Fragestellungen der bearbeiteten Beispiele. Der Unterricht orientiert sich primär an den zu erwerbenden Kompetenzen

Beispiele:

  • Die aktuelle Finanzkrise – wie geht die Europäische Union damit um, was kann sie bewirken?
  • Wahlen zum Europäischen Parlament – was ist die Funktion des EP und anderen Institutionen?
  • Dein Urlaubsflug war überbucht, du konntest deinen Urlaub nicht antreten – was kannst du tun? Und was hat das mit der EU zu tun?

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EU allgemein für die Schule:

Das Themendossier Europa
auf dem Portal Politische Bildung bietet eine umfangreiche Zusammenstellung von Materialien, Spielen, Dossiers zur EU und Europa allgemein.

Europa - Europäische Union: Informations- und Unterrichtsmaterialien

Eine Folienpräsentation zum Thema EU

LehrerInnenecke der EU - mit Materialien
Hier sind Materialien zu verschiedenen Themengebieten(Umwelt, Energie, Wirtschaft, Konsumentenschutz, ..) nach Altersstufen geordnet zusammengestellt.

Die LehrerInnenseite der Europäischen Zentralbank
Hier finden sich unter anderem zwei Planspiele „€comania“ zur Geldpolitik und „Inflation Island“ über Inflation. Auch Zeichentrickfilm, Videos und Power Point Präsentation sollen EU-Wirtschaftswissen lebendig präsentieren.

Stadtspaziergänge zum Thema Europa
Die Europaspuren bieten Informationen zu Bezugspunkten, Denkmäler, Einrichtungen u.ä. zum Thema Europa unter besonderer Berücksichtigung der EU. Zielpublikum sind in erster Linie Schülerinnen und Schüler ab der 8. Schulstufe und deren Lehrkräfte sowie alle - im Sinne von LebensLangemLernen - Erwachsene, die leicht verständliche Basisinformationen und unkonventionelle Zugänge zum Thema suchen.

Europapolitische Bildung: EU-Kinderecke

EU-Kinderecke

Diese Website mit Informationen über die EU und ihre Mitgliedsländer wurde für Kinder und Jugendliche gestaltet. Sie besteht aus drei Teilen und ist in allen EU-Sprachen verfügbar. :

  • „Spielen, raten und gewinnen“ – Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 16 Jahren finden hier unterhaltsame Spiele.
  • Im Abschnitt „Die EU: Worum geht es da eigentlich?“ gelangt man über eine interaktive Europakarte zu Informationen über die EU und ihre Mitgliedsländer.
  • Unter „Kennst du deine Rechte?“ gibt es in zwei Altersgruppen unterteilte Spiele, Videos und Informationen über die Rechte des Kindes.

Mit der „Kinderecke“ verlinkt ist die Website „Die EU für Lehrer/-innen“ mit anschaulichem Unterrichtsmaterial zur EU für die Grund- und Sekundarschule, welches von Bildungsexperten aus ganz Europa ausgewählt wurde.

EU-Schundheftl
EU-Mythen als Comic

Europatage Grafenbach
Projekttage für Schulklassen zum Thema Europäische Union

Nationalagentur Lebenslanges Lernen: EU-Bildungsprogramme
Die Homepage der Agentur, die die Programme Comenius, Erasmus, Leonardo da Vinci, Euroguidance, E-Twinning etc. in Österreich verwaltet

Lehren und Lernen im Ausland

Der Europass
Der Europass bietet als ein Portfolio von fünf Dokumenten allen europäischen Bürgern die Möglichkeit, ihre in der Schule, u.a. erworbenen Fähigkeiten klar und einheitlich darzustellen

Europäisches Zentrum für die Weiterentwicklung der Beruflichen Bildung

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Debattieren über Europa

EU-Debatten online

European Springday an Schulen

Open Days im Europahaus in Wien

Europawerkstatt der Demokratiewerkstatt im Parlament

Euroscola
Euroscola ist ein Programm des Europäischen Parlaments, das Schülerinnen und Schülern aus allen EU-Mitgliedstaaten den Besuch des Europäischen Parlaments in Straßburg ermöglicht

Referentendienst der Vertretung der Europäischen Kommission

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Europa – NGOs:

Die Jungen Europäischen Föderalisten

Europäische Akademie Wien

Europahaus Klagenfurt

Die Europahäuser zusammengefasst - Österreichische Föderation der Europahäuser (ÖFEH)

Österreichische Gesellschaft für Europapolitik

Attac Austria - Unser Europa ist anders
Unter diesem Titel werden hier die die Kritikpunkte die Attac an der derzeitigen Entwicklung der EU sieht, beschrieben.

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Österreichische EU-Informationsstellen

Die EU-Information der Österreichischen Bundesregierung

Die österreichischen Abgeordneten zum Europäischen Parlament

Europainformation des ÖGB

Europainformation der Wirtschaftskammer

Europa in der Jugendinfo
Das österreichische Jugendportal bietet zielgruppengerechte EU-Info

Die Europäische Union - allgemeine Informationen

Der Server der EU
Das Portal der EU wird nach einer Umgestaltung deutlich übersichtlicher

Die Europäische Kommission in Österreich

Europäisches Parlament - Informationsbüro für Österreich

Die EU auf YouTube

Audiovisueller Service der Europäischen Kommission

Fernsehkanal des Europäischen Parlaments

Europäisches Jugendportal
Für Jugendliche relevante Info auf dem Server der EU

europa-digital
europa-digital.de ist ein unabhängiges Online-Magazin rund um die Themen Europäische Union und Europa.

Eurozine
Europäisches Online Kultur- und Politikmagazin

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Besucherdienste für Gruppen in Brüssel

Information für einen Besuch im Europäischen Parlament auf der Seite des Informationsbüros in Österreich

Information der Vertretung der Kommission in Österreich für Brüsselbesuche

Die Besucherdienste in Brüssel

Besucherdienst der Europäischen Kommission

Besucherdienst des Europäischen Parlaments - Informationsbüro Österreich
Besucherdienst des Europäischen Parlaments

Besucherdienst des Rates der Europäischen Union

Der Besucherdienst der Österreichischen Vertretung in Brüssel

Kontakt

Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Referat I/6b
T +43 1 53120-2350
sonja.ziegelwagner@bmukk.gv.at

Geändert am 02.02.2012

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