Das Unterrichtsprinzip „Interkulturelles Lernen“

Interkulturelles Lernen wurde zu Beginn der neunziger Jahre erstmals als Unterrichtsprinzip verankert. In den Lehrplänen für die Hauptschulen und für die AHS ist interkulturelles Lernen im Allgemeinen Bildungsziel (unter Punkt 5: Bildungsbereiche) als Unterrichtsprinzip angeführt und wird in den Allgemeinen didaktischen Grundsätzen näher erläutert.

Ein Unterrichtsprinzip beschränkt sich nicht auf einen bestimmten Gegenstand, sondern soll sich wie ein roter Faden durch alle Gegenstände ziehen und LehrerInnen bei ihrer Arbeit unterstützen. Durch das Unterrichtsprinzip „Interkulturelles Lernen“ soll ein Beitrag zum gegenseitigen Verständnis, zum Erkennen von Unterschieden und Gemeinsamkeiten und zum Abbau von Vorurteilen geleistet werden. „Eine allenfalls vorhandene Zwei- oder Mehrsprachigkeit soll positiv besetzt und die Schülerinnen und Schüler sollen ermuntert werden, Kenntnisse in der Muttersprache im Unterricht sinnvoll einzubringen.“ (vgl. BGBl. II Nr. 134/2000 und BGBl. II Nr. 133/2000, novelliert durch BGBl. II Nr. 277/2004).

Weiters können im Rahmen schulautonomer Lehrplanbestimmungen interkulturelle Schwerpunkte gesetzt werden.

Lehrplanbestimmungen

Auf Grund wiederholter Anfragen scheinen folgende Anmerkungen angebracht:

  • Das Unterrichtsprinzip hat auch dann seine Gültigkeit, wenn in der Klasse keine SchülerInnen mit Migrationshintergrund und keine SchülerInnen, die einer autochthonen Volksgruppe angehören, vertreten sind. Bei der konkreten Umsetzung des Unterrichtsprinzips ist jedoch sinnvollerweise die sprachliche und kulturelle Zusammensetzung der Klasse zu berücksichtigen.

  • „Interkulturelles Lernen“ ist nicht mit dem besonderen Förderunterricht in Deutsch zu verwechseln. Letzterer richtet sich ausschließlich an SchülerInnen mit anderen Erstsprachen als Deutsch, deren Kompetenz der Unterrichtssprache noch nicht zielsprachenadäquat ist, während das Unterrichtsprinzip „Interkulturelles Lernen“ alle SchülerInnen in einer Klasse, ungeachtet ihrer sprachlichen und geografischen Herkunft und ungeachtet ihrer Deutschkompetenz, anspricht und als Querschnittmaterie in die Unterrichtsgegenstände einfließen soll.

Interkulturelles Lernen – aber wie?

Datenbank: Interkulturelle Schulprojekte

Auf www.projekte-interkulturell.at werden mehr als 150 Projekte aus allen Bundesländern und Schularten vorgestellt. Jeder Eintrag enthält eine Kurzbeschreibung zu dem jeweiligen Projekt sowie weiterführende Hinweise. Die Datenbank wird laufend ergänzt.
Gerne können Sie auch Ihre eigenen Projekte in der Datenbank anmelden.

Schulwettbewerb „Interkulturalität und Mehrsprachigkeit – eine Chance!“

Im Schuljahr 2009/10 wird die Schulaktion "Interkulturalität und Mehrsprachigkeit – eine Chance!" zum vierten Mal durchgeführt. LehrerInnen, SchülerInnen und Schulen sind aufgerufen, Projekte zu den Themen Mehrsprachigkeit und interkulturelles Lernen einzureichen, die vom BMUKK mit bis zu € 700,-- pro Projekt gefördert werden.

Im September werden im Rahmen einer öffentlichen Präsentation in Wien bis zu sechs ausgewählte Projekte vorgestellt.

Alle Informationen zur aktuellen Ausschreibung können Sie ebenso wie die Projekte vergangener Jahre auf www.projekte-interkulturell.at nachlesen.

Informationen zum laufenden Wettbewerb

BMUKK: Zehn Schulen präsentierten am 28. September 2009 ihre Projekte zum Thema „Interkulturalität und Mehrsprachigkeit – eine Chance!“

Geändert am 21.10.2009

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