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"Oscars" der E-Learning-Szene vergeben

Wien (APA-ZukunftWissen) - Durch Originalität, Kreativität und Top-Anwendbarkeit im Unterricht überzeugten die besten Beiträge beim diesjährigen Wettbewerb für digitale Lernmaterialien, dem "Lörnie"-Award. Von geschichtlichen Themen und österreichischen Sagen über Maßreihen und Extremwertaufgaben bis hin zu spielerischen Einsichten ins Rechnungswesen oder in die CERN-Forschung - alle Projekte lassen erkennen, wie vielseitig E-Content in der Schule ein- und umgesetzt wird.

Mit dem "Lörnie" zeichnete das Unterrichtsministerium im Rahmen von bildung.at nun schon zum siebten Mal web- und computerunterstützte Lehr- und Lernmaterialien aus. Am 28. April wurden die besten Autoren - darunter Schüler und Lehrer - vor den Vorhang geholt und bekamen von Bildungsministerin Claudia Schmied "Lörnie"-Trophäen sowie Geld- und Sachpreise überreicht.

Steiermark hat die Nase vorn

Insgesamt wurden 84 Projekte mit gegenstandsbezogenen Lerninhalten von der fünften bis zur 13. Schulstufe eingereicht. Die meisten Ideen kamen aus der Steiermark, gefolgt von Oberösterreich, dahinter ex aequo Burgenland und Tirol. Bei der Preisverleihung im Wiener Palais Harrach zeigte sich die Jury über die Einreichungen mehr als zufrieden. "Nicht nur die Qualität der Contents, sondern auch die Vielfalt an Varianten nimmt ständig zu", so Margit Polly von bildung.at.

Auch die Ministerin lobte die kreativen Ideen und den Einsatz der Schüler und Lehrer beim Thema E-Learning. Die freiwillige Arbeit sei keine Selbstverständlichkeit. Ihr sei bewusst, "dass es an den Schulen eine unglaublich hohe Regelungsdichte und Input-Steuerung gibt und auch Zustände der Erschöpfung bemerkbar sind". Deshalb sei es umso wichtiger, "ihnen Kraft, Mut und Zuversicht zu geben und mehr Begeisterungsfähigkeit zu wecken", erklärte Schmied. Sie engagiere sich deshalb auch dafür, dass "Schulen ein Stück mehr Selbstverantwortung bekommen". Mehr Freiräume würden den Schulen gut tun, "damit sie mehr atmen können", hielt sie fest.

Gewinner fahren nach Moskau

Die Preise übergab sie in den vier Kategorien Allgemeine Gegenstände, Human- und Naturwissenschaften, Sprachen sowie Technik & Wirtschaft. Darüber hinaus wurden Sonderpreise für Beiträge zu den Bereichen Berufsorientierung, Internationales, Umwelt & Nachhaltigkeit sowie Web 2.0 vergeben. Die jeweils ersten Plätze der Kategorien sind von Microsoft eingeladen, am "Innovative Education Forum 2011" in Moskau mitzuwirken. Alle ausgezeichneten Beiträge sollen zudem auch anderen zur Verwendung im Unterricht zur Verfügung stehen. "Die elektronischen Lehrmaterialien - aus den Schulen, für die Schulen - können einerseits als E-Learning-Ressourcen genutzt werden, andererseits als Inspiration für künftige Content-Autoren dienen", heißt es dazu seitens der Organisatoren.

Geschichte interaktiv und spielerisch kennenlernen

Der oberste Stockerlplatz in der Kategorie "Allgemeine Gegenstände, Creativity & Culture" ging an Tamara Rachbauer für eHistory @home - eine interaktive Lernumgebung, die regionale Geschichte im Sachunterricht der zweiten Grundstufe vermitteln soll. Ebenfalls um Geschichte geht es bei Katharina Ulbrichs Projekt Toys.Story.Spiel.Welt, das in Kooperation mit dem Museum Hall durchgeführt wurde und den zweiten Preis erhielt. Schüler können damit spannende Einsichten in die Vergangenheit und Zukunft erhalten und auch mit einem Spiel auf Schatzsuche gehen. Den dritten Platz belegte Eva Unterlechner für die Entwicklung "Texteffekte mit Adobe Photoshop".

Der beste Content in der Kategorie "Human- und Naturwissenschaften" stammt von Ingo Rath zum Thema Prozentrechnen. Johann Seidl bekam den zweiten Preis für den Arbeitsblattgenerator für Maßreihen . Das Projekt School Movie Making von Andreas Hofer wurde gemeinsam mit der Media-Klasse der HLW Deutschlandsberg erprobt - dafür erhielt er den dritten Preis.

Bessere Lese- und Lerntechniken

In der Kategorie Sprachen wurde Herbert Dutzler vom oberösterreichischen BRG Schloss Wagrain mit dem Moodle-Kurs Sagen aus Österreich aufgrund des "schönen medienpädagogischen Ansatzes" mit dem ersten Preis belohnt, so die Jury. Der zweite Platz ging ebenfalls an einen Moodle-Kurs: Ausgezeichnet wurde Gabriele Kastner, die Interaktionsübungen zum besseren Leseverständnis erstellte. Die altersgerechte Aufbereitung von verschiedenen Lerntechniken für die erste Klasse Gymnasium brachte Ulrike Löffler-Anzböck mit Lernen leicht gemacht den dritten Platz in der Sprachen-Kategorie ein.

In der Kategorie "Wirtschaft & Technik" konnte bei der Jury die Arbeit von Sebastian Raubinger punkten, der unter http://typo3.weebly.com Grundlagen und Hilfestellungen für die redaktionelle Bearbeitung von "Typo3-Webseiten" zur Verfügung gestellt hat. Den zweiten Preis erhielt Johann Moser für seine Webseite http://jomo.org , die Unterrichtsthemen aus Mathematik, Webdesign und "Realtime Processing" beinhaltet. Das Unternehmensplanspiel Fish-Market von Uwe Gutwirth bringt Schülern alles zum Thema Rechnungswesen bei und wurde als drittbestes Tool in dieser Kategorie ausgewählt. Die Begründung der Jury: "Ein professionell aufbereitetes und interaktives Spiel."

Vom CERN über Metallberufe zum Bezirk "Murau"

Den Sonderpreis für das beste Projekt zu Berufsorientierung und Berufseinstieg wurde Robert Murauer überreicht. Seine Seite mobile metal richtet sich an Jugendliche, die einen Metallberuf erlernen möchten. Alexander Nischelwitzer erhielt den Sonderpreis im Bereich "Internationales - Transnationales". Einblick auf sein Projekt "mobile cern - online, offline und mobiles Lernen" gibt es auf mocern.dmt.fh-joanneum.at . Die Selbstlernmodule zu Extremwertaufgaben von Wolfgang Huber überzeugten unter den Einreichungen zu den Themen "Umwelt und Nachhaltigkeit". Unter den "Web 2.0, Social Web und Weblogs"-Themen ging Elisabeth Murer als Siegerin hervor. Sie gestaltete interaktive Übungen und sammelte Lernmaterialien zum Themenschwerpunkt Der Bezirk Murau für die Volksschule St. Georgen.

Service: Alle Projekte vom Lörnie 2010 sind in Kürze mit Beschreibung auf der Webseite http://loernie.bildung.at zu finden.

Quelle: Alexandra Roth/APA

Geändert am 30.04.2010

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